Literarisches Leben
Datenbank zum Literarischen Leben in den deutschsprachigen Ländern 1945-2000

Diese Seite liefert eine Jahreschronik literarischer und kultureller Ereignisse in Deutschland (BRD/DDR), Österreich und der Schweiz. Über die Homepage des Projekts www.literarischesleben.uni-goettingen.de können Sie kostenlos weitere Jahreschroniken abfragen. Mit differenzierten Suchfunktionen können Sie außerdem den Bestand der Datenbank etwa nach Personennamen, Literaturpreisen, Schlagworten oder bestimmten Begriffen durchsuchen.

Kalendarium 1964

Datum/Zeitraum
Ort, Ereignis, beteiligte Länder
am/von bis
01. Jan.    Einführung beweglicher Endverbraucherpreise (EVP). Bei der Preisfestsetzung neuer Produkte gilt der Spitzenpreis des Vorgängerprodukts, veraltete Produkte müssen dagegen im Preis gesenkt werden.  DDR
01. Jan.    Ludwig von Moos löst Willy Spühler als Bundespräsident ab.  Schweiz
02. Jan.    Wie in der Verordnung über Personalausweise vom 23.09.1963 vorgesehen, werden ab sofort neue Personalausweise mit dem zusätzlichen Vermerk "Bürger der Deutschen Demokratischen Republik" ausgegeben.  DDR
03. Jan.   Wien  Ausschluß Franz Olahs aus der SPÖ.  Österreich
09. Jan. 28. Feb. Dortmund  Die Stadt- und Landesbibliothek zeigt die von Hedwig Gunnemann besorgte Ausstellung "Friedrich Wilhelm Weber. Zum 150. Geburtstag".  BRD
11. Jan.    Letztmalig einigen sich die beiden deutschen Staaten über die Aufstellung einer gemeinsamen Mannschaft für die Olympischen Spiele in Tokyo und Innsbruck.  DDR, BRD
15. Jan.    Die ARD präsentiert eine von Sebastian Haffner verfaßte 45-minütige Sendung über die Gruppe 47. Es werden Aufnahmen der Gruppentagungen gezeigt, Ausschnitte aus Diskussionen und Teile aus Vorlesungen. Vier Mio. Deutsche verfolgen das Programm.  BRD
25. Jan. 25. Feb. Berlin, Halle  Die Deutsche Staatsbibliothek zeigt eine Ausstellung unter dem Titel "Vuk Karadzic-Stefanovic". Sie ist im Juni auch in der Hallenser Universitäts- und Landesbibliothek zu sehen.  DDR
28. Jan.    Gründung des Museumsrates der DDR.  DDR
29. Jan. 07. Feb. Innsbruck   IX. Olympische Winterspiele: In der Nationenwertung erringt Österreich den zweiten Platz.  Österreich
29. Jan.   Stuttgart  Eröffnung der Buch- und Graphikmesse im Gustav-Siegle-Haus. Das Angebot von etwa 30 Firmen umfaßt Inkunabeln, Holzschnittbücher, Atlanten, Landkarten, Blumenstiche und naturwissenschaftliche Werke. Dazu treten Erstausgaben deutscher Klassiker, illustrierte Bücher des 19. Jahrhunderts, des Jugendstils und der Ecole de Paris.  BRD
31. Jan.   Berlin  Eröffnung des Johannes-R.-Becher-Museums.  DDR
Jan.    Der "Sonntag" veröffentlicht eine Rezension von Herbert Paul über Erwin Strittmatters Roman "Ole Bienkopp". Paul kritisiert darin den Roman scharf und sieht die vorgeschriebene Schreibweise des sozialistischen Realismus nicht angemessen repräsentiert. "Es ist einer der Hauptmängel des Buches, daß es in den leitenden Organen ausschließlich verbürokratisierte Partei- und Staatsfunktionäre gibt, von denen einige [...] zu Helfern der Feinde des sozialistischen Aufbaus werden. [...] Ein positiver Held unter den Funktionären, der sich durch einen klaren Blick, entschlossenes Handeln auszeichnet, fehlt in Strittmatters Roman [...]."  DDR
Jan.   Wien  Bei der Premiere von Rolf Hochhuths "Stellvertreter" im Volkstheater erzwingen minutenlange Buh-Rufe und Pfiffe eine Spielunterbrechung und das Erscheinen des Direktors Leon Epp auf der Bühne. Epp erklärt das Stück zu einem "Requiem für sechs Millionen Tote" und bewirkt, daß die Aufführung mit nur gelegentlichen Pfiffen fortgesetzt werden kann.  Österreich
Jan.   Stuttgart, Leipzig  Das gemeinsame Zählsystem der Leipziger und Stuttgarter Reclam-Bände wird aufgegeben. Der Leipziger Verlag Philipp Reclam führt eine Neuordnung der Numerierung durch, bei der lediglich einige Bände die bisherigen Nummern behalten. Als Begründung für die Umstellung wird angeführt, daß durch die gemeinsame Numerierung viele Titel aufgenommen worden seien, "für die es in einer sozialistischen Taschenbuchreihe keinen Platz geben kann, Werke reaktionären Inhalts und literarische Eintagsfliegen".  DDR, BRD
Jan. Apr.  Vorbereitung der II. Bitterfelder Konferenz: Kulturminister Hans Bentzien fordert etwa 100 Schriftsteller, Künstler und Kulturschaffende auf, sich zu den Wirkungen des vor fünf Jahren eingeschlagenen Bitterfelder Weges Gedanken zu machen. Resultat sind zahlreiche engagiert kritische Auseinandersetzungen zur gegenwärtigen "Nationalkultur".  DDR
Jan.    Theologen aus dem Umfeld der CDU (Ost) antworten mit einem Gegentext auf die im März 1963 von der Evangelischen Kirche veröffentlichten "Zehn Artikel über Freiheit und Dienst der Kirche". Der Gegentext trägt den Titel: "Sieben Sätze von der Freiheit der Kirche zum Dienen" und enthält u.a. folgende Passage: "Im Glaubensgehorsam werden wir die politische Ordnung unserer Gesellschaft, den Staat, weder fürchten noch lieben, sondern uns an der Erfüllung seiner von Gott angeordneten Aufgabe beteiligen."  DDR
Jan. Jun. Wien  Fremdenverkehrsrekord in Östereich. Zunahme der Übernachtungszahl um 6,2%, Zunahme der Devisen um ca. 20% gegenüber 1963.  Österreich
Jan.   Bremen  Christa Reinig kehrt von einer Reise in die BRD nicht in die DDR zurück. Die Autorin hatte seit 1951 Publikationsverbot in der DDR. Sie war nach Westdeutschland gereist, um den Bremer Literaturpreis entgegenzunehmen.  DDR, BRD
03. Feb. 07. Feb. Berlin  5. Plenum des Zentralkomitees (ZK) der SED: Horst Sindermann trägt den Bericht des Politbüros "Zu einigen Problemen des geistigen Lebens" vor. Darin wendet er sich auch gegen die von Ernst Fischer und Jean Paul Satre in der jüngsten Zeit erhobenen Forderungen nach Veränderungen innerhalb der Methode des sozialistischen Realismus: "Wir rechnen diese Theorien der Verfälschung des Marxismus nicht zu jenen neu herangereiften Problemen unserer Zeit, über die wir offen sprechen und die das geistige Leben bereichern."  DDR
14. Feb.   Bonn  Der 1963 gegründete Sachverständigenrat für die Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung nimmt seine Arbeit auf. Die fünf auf Vorschlag der Bundesregierung vom Bundespräsidenten berufenen Wirtschaftswissenschaftler ("Fünf Weise") sollen mindestens einmal jährlich eine Beurteilung zum Zustand der Volkswirtschaft der Bundesrepublik Deutschland sowie Vorschläge zu deren Verbesserung erstellen.  BRD
16. Feb.   Bad Godesberg  Auf dem Sonderparteitag der SPD wird Willy Brandt zum Nachfolger des verstorbenen Vorsitzenden Erich Ollenhauer gewählt.  BRD
19. Feb.   Wien  Forumsdiskussion der Österreichischen Gesellschaft für Literatur zum Thema "Österreich als Idee und Realität" mit Hilde Spiel, Johann Christoph Allmayer-Beck, Fritz Habeck, Alfred Mikesch, Otto Schulmeister, Kurt Skalnik und Hans Weigel.  Österreich
21. Feb. 06. Mär. Bonn  Die Universitätsbibliothek und die Französische Botschaft in Bonn zeigen die Ausstellung "Religiöse Literatur aus Frankreich".  Frankreich, BRD
21. Feb.    Der Bundesrat verfügt eine Limitierung der Ausländerzahlen auf betrieblicher Ebene. Der Bundesratsbeschluß vom 01.03.1963, der am 29.02.1964 außer Kraft tritt, wird damit in verschärfter Form weitergeführt. Künftig werden Aufenthaltsbewilligungen für neue ausländische Arbeitnehmer nur noch erteilt, wenn dadurch 97% des Gesamtpersonalstandes des gesuchstellenden Betriebes nach der Fixierung durch den bisherigen Beschluß nicht überschritten werden.  Schweiz
22. Feb.    In einem handschriftlich überlieferten Entwurf für einen Artikel in der "Welt" setzt sich Hubert Fichte mit Gründen für die Faszination, die vom Amerikaner William S. Burroughs ausgeht, auseinander: die "einsame, kalte Schönheit, seine abgründigen Hymnen auf den Dreck, seine kreischende Komik."  BRD
Feb.   Düsseldorf  Walter Jens und Wilhelm Lenz, Fraktionsvorsitzender im nordrhein-westfälischen Landtag, diskutieren beim "Düsseldorfer Forumgespräch" über Wesen und Wirken der "Gruppe 47". Wilhelm Lenz verweist auf die politischen Anfänge der Gruppe. Er wehre sich gegen die Verharmlosung, die mit der "Gruppe 47" betrieben werde und die in der Fernsehsendung am 15.01. einen Höhepunkt erreicht habe. Jens wehrt sich gegen die von Lenz aufgebrachten Bezeichnungen wie "Absud von Nihilismus" im Zusammenhang mit Schriftstellern wie Heinrich Böll, Günter Eich, Ilse Aichinger oder Ingeborg Bachmann, er entwirft das Bild eines die Zukunft schöpferisch träumenden Schriftstellers und warnt - das Beispiel Sokrates zitierend - vor einer Diskreditierung des geistigen Menschen.  BRD
Feb.    Zwei Wochen vor der Broadway-Premiere seines Stücks "Stellvertreter" verklagt Rolf Hochhuth den Filmregisseur Otto Preminger wegen Verleumdung auf einen Schadensersatz von einer Million Dollar. Im Dezember 1963 hatte Preminger in einer Rundfunksendung über den "Stellvertreter" erklärt, Hochhuth sei selbst ein aktiver Nazi gewesen.  USA, BRD
Feb. Mär. Berlin  Die Deutsche Staatsbibliothek zeigt eine Ausstellung unter dem Titel "Kristijonas Donelaitis. Zum 250. Geburtstag des litauischen Dichters".  DDR
02. Mär.   Lübeck, Schwerin  Das Theater der Stadt Schwerin lädt die Bühnen Lübecks ein, den seit 1961 unterbrochenen Theateraustausch zwischen den beiden Städten wiederaufzunehmen. Die Schweriner möchten entweder die Shakespeare-Inszenierung "Was ihr wollt" oder Dürrenmatts "Die Physiker" sehen, im Austausch bietet das Schweriner Theater ein Schauspiel aus seinem Repertoire zur Aufführung in Lübeck an.  DDR, BRD
13. Mär.    Gegen den heftigen Widerstand der Öffentlichkeit nutzt der Bundesrat die in den Wirtschaftsartikeln von 1947 zwecks Belebung der Konjunktur eingeführten Rechte mit einem dringlichen Bundesbeschluß aus, um (angesichts der wachsenden 'öffentlichen Armut' und der schnell steigenden Bodenpreise) Konjunkturdämpfungsmaßnahmen im Kredit- und Bauwesen zu treffen.  Schweiz
13. Mär.    Robert Havemann, Ordinarius für physikalische Chemie an der Humboldt-Universität, der schon früher mit kritischen Aufsätzen wie "Meinungsstreit fördert die Wissenschaften" aufgefallen ist, definiert in seiner Vorlesungsreihe "Naturwissenschaftliche Aspekten philosophischer Probleme" den marxistischen Freiheitsbegriff neu. Er wird daraufhin entpflichtet und aus der SED ausgeschlossen.  DDR
13. Mär. 30. Jun. Marbach am Neckar  Die Deutsche Schillergesellschaft zeigt im Schiller-Nationalmuseum die durch Reinhard Tgahrt und Tilman Krömer besorgte Ausstellung "Oskar Loerke (1884-1964). Zum 80. Geburtstag".  BRD
14. Mär.   Graz  Das wiederaufgebaute Schauspielhaus, eines der letzten Logentheater im deutschen Sprachraum, wird eröffnet. Im Rahmen einer Festwoche kommen u.a. eine Hamlet-Inszenierung Fritz Zechas und das Koreastück "Die dritte Front" von Harald Zusanke zur Aufführung. Die Eröffnungsveranstaltung ist die Uraufführung von Max Mells Drama "Paracelsus".  Österreich
18. Mär.    Gegen den am 31.01.1964 in den bundesdeutschen Kinos angelaufenen Film "Das Schweigen" von Ingmar Bergmann sind bisher in der BRD zehn Strafanzeigen wegen unzüchtiger Darstellung eingegangen. Eine Oberkommission der Katholischen Filmkomission bestätigt aber die Bewertung der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) in Wiesbaden mit der Einstufungsnote 2 EE ("für reife Erwachsene mit erheblichen Einwänden").  BRD
19. Mär.    Der Straßentunnel durch den Großen Sankt Bernhard, der erste Straßentunnel durch die Alpen, wird für den Verkehr freigegeben. Der nach fünf Jahren Bauzeit vollendete Tunnel ist ein Gemeinschaftswerk der Schweiz und Italiens.  Italien, Schweiz
19. Mär. 20. Mär. Berlin  Konferenz der Ideologischen Komission beim Politbüro des Zentralkomitees (ZK) der SED über die Aufgaben der Gesellschaftswissenschaften. Kurt Hager hält eine Rede mit dem Titel "Partei und Wissenschaft".  DDR
19. Mär.    Im Zuge der verstärkten Bildungspolitik beschließen die jeweiligen Landesregierungen die Errichtung weiterer Universitäten in Bochum, Bremen, Konstanz und Regensburg sowie einer Technischen Hochschule in Dortmund.  BRD
23. Mär. 16. Jun. Genf  Erstmalige Tagung der durch Beschluß der UN-Vollversammlung ins Leben gerufenen Welthandelskonferenz (United Nations Conference on Trade and Development, UNC-TAD). An ihr nehmen Vertreter von 120 Ländern teil.  Schweiz
24. Mär. 26. Mär. Berlin  V. Kongreß des Verbandes Bildender Künstler. Künstler und Wissenschaftler sprechen sich gegen die Kulturpolitik der Regierung aus.  DDR
Mär. 03. Mai Hannover  Das Kestner-Museum zeigt in seiner hundertsten Nachkriegsausstellung mehr als hundert Gemälde des Wiener Künstlers Friedensreich Hundertwasser. Die Ausstellung wird anschließend in Bern, Hagen, Wien, Amsterdam und Stockholm gezeigt.  BRD
Mär.   Wien  Herbert von Karajan klagt gegen Lothar Knessel, Kritiker der Zeitung "Neues Österreich" wegen "Übertretung der Sicherheit der Ehre". Knessel hatte dem Dirigenten in einem Leitartikel unter der Überschrift "Karajan schädigt Philharmoniker" Sitten vorgeworfen, "die man an ihm längst überwunden glaubte und die nicht anders als Balkansitten bezeichnet werden können".  Österreich
Mär.    Mit der März-Ausgabe stellt die zuletzt beim Scherz-Verlag verlegte "Deutsche Rundschau" ihr Erscheinen ein. In einem Brief der beiden Herausgeber Hans Joachim Netzer und Burghard Freudenfeld heißt es: "Schwierigkeiten und Hindernisse, wie sie ja seit einigen Jahren nicht nur dieser Zeitschrift widerfahren sind, haben den Verlag bewogen, dieses mit durchaus begründeten Erwartungen in veränderter Form übernommene Unternehmen zu beenden."  BRD
Mär.   Darmstadt  Die Hessische Landes- und Hochschulbibliothek und die Stadt Darmstadt zeigen die durch Hans Joachim Weitz besorgte Ausstellung "Hugo von Hofmannsthal 1864-1964. Handschriften, Erstausgaben, Pressendrucke aus der Sammlung Gerhard F. Hering".  BRD
Mär.   Wien  Österreich hat 500.000 Fernsehteilnehmer.  Österreich
02. Apr.   Wien  Nachdem Bundeskanzler Alfons Gorbach am 25.02.1964 zurückgetreten ist, kommt es nach Verhandlungen unter der Leitung des Bundesparteiobmanns der ÖVP, Josef Klaus, zur Bildung einer neuen Koalitionsregierung von ÖVP und SPÖ. Unterrichtsminister wird Theodor Piffl-Percevic.  Österreich
15. Apr.   Berlin  Das Zentralkomitee (ZK) der SED gibt eine Stellungnahme gegen die "Spaltungspolitik der chinesischen Führer" ab. Dies bezieht sich auf die chinesische Form des Kommunismus, der dem sowjetischen Vorbild widerspricht.  DDR
19. Apr.    Gegründung des Instituts für deutsche Sprache.  BRD
23. Apr. 30. Apr. Bochum  Anläßlich des 400. Geburtstags von William Shakespeare veranstaltet die Shakespeare-Gesellschaft eine Festtagung. Sie wird mit einem Festakt im Bochumer Schauspielhaus eröffnet. Den Festvortrag hält der Münchner Anglist Wolfgang Clemen zum Thema "Das Drama Shakespeares". Am Nachmittag wird die Ausstellung "Shakespeare und das deutsche Theater" eröffnet. Mehrere Werke des englischen Dramatikers kommen zur Aufführung.  BRD
23. Apr. 30. Mai Berlin  Die Deutsche Staatsbibliothek zeigt eine Ausstellung unter dem Titel "William Shakespeare. Zum 400. Geburtstag".  DDR
24. Apr. 25. Apr. Bitterfeld  II. Bitterfelder Konferenz im Kulturpalast des Elektrochemischen Kombinats Bitterfeld. Sie wird von der Ideologischen Kommission beim Politibüro des ZK der SED veranstaltet, über 1.000 Teilnehmer werden verzeichnet. Walter Ulbricht redet in seinem Hauptreferat "Über die Entwicklung einer volksverbundenen sozialistischen Nationalkultur". Er betont programmatisch die Wichtigkeit der literarischen Darstellung nicht primär von Konflikten, sondern von deren Lösbarkeit im Sozialismus. Allerdings muß eingeräumt werden, daß die Erwartungen der Bitterfelder Konferenz nicht erfüllt worden sind. Forderungen von Schriftstellern nach größerer künstlerischer Freiheit, nach Informationsfreiheit sowie der Freiheit, sich mit westlicher bzw. bürgerlicher Literatur zu befassen, werden nicht erfüllt. Allerdings überrascht Ulbricht die Teilnehmer der Konferenz mit demVorschlag, einige westdeutsche Zeitungen ("Die Zeit", SZ) in der DDR "zum Verkauf auszulegen, wenn die Garantie dafür gegeben wäre, daß in Westdeutschland das "Neue Deutschland" in gleichem Maße öffentlich verkauft wird". Der Zeitungsaustausch scheitert an Vorbehalten der Bundesregierung, die das Angebot am 02.06. mit der Begründung ablehnt, daß sich ein Verkauf der DDR-Zeitung "Neues Deutschland" nicht mit dem KPD-Verbot und den Gesetzen gegen die Verbreitung staatsgefährdender Schriften vertrage. Dieser Beschluß löst in den bundesdeutschen Medien und seitens der Opposition heftige Kritik aus.  DDR, BRD
24. Apr.    Der Bundesrat beschließt die Einführung des Werbefernsehens. Er erläßt Weisungen über die Fernsehreklame.  Schweiz
25. Apr. 30. Sep. Frankfurt am Main  Das Freie Deutsche Hochstift zeigt im Goethe-Haus die Ausstellung "Handschriften deutscher Dichter von Gottsched bis Heinrich Böll. Aus einem Privatarchiv".  BRD
30. Apr. 25. Okt. Lausanne  Auf der Schweizer Landesausstellung finden vor allem neue Verkehrsmittel das Interesse der Öffentlichkeit. In ihrem Rahmen wird auch die Ausstellung "Die europäische Kunst in den schweizerischen Sammlungen" mit mehr als 300 Werken aus öffentlichem und privatem Besitz gezeigt. Rund sechs Mio. Menschen besuchen die Landesausstellung (Expo), die seit zwei Jahren von Architekten, Handwerkern und Künstlern vorbereitet worden ist.  Schweiz
Apr. 20. Mai Zürich  Das Kunsthaus zeigt Werke der Schweizer Maler Camille Graeser und Johannes Itten.  Schweiz
Apr.    Festtage der Pantomime. Eberhard Kube, Leiter der Berliner Pantomimengruppe, fordert ein größeres Interesse und auch mehr Unterstützung für Amateurpantomimen durch die Theater.  DDR
01. Mai 31. Okt. Marbach am Neckar  Das Deutsche Literaturarchiv zeigt im Schiller-Nationalmuseum die durch Bernhard Zeller besorgte Ausstellung "Gestalten und Begegnungen. Deutsche Literatur seit dem Ausgang des 19. Jahrhunderts. Ein Querschnitt durch die Sammlungen des Deutschen Literaturarchivs im Schiller-Nationalmuseum".  BRD
02. Mai    Veröffentlichung der neuen "Grundsätze für die Gestaltung des einheitlichen sozialistischen Bildungssystems". Sie dienen als Richtlinien für die geplante Schulreform.  DDR
04. Mai    Im Rahmen des Allgemeinen Zoll- und Handelsabkommens GATT tagt erstmals die Kennedy-Runde, benannt nach dem US-Präsidenten John F. Kennedy, der dem GATT und der EWG den Plan zu einer allgemeinen Zollunion vorgelegt hat.  Schweiz
04. Mai    Gesetz über die Teilnahme der Jugend der Deutschen Demokratischen Republik am Kampf um den umfasssenden Aufbau des Sozialismus und die allseitige Förderung ihrer Initiative bei der Leitung der Volkswirtschaft und des Staates, in Beruf und Schule, bei Kultur und Sport. Hinsichtlich der Kinder- und Jugendliteratur schreibt das Gesetz folgende Maßnahmen vor: 1. Entwickeln geeigneter Lesestoffe bzw. Übersetzung ausländischer Literatur; 2. Gezielte Nachauflagen und Verbreitung der besten Kinder- und Jugendliteratur; 3. Wissenschaftliche Untersuchungen zur Theorie und Praxis der Kinder- und Jugendliteratur; 4. Einrichtung einer zentralen Dokumentation beim Ministerium für Kultur.  DDR
06. Mai 30. Jun. Berlin  Die Ernst-Barlach-Gesellschaft zeigt im Haus am Lützowplatz die Ausstellung "Ernst Barlach in Berlin".  BRD
10. Mai   Berlin  Auf der Jahresversammlung des Deutschen PEN-Zentrums in der Akademie der Künste wird Dolf Sternberger zum Präsidenten des deutschen PEN-Clubs gewählt. Er wird damit Nachfolger Bruno Erich Werners.  BRD
11. Mai   Wien  Rücktritt Herbert von Karajans vom Amt des künstlerischen Leiters der Wiener Staatsoper. In letzter Zeit war es mehrfach zu Spannungen zwischen ihm und seinem Mitdirektor Egon Hilbert gekommen, in deren Verlauf Karajan seinen Rücktritt angedroht hatte. Für seinen Rücktritt zum jetzigen Zeitpunkt verweist Karajan ausschließlich auf seine angeschlagene Gesundheit.  Österreich
14. Mai   Oberhausen  Die XVIII. Ruhrfestspiele werden mit einer Aufführung von Schillers "Verschwörung des Fiesco zu Genua" eröffnet. Dieser Aufführung durch das Ensemble der Ruhrfestspiele folgen Gastspiele des Zürcher Schauspielhauses mit Max Frischs "Don Juan oder Die Liebe zur Geometrie" (Regie: Hirschfeld), des Hamburger Deutschen Schauspielhauses mit dem "Eingebildeten Kranken" (Regie: Fritz Kortner) und des Berliner Schillertheaters mit "Der Widerspenstigen Zähmung" (Regie: Gustav Rudolf Sellner).  Schweiz, BRD
16. Mai 18. Mai Berlin  3. Deutschlandtreffen der Jugend: Mehr als eine halbe Million Jugendlicher nehmen daran teil, darunter auch 25.000 aus der Bundesrepublik und West-Berlin. Es gibt eine Vielzahl von Kulturveranstaltungen, Lesungen von Schriftstellern wie Brigitte Reimann, Christa Wolf, Hermann Kant und Dieter Noll. Der Berliner Rundfunk sendet ein eigenes Jugendprogramm "DT 64", das nach dem Jugendtreffen einen festen Sendeplatz bekommt.  DDR
21. Mai    Die Zeitschrift "Atlantis" wird vom nächsten Heft an mit der bei Conzett & Huber erscheinenden Zeitschrift "Du" vereinigt. Die von Martin Hürlimann gegründete Zeitschrift "Atlantis" erschien 1929 zum erstenmal und wurde zuletzt in einer Auflage von 20.000 produziert.  Schweiz
29. Mai   Wien  Die Österreichische Gesellschaft für Literatur stiftet eine Gedenktafel für Max Brod, Franz Kafka und Peter Altenberg in der Dorotheergasse 3.  Österreich
Mai   Wien  Proteste und Buhrufe bei einer "Tannhäuser"-Premiere in Wien. Das Publikum zeigt sich verärgert, daß nicht - wie ursprünglich angekündigt - Herbert von Karajan die Aufführung leitet. Dieser dirigiert am selben Tag ein seit Monaten angekündigtes Wienkonzert der Berliner Philharmoniker.  Österreich
06. Jun. 26. Jul. Nürnberg  Die Stadtbibliothek zeigt im Rathaus die durch Heinz Zirnbauer besorgte Ausstellung "Hans Leo Hassler (1564-1612). Zum 400. Geburtstag". Die Ausstellung wird danach in der Stadtbibliothek gezeigt (23.10. bis Dezember).  BRD
06. Jun. 19. Jul. Zürich  Im Rahmen der Zürcher Juni-Festwochen wird die bedeutendste Privatsammlung mittelalterlichen und antiken Kunstgewerbes in der Schweiz, die Sammlung Kofler-Truninger (Luzern), gezeigt.  Schweiz
07. Jun.    Der österreichische Bundeskanzler Josef Klaus trifft in Begleitung seines Außenministers Bruno Kreisky zu einem Besuch in der Schweiz ein. Ein gemeinsames Communiqué unterstreicht die Intensivierung der Beziehungen beider Länder.  Schweiz, Österreich
12. Jun.    Die DDR und die Sowjetunion unterzeichnen einen auf 20 Jahre befristeten "Vertrag über Freundschaft, gegenseitigen Beistand und Zusammenarbeit", in dem von der Existenz zweier deutscher Staaten und West-Berlin als selbständiger politischer Einheit gesprochen wird. Die Westmächte und die Bundesrepublik lehnen diese "Dreistaatentheorie" ab.  DDR, Sowjetunion
14. Jun.   Salzburg  Die FPÖ beruft sich im "Salzburger Bekenntnis" auf die Tradition des Liberalismus: "Vor mehr als 100 Jahren standen national-freiheitliche Demokraten auf den Barrikaden, um für die Idee der Freiheit und der nationalen Einheit ihres Volkes zu kämpfen. Die konservativen Mächte waren zunächst stärker. Der Gedanke der Freiheit hingegen, wie ihn die Freiheitlichen auf ihre Fahne geschrieben haben, wirkt weiter. Er hat die größten historischen Leistungen der Neuzeit vollbracht."  Österreich
15. Jun.   Berlin  Kulturminister Hans Bentzien erläßt eine "Anordnung über die Ausübung von Tanz- und Unterhaltungsmusik". Sie schreibt u.a. vor, daß "mindestens 60 Prozent aller aufgeführten Werke entweder, soweit sie urheberrechtlich geschützt sind, von Komponisten geschaffen werden müssen, die ihren Wohnsitz in der Deutschen Demokratischen Republik oder in anderen sozialistischen Ländern haben, oder urheberrechtsschutzfrei sind".  DDR
17. Jun.   Berlin  Der Münchner Bühnenschriftsteller Herbert Asmodi verläßt aus Protest kurz vor der Uraufführung seines Stücks "Mohrenwäsche" die Stadt. Er wendet sich gegen die "eigenmächtig hergestellte Version" seines Stückes, das von der Berliner Volksbühne aufgeführt wird. Die Inszenierung stelle eine "rechtswidrige Verfälschung" seines Stückes dar. Die Volksbühne erklärt dazu, außer den üblichen Strichen seien keine Veränderungen an dem Stück vorgenommen worden.  BRD
18. Jun.    Gründung des "buchclubs 65". Fünf große Verlage schließen sich zu einer Buchgemeinschaft zusammen, die für Jugendliche kostengünstig DDR- und auch Weltliteratur anbietet. Die Mitglieder des Buchclubs können jeden Monat einen Band zum Preis von 3,80 Mark bis 4,80 Mark auswählen.  DDR
19. Jun. 21. Jun. Gera  6. Arbeiterfestspiele im Bezirk Gera.  DDR
23. Jun. 26. Jun.  Staatsbesuch des österreichischen Bundespräsidenten Adolf Schärf in der BRD.  Österreich, BRD
25. Jun. 26. Jun. Berlin  Die SED veranstaltet einen Kongreß über die Rolle der Frauen beim Aufbau des Sozialismus.  DDR
26. Jun.    Als drittes Land der Welt nach der BRD und den USA führt die Schweiz Postleitzahlen ein. Dadurch soll die Postbeförderung schneller vonstatten gehen. Die Schweiz ist in neun Leitkreise eingeteilt, die von West nach Ost numeriert sind.  Schweiz
27. Jun. 28. Sep. Wittichenau  1. Festival sorbischer Volkskunst.  DDR
27. Jun. 05. Okt.  Unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Heinrich Lübke findet die "documenta III" statt, die 1.200 Werke moderner Kunst - Malerei, Skulptur und Handzeichnungen - von 250 Künstlern aus Europa und Übersee vorstellt. Eine Auswahl junger Maler und Bildhauer gibt unter dem Stichwort "Aspekte 1964" Hinweise auf die künstlerische Situation der jüngeren Gegenwart. Insgesamt besuchen 200.000 Personen die "documenta", dies sind 63.000 Besucher mehr als bei der "documenta II" im Jahre 1959.  BRD
Jun.    Vereinbarung eines Gastspielaustausches zwischen dem Deutschen Theater in Ostberlin und dem Deutschen Theater Göttingen. Die Göttinger werden im Oktober mit Shakespeares "Was ihr wollt" in der Inszenierung Heinz Hilperts gastieren; die Berliner zeigen im November Benno Bessons Inszenierung von Molières "Tartuffe".  DDR, BRD
Jun. 30. Aug. Wien  In der Wiener Secession wird die Ausstellung "Wien um 1900" gezeigt.  Österreich
Jun. Jul. Zürich  Die Theater-Darbietungen der diesjährigen Juni-Festwochen stehen unter dem Motto "Shakespeare in vier Sprachen". So bringt das "Bristol Old Vic" "Love Labour's Lost" und "King Henry the Fifth". Vom Odéon - Théâtre de France wird der "Kaufmann von Venedig" aufgeführt, die italienische Truppe unter Regie von Franco Zeffirelli spielt den "Hamlet", während das Zürcher Schauspielhaus eine Inszenierung Rolf Hennigers von Shakespeares "Sturm" beisteuert.  Schweiz
Jun.    Proteste der Kirchen gegen den schwedischen Film "491" von Vilgot Sjöman, der als pervers und schmuddelig bezeichnet wird. Sjöman berichtet in seinem zweiten Film über das Scheitern eines pädagogischen Experiments, mit dem die schwedischen Behörden der fortschreitenden Jugendkriminalität begegnen wollen. Der Arbeitsausschuß der Freiwilligen Selbstkontrolle (FSK) erläßt Schnittauflagen. In der Öffentlichkeit werden diese Auflagen ebenso kritisiert wie die eigenmächtige Verlängerung des Films mit Schnittresten durch die Filmverleihe.  BRD
Jun.   Burghausen  14. Arbeitstagung der Herstellungsleiter der deutschsprachigen Verlage. Neben fachlichen Fragen wie dem Stand der Urheberrechtsreform, der Technik des Farbdrucks etc. werden in verschiedenen Hauptreferaten auch übergeordnete Themen behandelt. Walter Rüegg hält einen Vortrag zu "Die Fragwürdigkeit des Buches als Kommunikationsmittel" und stellt die Frage, ob das Buch auf die Dauer von den anderen technischeren Kommunikationsmitteln abgelöst werden wird.  BRD
01. Jul.   Wien  Beginn von Stereoversuchssendungen über den Sender Kahlenberg 3.  Österreich
01. Jul.   Berlin  Heinrich Lübke wird für weitere fünf Jahre zum Bundespräsidenten gewählt.  BRD
16. Jul.   Mailand  Im Mailänder Südtirolprozeß ergehen die ersten Urteile: Die Mehrzahl der wegen Terroranschlägen Angeklagten, die seit 1961 in Haft sitzen, wird zu mehrjährigen Gefängnisstrafen verurteilt. 27 werden freigesprochen.  Italien, Österreich
Jul. Aug. Berlin  Die Deutsche Staatsbibliothek zeigt eine Ausstellung unter dem Titel "Kubanische Literatur".  DDR, Kuba
Jul. Jan. 1965 Bonn  Die Universitätsbibliothek zeigt die von Günther Soffke besorgte Ausstellung "Deutsches Schrifttum im Exil 1933-1950".  BRD
01. Aug.    Neue Währungsbezeichnung, aus der Deutschen Mark (DM-Ost) wird die Mark der Deutschen Notenbank (MDN).  DDR
15. Aug.   Luzern  Eröffnung der Internationalen Musikfestwochen durch ein Sinfoniekonzert unter Leitung von Antal Dorati, bei dem Van Cliburn das 2. Klavierkonzert von Brahms spielt. Die Wiener Philharmoniker unter Herbert von Karajan gastieren mit "Don Quichotte" und "Zarathustra" von Strauss. Das Luzerner Stadttheater spielt Pirandellos "Heinrich IV" mit Victor de Kowa und Hanne Wieder in den Hauptrollen.  Schweiz
21. Aug.   Berlin  Die Volkskammer verabschiedet ein Gesetz über die Nichtverjährung von Nazi- und Kriegsverbrechen.  DDR
21. Aug.    Der schweizerische Protokollchef Etienne Serra reicht sein Demissionsgesuch ein. Im März war er anläßlich eines Dinners in einer arabischen Botschaft durch antisemitische Bemerkungen aufgefallen, die erst drei Monate später in die Öffentlichkeit gelangten und auch bei ausländischen Presseorganen großes Aufsehen erregten.  Schweiz
25. Aug.   Leipzig  Festveranstaltung anläßlich des 125jährigen Jubiläums der Herausgabe des ersten Conversations-Lexikons von Joseph Meyer.  DDR
28. Aug. 31. Okt. Wiesbaden  Die Hessische Landesbibliothek zeigt im Museum Wiesbaden die Ausstellung "Johann Wolfgang von Goethe".  BRD
Aug.    Die Auslieferung des Buches "Verspätete Reportagen" des tschechoslowakischen Schriftstellers Ladislav Mnacko wird vom Kölner Jakob-Hegner-Verlag gestoppt, nachdem der Autor gegen die Veröffentlichung protestiert hat. Das Buch berichtet über die Auswirkungen des Personenkults in der Tschechoslowakei zur Stalinzeit.  BRD
Aug.    Die Zahl der Kinos in der Bundesrepublik ist in den letzten vier Jahren um 1.100 zurückgegangen. Der Schließung von 1.303 Kinos steht die Neueröffnung von 182 Filmtheatern gegenüber.  BRD
Aug.    Neunzehn Verleger aus zwölf Ländern, darunter der Ravensburger Verlag Otto Maier, schließen sich zu einer Verlagsgemeinschaft zusammen. Ihr Ziel ist es, Sachbücher in guter Ausstattung zu einem Preis herauszubringen, der außerhalb der Möglichkeit eines einzelnen Verlages liegt. Die Reihe, die unter dem Titel "Die farbige Sachbuchbibliothek aus Forschung und Wissenschaft" erscheinen wird, beginnt zunächst mit drei Bänden, einer Geschichte der Erforschung der Erde, einem Band zur Astrophysik und einer Geschichte der Archäologie. Die Herstellungskosten werden dadurch gering gehalten, daß das Papier in Finnland gekauft wird, während der Satz in Holland und der Druck in Italien erfolgt.  BRD
Aug.   Weimar  Die Nationalen Forschungs- und Gedenkstätten der klassischen deutschen Literatur zeigen im Goethe-Schiller-Archiv eine Ausstellung unter dem Titel "Arbeiterbewegung und Klassik". Die Wanderausstellung ist im Laufe des Jahres auch in Jena, Berlin, Karl-Marx-Stadt, Magdeburg und Frankfurt/Oder zu sehen.  DDR
Aug.   Meiningen  Das Meininger Theater bereitet die DDR-Erstaufführung von Martin Walsers "Eiche und Angora" vor. Es handelt sich um die erste Aufführung eines westdeutschen Autors in der DDR.  DDR, BRD
Aug.    Die Bundesanstalt für Arbeit verzeichnet einen historischen Tiefstand bei der Arbeitslosigkeit. Bundesweit sind 102.800 Menschen ohne Beschäftigung, dagegen gibt es 680.000 offene Stellen.  BRD
01. Sep. 15. Okt. Dortmund  Die Stadt- und Landesbibliothek zeigt die durch Hedwig Gunnemann besorgte Ausstellung "Hermann Löns. Zum 50. Todestag".  BRD
02. Sep.   Nürnberg  Eröffnung des Neubaus der Bibliothek des Germanischen Nationalmuseums. Aus diesem Anlaß wird im Theodor-Heuss-Bau eine Sonderausstellung "Fünf Jahrhunderte deutsche Kulturgeschichte" eröffnet. Sie zeigt wertvolle Bücher der 1961 erworbenen Bibliothek Neufforge.  BRD
03. Sep.    Premiere des DEFA-Films "Der geteilte Himmel" (Drehbuch Christa und Gerhard Wolf, Konrad Wolf, Willi Brückner, Kurt Barthel; Regie: Konrad Wolf) nach dem gleichnamigen Roman von Christa Wolf. Günter Karl lobt im "Neuen Deutschland" den Film, der auf bewußt neue Art "die durch Eisenstein früh theoretisch erschlossenen Traditionen sozialistisch-realistische Filme zu machen" fortführe. Er warnt allerdings - mit Blick auf den Experimentalcharakter des Films - auch "vor formaler Übertragung von strukturellen Elementen dieses Films auf andere, politisch-ideologisch weniger geeignete oder weniger reife Vorhaben".  DDR
07. Sep.    Der Nationale Verteidigungrat erläßt eine Anordnung über die Aufstellung von Bausoldaten in den Reihen der Nationalen Volksarmee (NVA). Da die Verweigerung der Wehrpflicht weiterhin unter Strafe steht, wird jungen Männern hier die Möglichkeit gegeben, nicht mit der Waffe, sondern mit dem Spaten zu dienen.  DDR
09. Sep. 12. Sep. Sigtuna  Tagung der Gruppe 47 auf Einladung der Schwedisch-Deutschen Gesellschaft. Zu dem Treffen sind auch zehn schwedische Kritiker und Schriftsteller eingeladen. Großen Erfolg hat Jürgen Becker mit der Lesung aus seinem Prosastück "Am Ende unbestimmter Tage". Günter Grass liest zwei Akte aus seinem noch unfertigen Brecht-Stück, das vor dem Hintergrund des 17. Juli spielt. Von den Schriftstellern der DDR erhält einzig Johannes Bobrowski eine Ausreisegenehmigung, während Peter Huchel, Günter Kunert und Manfred Bieler an der Tagung nicht teilnehmen können.  DDR, Schweden, BRD
09. Sep.   Berlin  Das "Haus des Lehrers" wird eröffnet.  DDR
14. Sep.   Bonn  Die Bundesregierung beschließt die Gründung einer "Stiftung Warentest" mit Sitz in Berlin. Die Institution zum Schutz der Verbraucher wird durch den Bundeshaushalt finanziert und nimmt ihre Tätigkeit am 16.12. auf.  BRD
14. Sep. 19. Sep. Rom  Auf der Tagung des Internationalen Bibliotheksverbandes wird der Deutsche Bibliotheksverband aufgenommen.  Italien, DDR
15. Sep.   Wien  "Die Presse" veröffentlicht ein Interview mit Franz Olah (SPÖ), in dem er behauptet, es werde eine Diffamierungskampagne innerhalb der SPÖ gegen ihn geführt. Am 16.09. beschließt die SPÖ daraufhin die Einsetzung eines Parteischiedsgerichts: Olah habe "gegen verschiedene Mitglieder der führenden Gremien der Sozialistischen Partei Kampagnen in nichtsozialistischen Blättern geführt". Am 17.09. wird Olah durch das Gericht verwarnt, die SPÖ-Vertretung beschließt, ihn als Innenminister abzuberufen. Daraufhin gibt es am 18.09. Sympathiekundgebungen und gewalttätige Ausschreitungen der Anhänger Franz Olahs vor der Wiener Parteizentrale der SPÖ, die durch ihn selbst beruhigt werden können.  Österreich
16. Sep. 22. Sep. Frankfurt am Main  Eröffnung der Frankfurter Buchmesse. Oscar Fritz Schuh hebt in seiner Festrede über "literarische und theatralische Mission" die Bedeutung der Gegenwartsliteratur und des Gegenwartstheaters hervor. Nur an der zeitgenössischen Literatur ließen sich die Werte der Vergangenheit messen. In diesem Jahr stellen auf der Buchmesse Verlage aus 39 Ländern aus. 26.000 Neuauflagen/Neuerscheinungen sind zu verzeichnen. Aus der DDR beteiligen sich 35 Verlage an der Ausstellung, die an 28 Ständen vor allem wissenschaftlich-technische Bücher, aber auch "bedeutsame Neuerscheinungen junger sozialistischer Schriftsteller" präsentieren. 110.000 Menschen besuchen die Messe.  DDR, BRD
18. Sep.    In der Sendung "Das Podium" im Ersten Programm diskutieren - unter der Leitung von Rudolf Walter Leonhardt - Rudolf Krämer-Badoni, Martin Walser und Heinrich Maria Ledig-Rowohlt über das Thema "Können Bestseller gemacht werden?". Diskutiert wird u.a. über den aktuellen Einfluß der Gruppe 47 auf den Buchmarkt.  BRD
22. Sep.   Wien  Gegen Franz Olah wird ein ÖGB-Verfahren wegen "statutenwidriger, eigenmächtiger finanzieller Handlungen" eingeleitet. Olah verweist auf bereits zurückliegende abgeschlossene Verfahren und verlangt ein Ehrengericht.  Österreich
24. Sep.   Berlin  Nach dem Tod Otto Grotewohls (21.09.) wird Willi Stoph Vorsitzender des Ministerrats.  DDR
24. Sep.   Berlin  2. Passierscheinabkommen: Es sieht erweiterte Besuchszeiten für Westberliner in Ost-Berlin vor. 2,2 Mio. Westberliner nutzen die Möglichkeit zu einem Besuch in Ost-Berlin.  DDR, BRD
24. Sep. 29. Sep. Frankfurt am Main  Zur Eröffnung der XII. Dramaturgentagung spricht Max Frisch zum Thema "Autor und das Theater" und stellt die Frage, ob die Leistungen des Theaters (als moralische Anstalt, als politische Anstalt, als Tribunal etc.) generell überschätzt werden. Der Rede Frischs folgen in den nächsten Tagen Gespräche zu den Themen "Regie, Bühnenbild, Dramaturgie", "Dramaturg und Publikum", "Werbung" etc. Kritisiert wird vor allem die Hierarchie an deutschen Bühnen, durch die viel Authentizität verlorengehe.  BRD
25. Sep.   Bern  Der Schweizerische Gewerkschaftsbund, die Verbände der Angestellten und der Verband Schweizerischer Konsumvereine gründen die Stiftung für Konsumentenschutz. Ihre Ziele sind der Schutz des Konsumenten, die Hebung des Preisbewußtseins und die Information über Waren und Dienstleistungen.  Schweiz
25. Sep. 17. Okt. Heidelberg  Das Amerikahaus zeigt die Ausstellung "Vom Götz zum Faust".  USA, BRD
Sep.   Berlin  Die Deutsche Staatsbibliothek zeigt eine Ausstellung unter dem Titel "James F. Cooper. Zum 175. Geburtstag".  DDR
Sep.   Leipzig  Der Vorsitzende des Börsenvereins, Klaus Gysi, macht die Bundesrepublik dafür verantwortlich, daß der Austausch von Büchern über die Grenze stagniert, und fordert Verhandlungen zwischen den beiden Börsenvereinen.  DDR, BRD
Sep.    Walter Jens wird für seine Verdienste um die deutsch-schwedische Verständigung mit dem neugeschaffenen Literaturpreis der Deutsch-Schwedischen Gesellschaft ausgezeichnet.  Schweden, BRD
Sep.   Berlin  Die neugegründete "Bühne 64" - ein Ensemble, das vorwiegend aus österreichischen und Schweizer Schauspielern besteht -, stellt sich in der Volksbühne mit Giraudoux' "Sodom und Gomorrha" (Inszenierung: Wolfgang Liebeneiner) zum erstenmal der Öffentlichkeit vor. In den Hauptrollen spielen Hilde Krahl, Walther Reyer, Eva Christian und Hermann Schaufuß.  Schweiz, Österreich, BRD
Sep.   Frankfurt am Main  Im Rahmen der Frankfurter Buchmesse findet unter der Leitung von Adolf Frisé (Hessischer Rundfunk) eine Diskussionsrunde zum Thema "Funktionen der Literaturkritik in der modernen Gesellschaft" statt, an der Francois Bondy aus Paris, Melvin J. Lasky aus London, Benno von Wiese aus Köln und Peter Dumitriu aus Frankfurt am Main teilnehmen. Benno von Wiese weist darauf hin, daß keine Zeitschrift heute eine literarische Meinung durchsetzen könne, der Streit um Literature pure oder Literature engagée müsse als weit von gesellschaftlicher Wirklichkeit entfernt erkannt werden. Melvin Lasky spricht sich gegen literaturästhetische Führernaturen im Osten und Westen aus; diese wollten nicht die Literatur ändern, sondern die Welt.  BRD
02. Okt.   Leipzig  Die siebte Bezirksausstellung des Verbandes der bildenden Künstler wird viel beachtet. Ein subjektiverer Umgang mit der kunstgeschichtlichen Tradition und eine Modifizierung des sozialistischen Realismus setzt in der Folge auf diesem Gebiet ein.  DDR
03. Okt. 04. Okt. Berlin  57 Menschen flüchten durch einen 147m langen, selbstgegrabenen Tunnel von Ost- nach Westberlin.  DDR
05. Okt. 12. Okt.  Das erste in der 2. österreichischen Republik durchgeführte Volksbegehren ist das Rundfunkvolksbegehren, eine von unabhängigen Tageszeitungen initiierte Unterschriftenaktion, bei der 832.353 Österreicher (viermal soviel wie erforderlich) für den von der unabhängigen Presse vorgelegten Gesetzentwurf zur parteiunabhängigen Gestaltung des Rundfunks stimmen. Das Rundfunkgesetz wird 1966 erlassen, auf seiner Basis wird 1967 der ORF gegründet.  Österreich
06. Okt.    Anläßlich des 15. Jahrestages der DDR beschließt der Staatsrat die Amnestie von 10.000 Strafgefangenen. Auch politische Häftlinge, wie etwa Erich Loest, profitieren davon. Auf seiner Festrede "Auf dem Wege zur gebildeten Nation" betont Walter Ulbricht, daß für viele Menschen "die Werte der Kultur und der Kunst, das dem Volk dienende Schaffen unserer Künstler, bereits zu einem unentbehrlichen Bestandteil des Lebensstandards, ihres und ihrer Familien Leben im Sozialismus geworden sind."  DDR
07. Okt.    Bundespräsident Ludwig von Moos setzt die Bundesversammlung davon in Kenntnis, daß der Generalstabschef Oberstkorpskommandant Jakob Annasohn wegen der Mirage-Affäre um seinen Rücktritt gebeten habe. Kommissionen stellten Planungsfehler für den Bau der Düsenjäger des Typs "Mirage" fest: Die Beschaffung von 100 Kampfflugzeugen Mirage III S überschreitet den vom Parlament gesteckten Kreditrahmen massiv: Für die Anpassung der ursprünglichen Version der Mirage III an die speziellen Schweizer Verhältnisse werden Zusatzkredite in Höhe von 576 Mio. Franken benötigt. Die Zahl der zu kaufenden Maschinen wird daraufhin auf 57 herabgesetzt.  Schweiz
08. Okt.   Frankfurt am Main  Unter der Gesprächsleitung von Friedhelm Baukloh diskutieren der westdeutsche Schriftsteller Max von der Grün und Erwin Strittmatter (DDR) über Arbeiterliteratur. Das Gespräch dreht sich u.a. um die Frage, was die Bezeichnung "Arbeiterdichter" inhaltlich bedeutet. Die Funktion der Literatur wird von beiden Schriftstellern unterschiedlich bewertet: Sie solle, so Max von der Grün, als kritisches Regulativ dienen, während Strittmatter ihre Aufgabe vielmehr darin sieht, als ein in die Gesellschaft integrierter Bestandteil dieser zu helfen.  BRD
09. Okt.   Klagenfurt  Wiedereröffnung des renovierten Klagenfurter Stadttheaters mit Mozarts Zauberflöte.  Österreich
10. Okt. 30. Dez. Nürnberg  Die Stadtbibliothek zeigt die durch Karlheinz Goldmann besorgte Ausstellung "Fränkische Literatur im 20. Jahrhundert".  BRD
11. Okt.   Berlin, München  Heinar Kipphardts Stück "In der Sache J. Robert Oppenheimer" wird gleichzeitig von den Münchner Kammerspielen und der Freien Volksbühne Berlin uraufgeführt. Kipphardt wirbt um Verständnis für den Physiker, der die Atombombe entwickelt hat, und ersetzt die Frage nach Verantwortung und Schuld durch die Gegenfrage: Verhält sich ein Physiker unkorrekt und verantwortungslos, wenn er sich dagegen sträubt, neue, noch schrecklichere Vernichtungswaffen zu konstruieren? Ein Prozeß, im Interesse des Staates geführt, verurteilt den Angeklagten.  BRD
28. Okt.   Wien  Forumsdiskussion der Österreichischen Gesellschaft für Literatur zum Thema "Gibt es Maßstäbe in der Literaturkritik?" mit Marcel Reich-Ranicki, Hellmut Jaesrich, Friedrich Torberg und Wolfgang Kraus.  Österreich
Okt.   Wien  Vortrag von Max Brod über den Prager Kreis für die Österreichische Gesellschaft für Literatur - die Erstürmung des Wiener Redoutensaals durch abgewiesene Hörer kann nur polizeilich verhindert werden.  Österreich
Okt.   Stockholm  Die Schwedische Akademie der Wissenschaften erkennt den Nobelpreis für Literatur Jean-Paul Sartre zu. Sie begründet ihre Entscheidung damit, daß "Sartres freiheitlicher Geist und seine Suche nach Wahrheit einen weitreichenden Einfluß auf unser Zeitalter ausgeübt" habe. Sartres neuestes Werk, "Les mots", ist in diesem Jahr erschienen. Sartre weist die Auszeichnung zurück und begründet dies damit, er wolle sich volle Freiheit im kulturellen Konflikt zwischen Ost und West bewahren. Er habe stets offizielle Auszeichnungen abgelehnt - etwa die Aufnahme in die Ehrenlegion - und würde gegebenenfalls auch den Lenin-Preis ausschlagen: "Diese Haltung hat ihre Grundlage in meiner Auffassung von der Arbeit eines Schriftstellers. Ein Schriftsteller, der politisch, sozial oder literarisch Stellung bezieht, sollte nur mit den Mitteln handeln, die die seinen sind - mit dem geschriebenen Wort. Alle Auszeichnungen, die er erhält, können seinen Leser einem Druck aussetzen, den ich für unerwünscht halte. Es ist nicht dasselbe, ob ich "Jean-Paul Sartre" oder "Jean-Paul Sartre, Nobelpreisträger" unterzeichne."  Schweden, Schweiz, Österreich, BRD
Okt.   New York  Aufführung des von Pater Molloy als Gegen-Stück zu Rolf Hochhuths "Stellvertreter" konzipierten Dramas "The Comforter" (Der Tröster/Der Heilige Geist), das für sich die realistische Darstellung der historischen Vorgänge in Anspruch nimmt: Papst Pius XII. wird als Mensch charakterisiert, der um die Verhinderung des Kriegs bemüht war, Flüchtlingen Schutz gewährte und mit den Gegnern des Nationalsozialismus kooperierte. In Deutschland wird das Stück von verschiedenen Seiten als unliterarisch, als langatmiger, einzig auf die Verteidigung des Papstes angelegter Dokumentarbericht kritisiert.  USA, BRD
02. Nov.    Rentner erhalten die Möglichkeit, nach Antragstellung einmal im Jahr für einen Zeitraum von bis zu vier Wochen in die BRD bzw. nach Westberlin zu reisen.  DDR
09. Nov.    Der amerikanische Physiker J. Robert Oppenheimer protestiert in einem Brief an Heinar Kipphardt gegen dessen Schauspiel "In der Sache J. Robert Oppenheimer". Kipphardt hat seinen "szenischen Bericht" nach dem Protokoll geschrieben, das die amerikanische Atomenergiekommission von den Verhören Oppenheimers veröffentlichte. Dieser mußte sich in der Ära Mc Carthy gegen den Vorwurf der Illoyalität verteidigen. In einem Interview mit der Washington Post erklärt Oppenheimer: "Wenn man ein Schauspiel nach einem Protokoll schreibt, muß man unweigerlich einiges ändern. Ich habe Einspruch gegen Improvisationen getroffen, die der Geschichte und der Natur der betroffenen Leute widersprechen." Er weist draufhin, daß die Untersuchung eine Farce gewesen sei, während "diese Leute versuchen, eine Tragödie daraus zu machen".  USA, BRD
11. Nov.    Heinar Kipphardt nimmt Stellung zu dem Brief, in dem J. Robert Oppenheimer Einwände gegen sein Schauspiel "In der Sache J. Robert Oppenheimer" erhebt. Er habe Verständnis für das Unbehagen, das eine historische Persönlichkeit empfinden müsse, wenn sie sich auf dem Theater dargestellt sehe; er als Schriftsteller habe versucht, den Kern dieser historischen Begebenheit herauszulösen, um sie den Zeitgenossen als ein bedeutendes Exempel darzustellen. Änderungen bietet er Oppenheimer ausschließlich in Details des Stückes an.  BRD
13. Nov.    Der Suhrkamp Verlag kündigt gerichtliche Schritte an, für den Fall, daß der französische Regisseur Jean Vilar seine Ankündigung wahrmache, in Paris anstelle von Kipphardts Stück eine eigene Version des Oppenheimer-Verhörs durch die amerikanische Atomenergie-Kommission zu inszenieren. Dieser Vorgang verstoße gegen internationales Urheberrecht. Vilar selbst begründet seine Absicht mit den von Oppenheimer gegen Kipphardts Stück vorgebrachten Einwänden.  Frankreich, BRD
17. Nov. 03. Dez. Düsseldorf  18 Düsseldorfer Verlage zeigen die Ausstellung "Bücher aus unserer Stadt".  BRD
20. Nov. 03. Jan. 1965 Berlin  In der Akademie der Künste wird die Ausstellung "Neue Realisten und Pop Art" aus dem Gemeentemuseum/Den Haag gezeigt. Damit sind erstmals in Berlin Vertreter der amerikanischen Pop Art wie Roy Lichtenstein, Robert Rauschenberg, Claes Oldenburg und George Segal zu sehen. Bereits im Vorfeld der Ausstellung entstehen heftige Diskussionen über den Wert der Ausstellung: Der Verein "Berliner Juryfreie Kunstausstellung" protestiert gegen die Pop Art als "Konglomerat aus Albernheit, Geschmacklosigkeit, Hochstapelei, Kitsch und Nihilismus". Die Akademie der Künste weist dagegen auf ihre Aufgabe hin, "die Öffentlichkeit mit den künstlerischen Bewegungen der Zeit bekanntzumachen".  Holland, Niederlande, BRD
21. Nov.   Fußach, Wien  In der Werft von Fußach demonstrieren 20.000 Vorarlberger gegen Verkehrsminister Otto Probst, der ein neues Bodenseeschiff - gegen den Antrag der Landesregierung und der Bezirkshauptmannschaft Bregenz - nach ihrer Wahrnehmung in zentralistischer Manier auf den Namen "Karl Renner" statt auf den Namen "Vorarlberg" taufen will. Die Busse mit den Ehrengästen werden mit Pfiffen, Beschimpfungen, Tomaten und faulen Eiern empfangen, auf das Auto des Generaldirektors der ÖBB werden Steine geworfen. Minister Probst, und seine Gattin kehren um, da für ihre Sicherheit nicht garantiert werden kann. Das Schiff wird schließlich eigenmächtig von den Anwesenden auf den Namen "Vorarlberg" getauft und mit dem neuen Namen bemalt, während die Vorarlberger Landeshymne gesungen wird. Im Nationalrat wird die Affaire "Fußach" heftige diskutiert und gefährdet den Weiterbestand der großen Koalition. Als die "Vorarlberger Nachrichten" in einem Artikel den rechtlich verfolgten Rädelsführern Tips für die Vernehmungen geben und Justizminister Hans Christian Broda "Verhörmethoden" vorwerfen, wird die Ausgabe beschlagnahmt. Nach weiteren Demonstrationen 1965 wird die Namensgebung durch eine "Ferntaufe" bestätigt. Im September 1965 läßt der inzwischen neu gewählte Bundespräsident Franz Jonas alle Anklagen und Verfahren einstellen.  Österreich
28. Nov.   Hannover  Die Deutsche Reichspartei (DRP) unter Führung von Adolf von Thadden schließt sich mit mehreren anderen Parteien des rechten Spektrums zur Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD) zusammen. Die Partei versteht sich als Sammelbecken für "nationale Deutsche aller Stände, Konfessionen, Landsmannschaften und Weltanschauungen" und will eine von "fremden Interessen unabhängige deutsche Politik" betreiben. Den Parteivorsitz übernimmt Fritz Thielen.  BRD
30. Nov.   Berlin  Gründung eines Vereins "Deutsches Rundfunkmuseum". Zu den Gründungsmitgliedern gehören Vertreter des Berliner Senats, der Bundespost, der Rundfunkanstalten, der Funkindustrie und der Fachmesse. Das Rundfunkmuseum wird im ehemaligen Sendehaus des Senders Freies Berlin zu Füßen des Funkturms eingerichtet.  BRD
Nov. 06. Dez. Zürich  Das Kunsthaus zeigt die bisher größte Einzelausstellung des Malers Joan Miró.  Schweiz
Nov.   München  Der Kommaklub lädt Mitglieder des Schriftstellerverbands der DDR ein. An drei Abenden lesen sechs Schriftsteller in den Säalen der Max-Emanuel-Brauerei. Es sind dies Günter Görlich, Karl-Heinz Jakobs, Heinz Czechowski, Volker Braun, Armin Müller und Sarah Kirsch. Vier der Autoren lesen Gedichte, zwei Prosa. Es folgt jeweils eine öffentliche Diskussion.  DDR, BRD
Nov.    Der Bund Deutscher Gebrauchsgraphiker veranstaltet zusammen mit dem Bayrischen Rundfunk eine Plakatausstellung, die 51 Plakate deutscher Herkunft aus den Jahren 1963/64 umfaßt, darunter 22 prämierte. Die durch eine Jury aus über 400 Plakaten augewählten sollen einen Überblick über die vielfältigen Tendenzen auf dem Gebiet der Plakatgestaltung vermitteln.  BRD
Nov.   Zürich  Uraufführung des neuen Zuckmayer-Stücks "Tabor hat kein Glück".  Schweiz
Nov. Dez. Bremen  Die Volksbüchereien der Freien Reichsstadt Bremen zeigen im Schlüsselkorb, Zentrale Bücherei, die Ausstellung "Ricarda Huch".  BRD
Nov.   Weimar  Die 7. Jahrestagung der Weimarer Akademie steht unter dem Motto "Literatur als Dokumentation - die deutsche Wirklichkeit im Spiegel der deutschsprachigen Literatur der Gegenwart". Unter den Vertretern der DDR-Literatur sind Johannes Bobrowski, Hermann Kant und Paul Wiens, aus der BRD kommen Reinhard Baumgart, Hans Magnus Enzensberger, Günter Grass, Max von der Grün, Peter Hamm, Geno Hartlaub, Kuno Raeber, Klaus Roehler und Dieter Wellershoff. Günter Grass wird im Rahmen der Tagung zu einem sechswöchigen Aufenthalt in die DDR eingeladen.  DDR, BRD
01. Dez.    Der "Mindestumtausch" für alle Besucher der DDR aus dem "nichtsozialistischen Ausland" wird eingeführt. Für jeden Besuchstag muß in den amtlichen Wechselstuben ein Mindestumtausch von 5 DM bzw. für Westberliner 3 Mark (Kurs 1:1) erfolgen. Rentner und Kinder werden von der Regelung ausgenommen.  DDR
01. Dez. 05. Dez. Berlin  Internationales Schriftstellerkolloquium über die "Literatur in beiden deutschen Staaten", an dem Delegierte aus der Sowjetunion, den europäischen Volksdemokratien und Jugoslawien teilnehmen. Die Tagespresse berichtet nicht, daß ausländische Autoren die sture Haltung der SED in Kulturfragen mit Unverständnis und Ablehnung kommentieren. Stefan Heym wendet sich in seiner Rede gegen die vielerorts heuchlerische Diskussionskultur ("Bitte nur harmlose Debatten!") und gegen eine dogmatische Kulturpolitik: "Ich höre von Klaus Gysi, daß Peter Huchel seinen neuen Gedichtband hier nicht veröffentlichen wolle. Ich bedaure das sehr, aber ich entsinne mich auch, daß Huchel mir im vorigen Jahr sagte, sein Gedichtband, der bereits bei Rütten&Loening vorbereitet wurde, könne nicht erscheinen. Es ist eine Tatsache, daß Günter Kunerts letzte Gedichte bei uns nicht erscheinen konnten. Ein Gedichtband von Paul Wiens wird - so weit ich weiß - nicht herausgebracht. Dies sind Dinge, die man nicht rechtfertigen kann."  DDR, Jugoslawien, Sowjetunion
01. Dez.   Berlin  Auf der 7. Plenartagung des Zentralkomitees (ZK) der SED erklärt Kurt Hager, der Leiter der Ideologischen Kommission des Politbüros, daß in Kunstfragen nicht die geringste Konzession gemacht werde.  DDR
02. Dez. 05. Dez. Berlin  7. Plenum des Zentralkomitees (ZK) der SED: Kurt Hager trägt den Bericht des Politbüros über "Weite und Vielfalt der sozialistischen Kunst" vor. Darin räumt er dem Gebiet der "Unterhaltungskunst" einen wichtigen Stellenwert ein, warnt aber vor "einer unkritischen Haltung zu neuartigen Erscheinungen des westlichen Vergnügungsbetriebes": "Was wir ablehnen, ist der geistlose Vergnügungsbetrieb in den kapitalistischen Ländern, der den Menschen erniedrigt und verdummt, der besonders der Jugend den Blick für das Leben trübt."  DDR
05. Dez.    Einigung über die Pariser Aufführung von Heinar Kipphardts Stück "In der Sache J. Robert Oppenheimer" zwischen dem Théâtre Athénée, Jean Vilar und dem Suhrkamp-Verlag. Vilnar erkennt als Grundlage des französischen Textes Heinar Kipphardts "szenischen Bericht" an.  Frankreich, BRD
05. Dez.   Genf  Die Galerie Motte veranstaltet eine Auktion "Moderne Bilder", die von Delacroix über Monet, Renoir, Utrillo, Seurat, Vuillard, Rouault, Picasso, Klee zu Arp und Magnelli führt.  Schweiz
11. Dez. 12. Dez.  4. Journalistenkonferenz der SED.  DDR
16. Dez. Feb. 1965 Potsdam  Die Brandenburgische Landes- und Hochschulbibliothek zeigt eine Ausstellung unter dem Titel "Theodor Fontane und seine Zeit. Zum 145. Geburtstag".  DDR
Dez. Jan. 1965 Berlin  Die Deutsche Staatsbibliothek zeigt eine Ausstellung unter dem Titel "Stefan Zeromski. Zum 100. Geburtstag". Sie ist vom 14.04. bis zum 26.04. auch im Haus der Polnischen Kultur zu sehen.  DDR
Dez. Jan. 1965 Hamburg  Die Staats- und Universitätsbibliothek zeigt die Ausstellung "Hans Henny Jahnn. Zum 70. Geburtstag und 5. Todestag".  BRD
    Weimar  Die Nationalen Forschungs- und Gedenkstätten für die Literatur der deutschen Klassik zeigen eine von Gertrud Ranft und Manfred Kahler besorgte Ausstellung unter dem Titel "Weite Welt und breites Leben. Goethe im ersten Weimarer Jahrzehnt".  DDR
    Wien  In diesem Jahr sprechen auf Einladung der Österreichischen Gesellschaft für Literatur u.a. folgende Personen des literarischen und kulturellen Lebens Österreichs: Wilfried Daim, Hubert Fink, Peter von Tramin, Jeannie Ebner, Herbert Eisenreich, Rudolf Henz, Hans Weigel, Albert Paris Gütersloh, Kurt Benesch, Andreas Okopenko, Stephan Vadja, Robert Mühlher, Friedrich Torberg, Franz Karl Franchy, Friedrich Schreyvogel, Albert Drach, Franz Richter, Alois Vogel, Hannelore Velencak, H. C. Artmann und Erich Fried. Aus Deutschland sprechen P. Paulus Gordon, Max Bonse, Hans Magnus Enzensberger, Stefan Andres, Theodor W. Adorno, Walther Killy und Karl Dedecius.  Österreich, BRD
     Seit dem ersten Quartal erhalten Betriebe Anteile am Devisenerlös der von ihnen produzierten Güter sowie Prämien für zusätzliche Exporte in westliche Länder.  DDR
     3.155 Menschen flüchten in diesem Jahr aus der DDR; 3.000 siedeln aus der Bundesrepublik in die DDR über.  DDR, BRD
    Wien  Hans Czettel tritt als Innenminister an Franz Olahs Stelle.  Österreich
    München  Die Handschriftenabteilung der Stadtbibliothek zeigt die von Richard Lemp besorgte Ausstellung "Frank Wedekind. Zum 100. Geburtstag".  BRD
     In diesem Jahr werden 5.594 Buchtitel mit einer Gesamtauflage von 93,58 Mio. und einer durchschnittlichen Auflagenhöhe von 16.728 Büchern produziert.  DDR
    Weimar  Die Nationalen Forschungs- und Gedenkstätten für die Literatur der deutschen Klassik zeigen eine von Willi Handrick besorgte Ausstellung unter dem Titel "Goethe und Böhmen". Sie ist später auch in verschiedenen Städten der Tschechoslowakei zu sehen.  DDR, Tschechoslowakei
    Wien  Der Grillparzer-Ring, eine Auszeichnung mit dem Monogramm Franz Grillparzers, wird vom Unterrichtsministerium unter Theodor Piffl-Percevicc gestiftet. Sie wird an Theaterdirektoren, Intendanten, Regisseure, Schauspieler, Bühnen- und Kostümbildner, Dramaturgen, Bearbeiter, Übersetzer und Wissenschaftler verliehen, die sich besondere Verdienste um das Werk Franz Grillparzers erworben haben.  Österreich
     Die von Georg Picht in der Wochenzeitung "Die Zeit" veröffentlichte und anschließend als Buch herausgegebene Serie mit dem Titel "Die deutsche Bildungskatastrophe" konstatiert einen Mangel an Lehrkräften an allen Schulzweigen und prognostiziert einen Bildungsnotstand sowie einen damit einhergehenden wirtschaftlichen Einbruch. Pichts Befunde lösen heftige Debatten in der Öffentlichkeit aus, Bildung wird zum zentralen innenpolitischen Thema.  BRD
    Zwickau  Der erste Trabant 601 läuft vom Band.  DDR
    Gera, Helsinki, Dresden, Karl-Marx-Stadt, Stockholm, Warschau, Moskau, Zagreb, Oulu, Jyväskylä, Berlin  Die Deutsche Staatsbibliothek Berlin zeigt eine von Heinz Wegehaupt und Renate Riepert besorgte Ausstellung unter dem Titel "150 Jahre Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm". Die Wanderausstellung ist im Laufe des Jahres auch in Gera, Helsinki, Jyväskylä, Oulu und Dresden, 1965 in Greifswald und Moskau, 1966 in Greiz und Stockholm, 1967 in Görlitz und Zagreb, 1969 in Karl-Marx-Stadt, 1970 in Plauen und 1971 in Warschau zu sehen.  Finnland, DDR, Schweden, Polen, Jugoslawien, Sowjetunion
    Wien  Gründung der Gewerkschaft "kunst medien freie berufe".  Österreich
    Hannover  Die Stadtbibliothek zeigt die Ausstellung "Ein Querschnitt durch das schriftstellerische Werk von Theodor Heuss".  BRD
    Göttingen  Adolf Muschg wird bis 1967 wissenschaftlicher Assistent von Prof. Walther Killy am Deutschen Seminar der Universität sein.  Schweiz, BRD
  1965  In der Spielzeit 1964/1965 wird auf deutschsprachigen Bühnen Heinar Kipphardts Schauspiel "In der Sache J. Robert Oppenheimer" am häufigsten gespielt (27 Inszenierungen mit 598 Aufführungen). An zweiter Stelle rangiert Lessings "Minna von Barnhelm" (22 Inszenierungen mit 540 Aufführungen), an dritter Stelle Kleists "Der zerbrochne Krug". Es schließen sich Schillers "Kabale und Liebe", Saul O'Haras "Heiraten ist immer ein Risiko" und Edward Albees "Wer hat Angst vor Virginia Woolf?" an. Unter den musikalischen Werken wird Léhars "Lustige Witwe" am häufigsten inszeniert (11 Inszenierungen mit 530 Aufführungen). Es folgen Mozarts "Zauberflöte" (33 Inszenierungen mit 522 Aufführungen), Strauss' "Die Fledermaus" (447 Aufführungen) und "Madame Butterfly" (442 Aufführungen).  DDR, Schweiz, Österreich, BRD
    Zürich  Leopold Lindtberg übernimmt die Leitung des Zürcher Schauspielhauses. Er eröffnet eine Studiobühne im Theater am Neumarkt.  Schweiz
    Marbach am Neckar  Das Deutsche Literaturarchiv zeigt im Schiller-Nationalmuseum die Ausstellung "Johann Friedrich Cotta. Zum 200. Geburtstag".  BRD
     Das durchschittliche Monatseinkommen von Arbeitern und Angestellten steigt auf 610 Mark, die Pro-Kopf-Sparguthaben auf 1.609 Mark. Im ganzen Land gibt es 734.200 Telefonanschlüsse. Pro 1.000 Haushalte gibt es 71 PKW, 160 Motorräder, 204 Kühlschränke, 224 Waschmaschinen und 459 Fernsehgeräte.  DDR
    Halle  Die Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt zeigt eine Ausstellung unter dem Titel "William Shakespeare. Zum 400. Geburtstag".  DDR
    Wien  Gerhard Fritsch nimmt als Redakteur der Zeitschrift "Wort in der Zeit" in die zweite Nummer des Jahres auf achtzehn Seiten Gedichte von Konrad Bayer, Gerhard Rühm und Michael Scharang auf. Daraufhin wird der Zeitschrift vorgeworfen, sie verschwende Steuergelder. In der Nummer 11/1964 protestieren H.C. Artmann, Erich Fried, Ernst Jandl, Friederike Mayröcker, Andreas Okopenko und andere "gegen das Bestreben einiger Konservativer, die einzige offizielle Literaturzeitschrift Österreichs unter Druck zu setzen und unter dem nicht stichhaltigen Vorwand, einer Stildiktatur des Modernismus zu begegnen, eine Stildiktatur des Konservativismus aufzurichten". Gerhard Fritsch wird zum 30.03.1965 gekündigt.  Österreich
     Gründung des Österreichischen Filmmuseums.  Österreich
     Die Sendung "Der SS-Staat" aus der Reihe "Das Dritte Reich" wird mit dem vom Deutschen Volkshochschulverband gestifteten Adolf-Grimme-Preis in Gold ausgezeichnet. Für den Film "Sind wir Revanchisten?" erhält Jürgen Neven DuMont den Preis in Silber.  BRD
    Wien  Die von Bertha von Suttner 1890 gegründete "Österreichische Gesellschaft der Friedensfreunde" wird in "Suttner-Gesellschaft" umbenannt. Zweck der Gesellschaft ist die Verhinderung und Bekämpfung des Krieges, die Erforschung seiner Ursachen, die Förderung und Verbreitung pazifistischer Gesinnung sowie die Unterstützung aller Bestrebungen zur Festlegung einer internationalen Rechtsordnung als Grundlage für die gewaltlose Lösung aller internationalen Streitfragen.  Österreich
    Marbach am Neckar  Das Deutsche Literaturarchiv zeigt im Schiller-Nationalmuseum die Ausstellung "Cäsar Flaischlen. Zum 100. Geburtstag".  BRD
    Dortmund  Die Stadtbücherei zeigt die Ausstellung "Lyrik und Prosa in der DDR".  DDR, BRD
    Graz  Die Referatsverteilung im "Forum Stadtpark" gestaltet sich wie folgt: Kurt Kojalek (Aktuelles), Werner Hollomey (Architektur), Günter Waldorf (Bildende Kunst), Eckart Schuster (Film, Foto), Alfred Kolleritsch (Literatur), Manfred Blumauer, Co-Referenten: Reinhold Portisch, Friedrich Körner (Musik), Alfred Kolleritsch (Publikation & Dokumentation), Emil Breisach (Theater & Kabarett), Trude Aldrian (Wissenschaft).  Österreich
10. Dez. 1963 19. Jan. 1964 Berlin  Die Deutsche Akademie der Künste zeigt eine Ausstellung unter dem Titel "Friedrich Wolf. Zum 10. Todestag".  DDR
  1963 1964  Nach der Statistik der Zeitschrift "Die deutsche Bühne" ist in der Spielzeit 1963/64 das erfolgreichste Stück Saul O'Haras' Komödie "Heiraten ist immer ein Risiko" mit 641 Aufführungen an 29 Bühnen, gefolgt von Jean Kerrs Komödie "Mary, Mary!". An dritter Stelle liegt Hochhuths "Stellvertreter" mit 504 Aufführungen an dreizehn Bühnen.  BRD
  1961 1966  Die Zahl der Theaterbesucher sinkt ständig - von ca. siebzehn Mio. auf dreizehn Mio. in der Spielzeit 1962/63, bis sie sich 1966 bei ca. elf Mio. einpendelt. Erste Überlegungen zur Schließung von Theatern werden vom Kulturministerium zurückgewiesen.  DDR

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