Literarisches Leben
Datenbank zum Literarischen Leben in den deutschsprachigen Ländern 1945-2000

Diese Seite liefert eine Jahreschronik literarischer und kultureller Ereignisse in Deutschland (BRD/DDR), %Ouml;sterreich und der Schweiz. Über die Homepage des Projekts www.literarischesleben.uni-goettingen.de können Sie kostenlos weitere Jahreschroniken abfragen. Mit differenzierten Suchfunktionen können Sie außerdem den Bestand der Datenbank etwa nach Personennamen, Literaturpreisen, Schlagworten oder bestimmten Begriffen durchsuchen.

Kalendarium 1952

Datum/Zeitraum
Ort, Ereignis, beteiligte Länder
am/von bis
03. Jan.    Das Gesetz zum Schutz der Jugend in der Öffentlichkeit tritt in Kraft. Es verbietet unter anderem Jugendlichen unter achtzehn Jahren den Alkoholgenuß und Jugendlichen unter sechzehn Jahren das Rauchen.  BRD
05. Jan.   Basel  Das Kunstmuseum zeigt eine Ausstellung mit dem Titel "Tuschzeichnungen von Rembrandt, Hokusai und van Gogh".  Schweiz
06. Jan.   Bernau  Eröffnung der Hochschule der Gewerkschaften "Fritz Heckert"  DDR
08. Jan.   Berlin  Wilhelm Furtwängler übernimmt auf Lebenszeit die Leitung des Berliner Philharmonischen Orchesters.  BRD
08. Jan.   Berlin  Das Politbüro des Zentralkomitees (ZK) der SED regt die Bildung von Frauenausschüssen in Industrie und Landwirtschaft an, um die politische und berufliche Entwicklung von Frauen zu fördern.  DDR
09. Jan.   Berlin  Die Volkskammer billigt den Entwurf eines Gesetzes für die Durchführung gesamtdeutscher Wahlen zur Nationalversammlung. Jegliche internationale Kontrolle wird allerdings abgelehnt.  DDR, BRD
11. Jan.   Bern  Der Zollvertrag mit der Bundesrepublik Deutschland wird ratifiziert. Am 25.01. erfolgt die Wiederherstellung des vorkriegsmäßigen kleinen Grenzverkehrs zwischen der Schweiz und der BRD.  Schweiz, BRD
16. Jan.    Der UN-Kontrollkommission für freie gesamtdeutsche Wahlen wird die Einreise in die DDR verweigert.  DDR
17. Jan.    Die Premieren der Filme "Hanna Amon" und "Verwehte Spuren" (06.04.) des Regisseurs Veit Harlan, bekannt für seine NS-Propagandafilme, insbesondere für den antisemitischen Hetzfilm "Jud-Süß" (1940), liefern den Anlaß für Zusammenstöße zwischen Studenten und der Polizei.  BRD
18. Jan.   Berlin  Das Museum für Deutsche Geschichte wird im ehemaligen Zeughaus in Berlin gegründet.  DDR
20. Jan.   Bern  Das Kunstmuseum zeigt eine Ausstellung mit dem Titel "Radierungen von Rembrandt".  Schweiz
23. Jan.   Berlin  Das Druckhaus Tempelhof wird durch das amerikanische Hochkommissariat in Berlin an die wiedererrichtete Ullstein AG zurückgegeben. Hierüber hatte die Berliner Wiedergutmachungskammer am 03.01. eine Entscheidung gefällt. Der Ullstein-Verlag war vor 1933 einer der bedeutendsten Zeitungsverlage in Deutschland. 1934 (10. 6.) ging er durch Zwangsverkauf an eine Auffanggesellschaft der NSDAP über und wurde 1937 in "Deutscher Verlag" umgetauft. Ab 26.09.1952 erscheint bei Ullstein wieder die "Berliner Morgenpost", die am 23.04.1945 ihr Erscheinen hatte einstellen müssen.  BRD
24. Jan. 06. Feb. London  In den Grillion Galleries findet eine "Österreichische Buchausstellung" statt. Gezeigt werden neben Originalhandschriften von österreichischen Komponisten auch Handschriften von Franz Grillparzer, Rainer Maria Rilke und Hugo von Hofmannsthal.  England, Großbritannien, Österreich
25. Jan.   Berlin  Eröffnung des Zentralhauses für Laienkunst. In seinen Aufgabenbereich fällt unter anderem die Ausarbeitung von Konzepten und die Durchführung von Anleitungsseminaren für Organisatoren von Laientheatern.  DDR
28. Jan. 29. Jan. Wien  Auf einem außerordentlichen Parteitag beschließt die ÖVP den programmatischen Grundsatz "Alles für Österreich" und die Trennung von Regierungs- und Parteifunktionen.  Österreich
Jan.   Wien  Die Sendergruppe Rot-Weiß-Rot nimmt den 136 m hohen Sendemast am Steinhof in Betrieb.  Österreich
Jan.   Berlin  Das "Neue Deutschland" kritisiert die laufende Ernst-Barlach-Ausstellung in der Deutschen Akademie der Künste. Die Werke des von den Nazis verfemten Künstlers zeigten, "daß Barlach ein auf verlorenem Posten stehender, in seinem Grundzug rückwärts gewandter Künstler war", der das Leid mystifiziere. "Die progressive Kraft, die die Bauernklasse unter der Führung der Arbeiterklasse im Kampf für eine bessere Gesellschaft entfalten kann, ist in seinen Gestalten auch nicht andeutungsweise spürbar."  DDR
02. Feb.   Dortmund  Wiedereröffnung der Dortmunder Westfalenhalle, des größten Sport- und Veranstaltungszentrums Europas.  BRD
03. Feb.   St. Gallen  Volkskundgebung für das Kraftwerk Rheinau und die Rheinschiffahrt.  Schweiz
04. Feb.   Zürich  Im Kantonsrat wird die Motion Nägeli, die den Rückzug der Rheinau-Konzession fordert, abgelehnt.  Schweiz
04. Feb.   Berlin  Ministerpräsident Otto Grotewohl legt den Grundstein für den Bau der Stalinallee.  DDR
06. Feb.   Bonn  Der Bundestag stimmt dem Wahlgesetz für eine verfassunggebende gesamtdeutsche Nationalversammlung zu.  BRD
14. Feb. 25. Feb. Oslo  Olympische Winterspiele: Deutschland nimmt zum ersten Mal seit Kriegsende wieder an den Spielen teil und erringt seine ersten Goldmedaillen im Zweierbob durch Anderl Ostler und Lorenz Nieberl.  Norwegen, BRD
16. Feb.   Genf  Mit der Unterzeichnung eines Abkommens über die Schaffung eines europäischen Atomphysikzentrums endet die Konferenz für Kernforschung und Kernphysik.  Schweiz
16. Feb.   Berlin  Das bis 1951 als staatliche Bühne geführte Hebbel-Theater wird mit einer Aufführung des Dramas »Die Zwanzigjährigen« des Franzosen Julien Luchaire nunmehr als Privattheater eröffnet.  BRD
17. Feb.   Hannover  Die Uraufführung der Oper "Boulevard Solitude" von Hans Werner Henze erregt Aufsehen, da dort zum ersten Mal die Zwölftontechnik mit Jazzrhythmen und gesprochenen Zitaten verknüpft ist.  BRD
19. Feb.   Wien  Heimito von Doderer wird in den österreichischen PEN-Club aufgenommen (bereits 1947 vorgeschlagen und mehrfach abgelehnt). Friedrich Schreyvogl wird in den österreichischen PEN-Club aufgenommen (Diskussionen darüber seit 1950). Die Aufnahme Arnolt Bronnens wird wiederum abgelehnt.  Österreich
20. Feb.   Bern  Bundesrat Joseph Escher verhandelt ohne Erfolg mit der Rheinau-AG über einen freiwilligen Verzicht auf die Kraftwerks-Konzession. Es werden weitere Gespräche mit den Kantonen Zürich und Schaffhausen und mit dem Land Baden angekündigt.  Schweiz
22. Feb.   Bern  Der Bundesrat beantragt die Ablehnung der sozialdemokratischen Initiative zur Erhebung eines "Friedensopfers".  Schweiz
24. Feb.    Leon Nicole wird von der Partei der Arbeit (PDA) aller seiner Parteiämter enthoben. Er betrachtet das Streben nach einer sozialistischen Weltordnung als Kampf und ist Anhänger der Theorie der beiden unversöhnlich sich gegenüberstehenden Lager, nach der es keinen Platz gibt weder für eine Neutralität wie die schweizerische noch für die friedliche Koexistenz.  Schweiz
26. Feb. 20. Mär. Berlin  Die Deutsche Staatsbibliothek zeigt eine Ausstellung mit dem Titel "Victor Hugo. Zum 150. Geburtstag".  DDR
Feb.   Berlin  Das Plenum der Akademie der Künste beschließt, daß die Zeitschrift "Sinn und Form" (Chefredakteur: Peter Huchel) über Literatur hinaus auch ästhetische und kunsttheoretische Fragen behandeln und somit zu einer Zeitschrift aller Sektionen der Akademie werden soll.  DDR
Feb.   Wien  Im Volkstheater hat Bertolt Brechts "Dreigroschenoper" Premiere. Regie: Paul Barnay, Mackie Messer: Hans Putz, Polly: Inge Konrady.  Österreich
Feb. Feb. 1963 Wien, Salzburg, Linz  In der Zeit vom Februar 1952 bis zum Februar 1963 spielt keines der etablierten Theater (mit Ausnahme des Neuen Theaters in der Scala bis zu seiner Schließung 1956) in Österreich (vor allem in Wien) Stücke von Brecht. Die aktivsten Betreiber des antikommunistischen "Brecht-Boykotts" sind Friedrich Torberg (in seiner Zeitschrift "Forum"), Hans Weigel, Ernst Haeussermann, Jacques Hannak, Felix Hubalek und Oskar Pollak.  Österreich
01. Mär.   Helgoland  Rückgabe von Helgoland unter deutsche Verwaltung.  BRD
02. Mär.   Aarau  In einer Volksabstimmung des Kantons Aargau wird die Kreditvorlage zum Bau einer Kantonsbibliothek und eines Kunstmuseums.  Schweiz
05. Mär.   Wien  In einer Aufsichtsratssitzung der KIBA (Kino-Betriebsgesellschaft) wird beschlossen, allen Waisenkindern, Lehrlingen und Lehrmädchen aus städtischen Heimen den kostenlosen Besuch des schon seit zwölf Wochen im neuen Metro-Kino laufenden Großfarbfilmes "König Salomons Diamanten" zu ermöglichen. Bereits 1951 haben 16.094 von der Gemeinde Wien befürsorgte alte Leute gratis einen Spielfilm gesehen.  Österreich
05. Mär.   Bern  In der schweizerischen Landesbibliothek wird eine Auswahl von Dokumenten aus dem schweizerischen Rilke-Archiv gezeigt.  Schweiz
08. Mär.   New York  Der Schweizer Film "Die vier im Jeep" (Regie: Leopold Lindtberg) wird mit dem Preis der Vereinten Nationen ausgezeichnet. Der Film spielt im noch besetzten Wien nach dem Zweiten Weltkrieg. Die Sowjets fahnden nach der Frau eines aus russischer Kriegsgefangenenschaft geflohenen Österreichers. Anliegen des Filmes ist es zu zeigen, daß die Verständigung zwischen Ost und West möglich und wünschenswert ist.  Schweiz
10. Mär.    In der sogenannten Stalinnote (oder auch Märznote) legt die Regierung der UdSSR den Alliierten einige Grundsätze für den Entwurf eines Friedensvertrages mit Deutschland vor. Sie beinhalten unter anderem, daß die Einheit Deutschlands in den auf der Potsdamer Konferenz festgelegten Grenzen wiederhergestellt werden soll und die Besatzungsmächte Deutschland spätestens ein Jahr nach Unterzeichnung eines Friedensvertrages verlassen sollen. Der Aufbau nationaler Streitkräfte zur Verteidigung des Landes soll erlaubt werden. Eine weitere Bedingung ist die Garantie demokratischer Rechte und Parteien.  DDR, Frankreich, England, USA, Sowjetunion, Großbritannien, BRD
17. Mär.    Anordnung zur Schaffung von Kulturräumen oder -häusern in den Gemeinden der DDR  DDR
17. Mär.   Bern  Der Nationalrat nimmt die Bundesvorlage über den Einbau von Luftschutzräumen an.  Schweiz
19. Mär.    Die Schriftstellerin Anna Seghers wird mit dem Internationalen Friedenspreis der UdSSR ausgezeichnet.  DDR, Sowjetunion
22. Mär.   Baden  Mit einem Festakt und der Aufführung des Trauerspiels "Ein treuer Diener seines Herrn" von Franz Grillparzer durch das Ensemble des Stadttheaters St.Gallen wird das neue Kurtheater eingeweiht. Die Architektin Lisbeth Sachs hatte den Wiederaufbau des ältesten Theatergebäudes in der Schweiz konzipiert, die Theatergemeinde hatte ihn initiiert.  Schweiz
25. Mär.    Die Westmächte lehnen Verhandlungen über einen Friedensvertrag mit Deutschland, wie sie in der Stalinnote vom 10.03. ausdrücklich gefordert wurden, ab, solange keine freien gesamtdeutschen Wahlen stattgefunden haben.  DDR, Frankreich, England, USA, Sowjetunion, Großbritannien, BRD
26. Mär. 31. Mär. Mannheim  Erste "Kultur- und Dokumentarfilmwoche" (später: Internationales Filmfestival Mannheim/Heidelberg). Sie wird 1961 zu einem Festival mit dem Schwerpunkt erster Spielfilme erweitert. Im Zentrum des Festivals steht ein Wettbewerb "von Filmen, die nach Inhalt und Form neue Entwicklungen aufzeigen".  BRD
26. Mär.   Bern  Eine Motion über die Wiedereinführung der Todesstrafe, initiiert von Paul Gysler, wird vom Nationalrat mit 80 gegen 31 Stimmen abgelehnt.  Schweiz
27. Mär.   Wien  Im Biedermeierhaus auf der Mölkerbastei 8 hat das Historische Museum die Bestände des Stifter-Museums der Adalbert Stifter-Gesellschaft der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Darunter befinden sich auch 60 von 100 Bildern, die Stifter selbst gemalt hat.  Österreich
29. Mär.   Zürich  Das Kunsthaus veranstaltet eine "Ernst Ludwig Kirchner"-Ausstellung.  Schweiz
30. Mär.   Zürich  In der Volksabstimmung der Stadt Zürich wird im zweiten Anlauf ein Kredit für das Kunsthaus bewilligt.  Schweiz
30. Mär.   Glarus  Einweihung des neuerbauten Kunsthauses, in dem erstmals die ältere und neuere Malerei der Sammlung des Kunstvereins Glarus geschlossen gezeigt werden kann.  Schweiz
01. Apr.    Folgende, bisher dem Kulturbund angeschlossene Organisationen werden selbständig: der Deutsche Schriftstellerverband, der Verband Bildender Künstler Deutschlands und der Verband Deutscher Komponisten und Musikwissenschaftler.  DDR
02. Apr.    Bei Radio Bremen wird Gottfried Benns Hörspiel "Die Stimme hinter dem Vorhang" aufgeführt. In diesem Stück antwortet eine verborgene Stimme auf die Fragen nach dem Sinn des Lebens und nach dem richtigen Handeln.  BRD
02. Apr.    Der Lebensmittelhandel beginnt mit dem Verkauf von normierten Paketen für die behördlich empfohlene Ergänzung der Haushaltsvorräte.  Schweiz
04. Apr.   Berlin  Olaf Badstübner fordert in einem Artikel im "Neuen Deutschland" eine tiefgreifende Programmumgestaltung beim Rundfunk und kritisiert u.a. die Hauptabteilung Künstlerisches Wort (und insbesondere dessen Leiter Maximilian Scheer) beim Berliner Rundfunk. "Hier tut eine kritische und selbstkritische Behandlung aller Fragen des Realismus und Formalismus am meisten not. In einige Hörspiele und Kabaretts haben sich formalistische Tendenzen eingeschlichen."  DDR
09. Apr.    In der zweiten Stalinnote erklärt die UdSSR freie Wahlen in ganz Deutschland unter der Aufsicht der ehemaligen Besatzungsmächte (nicht allerdings der UN) für möglich.  DDR, Frankreich, England, USA, Sowjetunion, Großbritannien, BRD
10. Apr.   Wien  Auf der Mariahilfer Straße wird das neue Wochenschau-Kino, das den Namen "Welt-Kamera" trägt, im Beisein von Vizebürgermeister Karl Honay und den Stadträten Anton Afritsch, Fritsch, Nathschläger, Resch und Thaller eröffnet. Es hat Platz für 249 Besucher.  Österreich
16. Apr.    Beim Literaturwettbewerb der Zeitschrift "Die Garbe" erhält Helmut Schilling mit der Erzählung "Die Lawine" den 1. Preis.  Schweiz
19. Apr.   Mannheim  Ausstellung von Werken des von den Nationalsozialisten mit Malverbot belegten Künstlers Emil Nolde.  BRD
21. Apr.   Bern  Das Berner Obergericht entscheidet, die Beschlagnahmung der Redaktionskorrespondenz für ungesetzlich zu erklären, und stärkt damit die Pressefreiheit.  Schweiz
23. Apr.   Potsdam  Premiere von Goethes "Urfaust" durch ein Gastspiel des Berliner Ensemble am Brandenburgischen Landestheater (Regie: Egon Monk; Musik: Paul Dessau; Schauspieler: Johannes Schmidt als Faust, Käthe Reichel als Gretchen) unter der Ägide Bertolt Brechts. Die Inszenierung des Urfaust ist von Brecht als künstlerischer Beitrag zur Formalismusdebatte und zur Diskussion über den Wert der Weimarer Klassik gedacht.  DDR
23. Apr.   Bern  Die Öffentlichkeit erfährt auf Umwegen, daß die vor zehn Jahren verurteilten deutschen Saboteure vom Bundesrat begnadigt wurden. Sie hatten im Auftrag Hermann Görings versucht, das Schweizer Flugwesen zu sabotieren.  Schweiz
25. Apr.    Alfred Cattani übernimmt als Nachfolger von Paul Alfred Sarasin den Pressedienst des Schweizer Feuilleton-Dienstes.  Schweiz
26. Apr.   Wien  Die neugegossene Pummerin wird feierlich im Stephansdom empfangen. Die große Glocke war unter großer Anteilnahme der Öffentlichkeit von St. Florian (Oberösterreich) nach Wien gebracht worden.  Österreich
29. Apr.   Bern  Friedrich Holzapfel trifft als erster Gesandter der Bundesrepublik Deutschland in der Schweiz ein.  Schweiz, BRD
29. Apr.   Wien  Eine Gruppe französischer Journalisten beendet in Wien ihre zehntägige Informationsreise durch Österreich, die von der österreichischen Bundesregierung im Zusammenwirken mit dem französischen Informationsdienst veranstaltet wurde.  Frankreich, Österreich
29. Apr.    Auf Beschluß der Regierung der UdSSR werden 66 Betriebe der Sowjetischen Aktiengesellschaften (SAG), die im Oktober 1945 in sowjetischen Besitz übergegangen waren, wieder der DDR übergeben.  DDR, Sowjetunion
01. Mai    Während der Maifeiern demonstrieren Sozialdemokraten und Gewerkschaften gemeinsam für die "Friedensopfer"-Initiative.  Schweiz
03. Mai   Schaffhausen  Die Stahlwerke "Georg Fischer" stiften der Öffentlichkeit die "Eisenbibliothek", welche bereits ca. 8.000 wertvolle Bände in ihrem Bestand aufweist.  Schweiz
05. Mai    Theodor Heuss erklärt das Deutschlandlied (Text von Hoffmann von Fallersleben, Melodie von Joseph Haydn) wieder zur Nationalhymne. Bei staatlichen Veranstaltungen soll nur die dritte Strophe gesungen werden.  BRD
05. Mai   Neuenburg  Eröffnung der nach dem Neuenburger Künstler Maximilian de Meuron benannten Kunstakademie.  Schweiz
08. Mai   Wien  Der Vorstand der Hugo Breitner-Gesellschaft zur Förderung künstlerischen Nachwuchses bewilligt neuerlich Monatsstipendien für bedürftige und begabte Kunst-Studierende - darunter außer bildenden Künstlern auch Schriftsteller und Komponisten.  Österreich
09. Mai   Wien  Zur Premiere des Films "Teresa - Geschichte einer Braut" in der Urania erhalten drei Bräute, die den Vornamen Teresa tragen und am 09.05. standesamtlich heiraten, ein Geschenk von der Filmverleihgesellschaft. Die erste Teresa-Braut erhält ein Geldgeschenk von 500 S, das von der Österreichischen Länderbank gestiftet wurde. Die anderen zwei Bräute erhalten Sachgeschenke Wiener Firmen.  Österreich
10. Mai   Wien  Der Stadtrat für Kultur und Volksbildung Mandl teilt mit, daß die Preise für die Veranstaltungen der diesjährigen Festwochen niedrig gehalten werden. Schon ab sechs Schilling (Preis einer Packung Zigaretten) kann man eine Karte für die Veranstaltungen bekommen. Ein größerer Prozentsatz der billigen Kartenkategorien wird dem Österreichischen Gewerkschaftsbund zur Verfügung gestellt.  Österreich
13. Mai    Die Westmächte lehnen auch die zweite Stalinnote vom 09.04. mit der Begründung ab, daß ein Friedensvertrag erst dann abgeschlossen werden könne, wenn eine gesamtdeutsche Regierung aufgrund freier Wahlen gebildet worden sei.  DDR, Frankreich, England, USA, Sowjetunion, Großbritannien, BRD
15. Mai   Luzern  Das Kunsthaus zeigt eine "Weltausstellung der Photographie".  Schweiz
16. Mai   Bern  Der Bundesrat beantragt die Verlängerung der Mitgliedschaft der Schweiz in der europäischen Zahlungsunion um zwei Jahre unter Erhöhung der Kredite.  Schweiz
18. Mai   Bern  In der Volksabstimmung wird die sozialdemokratische "Friedensopfer"-Initiative mit 421.764 zu 328.275 Stimmen abgelehnt.  Schweiz
21. Mai   Wien  Das Wertungskollegium der Plakatwertungsaktion 1952 des Amtes für Kultur und Volksbildung prämiert als die drei besten Plakate des Monates April "Architektur der USA seit 1947" (Entwuf: Paul Kohn), "Badeartikel Semperit" (Entwurf: Atelier Koszler) und das Straßenbahnplakat "Ita" (Entwurf: Walter Lothka). Die Plakate werden wieder an den von der Werbegesellschaft Gewista zur Verfügung gestellten Plakatwänden in der Augustiner- und Mariahilfer Straße gezeigt.  Österreich
22. Mai 25. Mai Berlin  III. Deutscher Schriftstellerkongreß: Der "Deutsche Schriftstellerverband" konstituiert sich als selbständige Organisation außerhalb des Kulturbundes. Zur Präsidentin wird Anna Seghers gewählt. Der bisherige Sekretär Bodo Uhse wird durch Kuba (Kurt Barthel) abgelöst. Bodo Uhse rügt daraufhin die ungenügende Zusammenarbeit zwischen den jüngeren Autoren, die zwar die Probleme der Zeit genau erfaßten, ihnen aber literarisch noch nicht gewachsen seien, und den älteren Autoren, die sich literarisch bewährt hätten, aber in ihren Werken den Problemen der DDR aus dem Weg gingen.  DDR
23. Mai 25. Mai Niendorf  Tagung der Gruppe 47 an der Ostsee. Ilse Aichinger wird für ihre "Spiegelgeschichte" zur Preisträgerin des jährlich vergebenen Literaturpreises ernannt. Es lesen außerdem: Ingeborg Bachmann: Gedichte, Paul Celan: Gedichte, Milo Dor: "An den Toren der Freiheit", Thomas Gnielka: aus einem Luftwaffenhelferroman, Wolfgang Hildesheimer "Wozu der Lärm?", Walter Hilsbecher: aus seinen "Sporaden", Jürgen von Hollander: Prosa, Janheinz Jahn: eine Kurzgeschichte, Walter Jens: aus seinem Roman "Vergessene Gesichter", Walter Kolbenhoff: die dreiteilige Erzählung "Lebendige Bilder aus einem Panoptikum", Karl Krolow: Lyrik, "Die Zeichen der Zeit", Siegfried Lenz: die Kurzgeschichte "Die Nacht im Hotel", Paul Schallück: eine Kurzgeschichte, Rolf Schroers: aus dem Roman "Jakob und die Sehnsucht", Hans Dieter Schwarze: Gedichte, Hans Weigel: die Erzählung "Der Knotenpunkt", Wolfgang Weyrauch: Gedichte, Reinhard Federmann und Franz Josef Schneider. Im Anschluß an das Treffen sind die Mitglieder der Tagung zwei Tage lang Gäste der Rundfunkschule im Hamburger Funkhaus und folgen dann der Einladung Günther Weisenborns und seiner Kollegen von der Hamburger Lektürenbühne, über die Situation des Dramas zu sprechen.  BRD
24. Mai 25. Mai Sitten  Tagung des schweizerischen Schriftstellerverbandes.  Schweiz
26. Mai    Als Reaktion auf die Unterzeichnung des Deutschlandvertrags beginnt die DDR auf Beschluß des Ministerrates die innerdeutsche Grenze abzuriegeln. Sie richtet eine 5 km breite Sperrzone vor der Grenze ein. Auch der Westberliner Stadtrand wird zusätzlich gesichert.  DDR
26. Mai   Bonn  Der "Vertrag über die Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und den drei Westmächten" wird unterzeichnet, der die Gleichberechtigung der Bundesrepublik innerhalb der westeuropäischen Gemeinschaft vorsieht. Der Vertrag tritt am 05.05.1955 in Kraft.  Frankreich, England, USA, Großbritannien, BRD
26. Mai   Bern  Das Referendum gegen den Bundesbeschluß bezüglich der Luftschutzbauten ist zustande gekommen.  Schweiz
27. Mai   Paris  Unterzeichnung des Vertrages über die Europäische Verteidigungsgemeinschaft (EVG). Geplant ist die Vereinigung der jeweiligen nationalen Streitkräfte in einer "supranationalen europäischen Organisation".  Holland, Belgien, Frankreich, Niederlande, BRD, Luxemburg
31. Mai   Schaffhausen  Die Stadt weiht ein Denkmal ihres ersten Präsidenten J.C. Fischer ein, der vor 150 Jahren auch auch die Stahlwerke "Georg Fischer" gründete.  Schweiz
03. Jun.   Bern  Der Nationalrat bewilligt den Antrag des Bundesrates auf Verlängerung der Mitgliedschaft in der europäischen Zahlungsunion.  Schweiz
05. Jun.   Glarus  Der Kanton Glarus beginnt seine 600-Jahr-Feiern des Eintritts in den eidgenössischen Bund mit Gottesdiensten in allen Gemeinden. Am nächsten Tag findet die Aufführung des Glarner Festspiels "Ds Glarnerländli isch nu chli" von Walter Hauser (Regie: Josef Ivar Müller) statt.  Schweiz
07. Jun.   Berlin  Gründung der Gesellschaft für kulturelle Verbindungen mit dem Ausland.  DDR
11. Jun.   Bern  Der Bundesrat ernennt eine 34-köpfige Kommission zur Begutachtung kulturpolitischer Fernsehfragen unter dem Vorsitz von K. Sartorius.  Schweiz
13. Jun. 13. Aug. Recklinghausen  Bei den unter dem Thema "Mensch und Form unserer Zeit" stehenden Ruhrfestspielen werden u.a. Werke von Henry Moore, Ewald Mataré, Hans Uhlmann und Max Beckmann präsentiert.  BRD
14. Jun.   Wien  Die Wiener Festwochen haben, wie Stadtrat Mandl nach ihrem Abschluß mitteilt, 705.680 Besucher zu verzeichnen. Es gab 36 zentrale Konzertveranstaltungen mit 34.810 Besuchern. Die Theater zeigten 338 Vorstellungen mit 80 verschiedenen Stücken. Während der Festwochen wurden achtzehn Ausstellungen veranstaltet, die zusammen 360.066 Besucher hatten. In der Ausstellung "Unsere Schule" konnte bereits der 300.000ste Besucher begrüßt werden.  Österreich
14. Jun.   Sissach (CH)  Das Schloß Ebenrain geht von der Familie des verstorbenen Basler Kunstsammlers Rudolf Staechlin-Finkbeiner an das Volk von Baselland über und wird als Heimstätte zeitgenössischer Künstler mit einer Ausstellung der basellandschaftlichen Kunstvereinigung eröffnet.  Schweiz
23. Jun.   Wien  Anläßlich des 100. Geburtstages von Viktor Adler zeigt die Stadtbibliothek eine Zusammenstellung aus seinen Schriften, der Arbeiterpresse in Österreich, Plakate und Photos.  Österreich
24. Jun.    Der Axel-Springer Verlag bringt die erste Ausgabe der "Bild-Zeitung" mit einer Startauflage von 250.000 Exemplaren auf den Markt. Ihr Preis beträgt 10 Pf, sie ist die erste illustrierte Morgenzeitung im Springer-Verlag.  BRD
24. Jun.   Zürich  Eröffnung des Museums Rietberg, in dem die vornehmlich außereuropäische Kulturen berücksichtigende Sammlung von Eduard von der Heydt (Ascona) untergebracht ist.  Schweiz
28. Jun. 29. Jun. Zug  Bei der 600-Jahrfeier des Eintritts in den Eidgenössischen Bund des Kantons Zug werden die hymnische Festkantate "Bundesschwur" (Text: H.R. Balmer-Basilius; Musik: Hans Flury) und das "Zuger Spiel von Stadt und Land" (Text: H.R. Balmer-Basilius) nach einem hinterlassenen Manuskript von Theodor Hafner aufgeführt.  Schweiz
28. Jun.    Die schweizerischen Gemeinden gründen eine Vereinigung mit dem Ziel, die Gemeindeautonomie im politischen System der Schweiz zu erhalten und die Landflucht zu bekämpfen.  Schweiz
29. Jun.   Wien  Dean Acheson besucht als erster amerikanischer Außenminister Österreich.  USA, Österreich
01. Jul.   Wien  Die Städtischen Büchereien erreichen den seit 1945 höchsten Leserstand. Im Mai 1952 betrug die Zahl der Leser 23.250. Sie ist damit seit August 1949 um 9.950 angestiegen.  Österreich
05. Jul. 13. Jul. Halle  Erste Händel-Festspiele mit den Opern "Tamerlan", "Agrippina" und "Alcina". Die Festspiele finden in der Folge jährlich statt.  DDR
07. Jul.   Zürich, Basel, Bern, Lausanne  Tagung der Kunsthistorikervereinigung "association internationale des critiques d'art".  Schweiz
08. Jul.   Bern  Der Bundesrat nimmt den Rücktritt von Paul Lachenal als Präsident des Stiftungsrates der Stiftung Pro Helvetia zur Kenntnis und ernennt Hans-Rudolf von Salis zu seinem Nachfolger.  Schweiz
09. Jul. 12. Jul. Berlin  2. Parteikonferenz der SED: Die Konferenz beschließt den "planmäßigen Aufbau der Grundlagen des Sozialismus in der DDR". Auf wirtschaftlichem Gebiet wird die Kollektivierung der Landwirtschaft eingeleitet und der Vorrang der Schwerindustrie festgelegt. Hinsichtlich der Kultur ergeht von der Konferenz ein Auftrag an die Schritsteller, sich die Methode des sozialistischen Realismus anzueignen. Walter Ulbricht: "Aufgabe der Künstler ist es, dem Leben voranzueilen ...[und] seine Kunstwerke im Geiste des sozialistischen Realismus zu gestalten. Im Mittelpunkt des künstlerischen Schaffens muß der neue Mensch stehen, der Kämpfer für ein einheitliches demokratisches Deutschland, der Aktivist, der Held des sozialistischen Aufbaus." Das "Neue Deutschland" veröffentlicht von Schriftstellern in Aussicht genommene Themen: 1. Das neue Leben auf dem Land, 2. Aufbau unserer industriellen Schwerpunkte, 3. Wiederaufbau Berlins. Außerdem unterzeichnen Bertolt Brecht, Hanns Eisler, Wolfgang Langhoff, Paul Dessau, Hans Rodenberg, Bodo Uhse und Max Schroeder Selbstverpflichtungen zur "Schaffung kultureller Schwerpunkte in einer Anzahl von Großbetrieben".  DDR
09. Jul.   Berlin  Walter Ulbricht, Generalsekretär der SED, verkündet den Abbruch der Verhandlungen über Wirtschafts- und Anerkennungsfragen mit der Schweiz.  DDR, Schweiz
10. Jul.   Wien  Das Wertungskollegium der Plakatwertungsaktion 1952 des Amtes für Kultur und Volksbildung zeichnet als die besten Plakate des Monates Juni "Firn-Englhofer schmeckt mir besser" (Entwurf: Hanns Wagula) und das Straßenbahnplakat "Quick mit Lecithin" (Entwurf: Donnhofer Werbung) aus. Als bestes Vierteljahresplakat wird das vom Atelier Hofmann entworfene Plakat "Nivea" mit einem Geldpreis der Werbegesellschaft Gewista prämiert.  Österreich
11. Jul.   Wien  Der US-Hochkommissar konstatiert, daß seit Jahresbeginn in der sowjetisch besetzten Zone Österreichs 103 Zeitungen und Zeitschriften sowie 111 Bücher verboten wurden.  USA, Sowjetunion, Österreich
13. Jul.   Biel  Während der Schweizer Unteroffizierstage betont Bundespräsident Kobelt die Notwendigkeit der Rüstung und fordert zur Wachsamkeit gegen Feinde der Freiheit innerhalb und außerhalb des Landes auf.  Schweiz
14. Jul.   Wien  Der französische Hochkommissar und Botschafter Payart überreicht am französischen Nationalfeiertag dem Bildhauer Prof. Gustinus Ambrosi, dem Direktor der Albertina Univ.-Prof. Dr. Otto Benesch und dem Direktor der Musiklehranstalten der Stadt Wien Reg. Rat Karl Lustig-Prean im Beisein von Stadtrat Hans Mandl die Insignien des Ritterkreuzes der Ehrenlegion.  Frankreich, Österreich
15. Jul.   Lausanne  Gegen den Universitätsprofessor André Bonnard, Präsident der Schweizer Friedensbewegung, beginnen vor dem Hintergrund seiner Aktivitäten gegen den Koreakrieg staatsanwaltschaftliche Untersuchungen wegen politischer Spionage im Interesse einer ausländischen Organisation und zum Nachteil der Schweiz.  Schweiz
16. Jul.   Bern  Abschluß einer Fürsorgevereinbarung mit der Bundesrepublik Deutschland bis zum 31.03.1954.  Schweiz
22. Jul.   Aarau  Im Zusammenhang mit dem 150-jährigen Bestehen der Aargauischen Kantonsschule wird die Kulturstiftung Pro Argovia gegründet.  Schweiz
23. Jul.   Berlin  Die Volkskammer beschließt ein Gesetz über die Neugliederung der Länder. Es werden vierzehn Bezirke (Rostock, Schwerin, Neubrandenburg, Magdeburg, Potsdam, Frankfurt/Oder, Cottbus, Halle, Leipzig, Erfurt, Gera, Suhl, Chemnitz, Dresden) mit insgesamt 217 Kreisen errichtet.  DDR
24. Jul.   Berlin  Entsprechend einer Empfehlung des Zentralkomitees (ZK) der SED beschließt der Ministerrat Vergünstigungen für Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften (LPGs).  DDR
25. Jul.    Die Kultusministerkonferenz der Bundesländer einigt sich auf eine neunjährige Schulpflicht.  BRD
27. Jul.   Wien  In einem Memorandum an alle Regierungen der Welt fordert die österreichische Bundesregierung die Wiederherstellung der vollständigen Unabhängigkeit.  Österreich
01. Aug.   Bern  Am Bundesfeiertag wird im Ständeratssaal des Bundeshauses in feierlicher Sitzung unter dem Vorsitz des Präsidenten des Stiftungsrates J. Kälin der schweizerische Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung gegründet. Vorsitzender des Forschungsrates ist A. von Muralt.  Schweiz
14. Aug.   Berlin  Der Ministerrat beschließt die Bildung des Staatlichen Rundfunkkomitees, welches aus einem Vorsitzenden, einem Stellvertreter und elf Mitgliedern zusammengesetzt ist und folgende Aufgaben erfüllen soll: Programmplanung und -gestaltung beim Deutschen Demokratischen Rundfunk; Anleitung der Rundfunkstudios in den Bezirken; Anleitung des Fernsehzentrums Berlin und Entwicklung des Fernsehens; Anleitung der Rundfunkschule sowie Herausgabe einer wöchentlichen Rundfunk-Programmzeitschrift.  DDR
18. Aug. 24. Aug. Dresden  1. Pioniertreffen: Der Pionierorganisation wird der Name "Ernst Thälmann" verliehen.  DDR
19. Aug. 24. Aug. Berlin  75. Deutscher Katholikentag in beiden Teilen Berlins unter dem Leitwort "Gott lebt".  DDR, BRD
20. Aug.   Pontresina  Einweihung eines Gedenksteins für den Schweizer Schriftsteller Jakob Christoph Heer.  Schweiz
22. Aug.   Wien  Im Forum-Kino findet die Erstaufführung des deutschen Erfolgsfilmes "Die Försterchristl" statt, bei dem die junge Wienerin Hannerl Matz die Titelrolle spielt. Aus diesem Anlaß wird im Foyer des "Forum" eine Ausstellung gezeigt, die von der jungen Wiener Architektin Christiane Siebert eingerichtet wurde und die die Uraufführung des Theaterstücks von 1907 der Verfilmung im Jahre 1952 gegenüberstellt. Gezeigt werden Photos von der Uraufführung sowie Kostüme, das Drehbuch, Tagesdispositionen und Schnappschüsse von den Dreharbeiten zum Film.  Österreich
25. Aug.   Wien  Die Bücher der Stadtbibliothek, die seit dem Bombenangriff 1944 in der Volkshalle lagern, sollen in sechs Räume des Rathauses überführt werden, die zu diesem Zweck umgebaut werden. Dadurch soll die Zeit zwischen Bücherbestellung und Aushändigung von einem Tag auf fünfzehn Minuten reduziert werden. Die Kosten für den Umzug der Bücher betragen 500.000 Schilling.  Österreich
26. Aug.   Bonn  Der Schweizer Bundesrat und die deutsche Bundesregierung billigen die Ablösung des Washingtoner Abkommens vom 25.05.1946. Damit ist das beschlagnahmte Vermögen deutscher Bundesbürger in der Schweiz wieder freigegeben. Die BRD verpflichtet sich in einem Abkommen, 650 Mio. Schweizer Franken an die Schweiz zu zahlen. Die anfängliche Forderung der Schweiz betrug 1,2 Milliarden Franken.  Schweiz, BRD
31. Aug.   Rheinau (CH)  2. Große Volkskundgebung gegen das Kraftwerk Rheinau.  Schweiz
Aug.    Hanns Eisler schließt sein Libretto "Johann Faustus" ab. Es wird noch in diesem Jahr in der DDR veröffentlicht und löst wegen seiner kritischen Sicht auf die Idealfigur Faust, auf die deutsche Bildungstradition und auf die dominanten Kulturauffassungen der DDR eine heftige Debatte aus. Das Stück wird von der Kulturpolitik als unzulässige Goethe-Kritik aufgefaßt. Offiziell gilt Goethe - und sein Faust insbesondere - als Hauptvertreter des progressiven kulturellen Erbes.  DDR
01. Sep.    Das am 16.05. verabschiedete Lastenausgleichsgesetz zur Regelung der Vermögensschäden und -verluste, die während des Zweiten Weltkrieges oder als dessen Folge (Vertreibung, Flucht, Währungsreform) entstanden sind, tritt in Kraft.  BRD
05. Sep.   Berlin  Das "Neue Deutschland" kritisiert die Arbeit der Zeitschrift "Theater der Zeit". Sie lasse eine kämpferische Stellungnahme "zu den großen Fragen, die unser Volk bewegen, die mit der Erhaltung und Weiterentwicklung unserer Kultur zusammenhängen und daher auch für das Theater von lebenswichtiger Bedeutung sind", vermissen und pflege keine ausreichende Beziehung zu den Dramatikern.  DDR
07. Sep.   Delsberg(CH)  Erneute Kundgebung für einen eigenständigen Kanton Jura.  Schweiz
07. Sep. 14. Sep. Wien  An der Herbstmesse nehmen neben Österreich acht Staaten mit offiziellen Ausstellungen teil: Bulgarien, Tschechoslowakei, England, Italien, Jugoslawien, Rumänien, Ungarn und die UdSSR.  Italien, Ungarn, England, Tschechoslowakei, Jugoslawien, Sowjetunion, Bulgarien, Großbritannien, Österreich
09. Sep.   Wien  Bis Ende August wurden in der Stadtbibliothek mehr als 15.000 Besucher gezählt. Im Jahre 1951 waren es rund 19.000 Besucher, 1950 knapp 14.000. Insgesamt wurden von den Benutzern der Stadtbibliothek 1950 rund 36.000 Bände entlehnt, 1951 45.000 und bis Ende August 1952 mehr als 33.000 Bände. Die Stadtbibliothek umfaßt gegenwärtig 250.000 Bände, 115.000 Handschriften, eine 10.000 Stücke umfassende Musiksammlung und 259 periodische Zeitschriften.  Österreich
10. Sep.    Konrad Adenauer und Israels Außenminister Moshe Sharett unterzeichnen ein Wiedergutmachungsabkommen ("Luxemburger Abkommen"): Drei Milliarden DM sollen, verteilt über zwölf Jahre, in Form von Waren und Dienstleistungen aus der Bundesrepublik nach Israel verbracht werden.  Israel, BRD
13. Sep.   Wien  Das Wertungskollegium der Plakatwertungsaktion 1952 des Amtes für Kultur und Volksbildung prämiert als die besten Plakate des Monates August die Plakate "Grazer Messe" (Entwurf: Atelier "Der Kreis"), "Toto - 4. Spieljahr" (Entwurf: Atelier Hofmann) und die beiden Straßenbahnplakate "Österreichischer Katholikentag 1952" (Entwurf: Kurt Schwartz) und "Regent Schuhe - Dieses Paket hat's in sich" (Entwurf: Alfred Proksch).  Österreich
14. Sep.   Berlin  An der ehemaligen Hinrichtungstätte der Haftanstalt Plötzensee in West-Berlin wird ein Mahnmal zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus enthüllt.  BRD
21. Sep.   Wien  Im "Forum"-Kino findet die erste Aufführung des Films "Symphonie Wien" statt, der bereits in Berlin gezeigt worden ist. Produziert hat den abendfüllenden Film die "Schönbrunn-Film" im Auftrag des Amtes für Kultur und Volksbildung der Stadt Wien . Er erzählt die Geschichte der Stadt, "das Werden ihres Gesichtes und das Sein ihrer Seele". Drehbuch: Albert Quendler, zusammen mit Franz Theodor Csokor, Felix Hubalek und Elio Carniel. Kameramann: Elio Carniel.  Österreich
25. Sep.   Frankfurt am Main  Mit einem Festakt in der Paulskirche wird die vierte Internationale Frankfurter Buchmesse eröffnet. Insgesamt stellen 850 Verlage aus, davon 360 ausländische.  BRD
29. Sep. 14. Okt. Berlin  Die Deutsche Staatsbibliothek zeigt eine Ausstellung mit dem Titel "Emile Zola. Zum 50. Todestag".  DDR
Sep.    Das erste "Tarzan"-Comic-Heft erscheint.  BRD
05. Okt.   Bern  In der eidgenössischen Abstimmung wird der Gesetzentwurf zum Einbau von Luftschutzräumen in bestehende Häuser mit 602.091 zu 110.836 Stimmen endgültig abgelehnt.  Schweiz
08. Okt.   Wien  In den Ausstellungsräumen des Amtes für Kultur und Volksbildung eröffnet Stadtrat Hans Mandl im Beisein von Vizebürgermeister Franz Weinberger die Ausstellung "Unser Strauß", die einige besondere Stücke der neuerworbenen Strauß-Sammlungen zeigt.  Österreich
11. Okt.    Verkündung des Betriebsverfassungsgesetzes, in dem die Mitwirkung und Mitbestimmung der Arbeitnehmer in sozialen, personellen und wirtschaftlichen Angelegenheiten in privatwirtschaftlichen Betrieben festgelegt wird.  BRD
15. Okt. 11. Nov. Berlin  Die Deutsche Staatsbibliothek zeigt eine Ausstellung mit dem Titel "Friedrich Ludwig Jahn. Zum 100. Todestag".  DDR
17. Okt.   Bern  Der Bundesrat beschließt einen Subventionsabbau um 10-20% für das Jahr 1953.  Schweiz
28. Okt.   London  Der britische Historiker Alan Bullock (geb. 1914) veröffentlicht in London die erste Hitler-Biographie.  England, Großbritannien, BRD
30. Okt.   Wien  Der Nationalrat beschließt nach der Demission der Regierung Leopold Figl wegen Unstimmigkeiten über das Budget 1953 die vorzeitige Auflösung. Neuwahlen werden für den 22.02. des nächsten Jahres festgesetzt.  Österreich
30. Okt.   Berlin  Eröffnung des Maxim Gorki Theaters (Intendant: Maxim Vallentin) mit Boris A. Lawrenjows Stück "Für die auf See".  DDR
Okt.   Göttingen  11. Tagung der Gruppe 47 auf Burg Berlepsch bei Göttingen. Es lesen: Ilse Aichinger: drei "gläserne Märchen", Alfred Andersch aus "Kirschen der Freiheit. Ein Bericht", Ingeborg Bachmann: die Gedichte "Psalm" und "Früher Mittag", Heinrich Böll: die Satire "...nicht nur zur Weihnachtszeit", Wolfgang Hildesheimer: "Das Ende einer Welt. Funkoper", Jürgen von Hollander: aus einem Roman, Hermann Kesten: aus seinem Roman "Casanova", Erich Kuby: aus einem Reportagebuch, Hermann Lienhard: Lyrik, Adriaan Morrien: Prosa, Johannes Mudjono: eine Geschichte, Paul Schallück: aus einem Roman, Hans Dieter Schwarze: "Nächtliches Stenogramm" und andere Gedichte und Wolfgang Weyrauch: ein Hörspiel.  BRD
03. Nov.   Wien  Eine Ausstellung in der Stadtbibliothek erinnert an drei österreichische Dichter: Georg Trakl wäre am 03.02. 65 Jahre alt geworden, Richard Schaukals Todestag jährt sich am 10.10. zum zehnten Mal, und Max Mell feiert am 10.11. seinen 70. Geburtstag. In drei Vitrinen gibt die Stadtbibliothek aus ihren Beständen und mittels Leihgaben der Familien und Max Mells selbst einen Überblick über Leben und Werk der Dichter.  Österreich
15. Nov.   Bern  Eine "Vereinigung jurassischer Patrioten" wendet sich in einem Aufruf gegen die separatistische Bewegung des Berner Jura.  Schweiz
15. Nov. 02. Dez. Berlin  Die Deutsche Staatsbibliothek zeigt eine Ausstellung mit dem Titel "Gerhart Hauptmann. Zum 90. Geburtstag".  DDR
19. Nov.   Wien  Im Apollo-Kino wird der Film "1. April 2000" uraufgeführt. Der Film von Rudolf Brunngraber (Drehbuch) und Ernst Marboe (Regie) entwirft ein satirisch-groteskes Szenario der dauerhaften Besatzung Österreichs noch im Jahr 2000 und schließlich deren friedliche Aufhebung.  Österreich
20. Nov.   Wien  Thomas Mann und seine Ehefrau Katja werden von Bürgermeister Franz Jonas im Rathaus empfangen. Über seine Eindrücke befragt, hebt Thomas Mann hervor, daß ihm bei der Neubautätigkeit vor allem der soziale Charakter der Bauwerke aufgefallen sei. Während besonders in deutschen Städten meist nur Geschäftshäuser errichtet würden, widme man in Wien dem Wohnungsbau mehr Aufmerksamkeit.  Österreich
21. Nov.   Bern  Anläßlich einer Meldung aus den USA, wonach die Möglichkeit eines Militärbündnisses zwischen der Schweiz und der NATO angedeutet wird, betont der Bundesrat kategorisch die Neutralität der Schweiz.  Schweiz
23. Nov.   Bern  In einer Volksabstimmung wird die Beibehaltung einer begrenzten Preiskontrolle durch den Staat beschlossen.  Schweiz
27. Nov.    Einsetzen einer öffentlichen Kontroverse um das soeben erschienene Werk Alfred Anderschs, "Die Kirschen der Freiheit, ein Bericht", gegen das vor allem in der "Deutschen Soldatenzeitung" heftige Angriffe geführt werden. Andersch nimmt hier eine autobiographische und strikt individualistische Geschichtsperspektive ein, Endpunkt des Erzählens ist seine als Akt der Freiheit begriffene Desertion aus der deutschen Armee in Norditalien.  BRD
30. Nov.   Frankfurt am Main  Die Bundestagsabgeordneten Helene Wessel (frühere Vorsitzende des Zentrums), Gustav Heinemann (CDU) und Hans Bodensteiner (CSU) gründen die Gesamtdeutsche Volkspartei (GVP). Die neue Partei präsentiert sich den Gegnern einer Wiederaufrüstung und Befürwortern eines neutralen wiedervereinigten Deutschlands als bürgerliche Alternative zu KPD und SPD.  BRD
07. Dez.    J. Bourquin wird Zentralpräsident der Neuen Helvetischen Gesellschaft (NHG).  Schweiz
08. Dez.    Das PEN-Zentrum protestiert gegen die Einführung des "Gesetzes über die Verbreitung jugendgefährdender Schriften", nennt es eine Neuauflage des "Schmutz- und Schundgesetzes" und bezeichnet es als "überflüssig, gefährlich und nicht durchführbar".  BRD
10. Dez.   Stockholm, Oslo  Verleihung der Nobelpreise. Der deutsche Theologe und Missionsarzt Albert Schweitzer erhält den Friedensnobelpreis.  Schweden, Norwegen, BRD
11. Dez.   Bern  Philipp Etter wird von der Bundesversammlung zum Bundespräsidenten für 1953 gewählt.  Schweiz
12. Dez. 19. Dez. 1953 Wien  1.880 Delegierte aus 85 Ländern nehmen in Wien am "Völkerkongreß für den Frieden" teil, darunter auch Jean Paul Sartre, Georg Lukacs, Ferdinand Léger und Stefan Hermlin. Da die Veranstaltung in Zusammenhang mit der Friedenskampagne Stalins steht, stuft der österreichische Ministerrat sie bereits am 14.11.1952 als eine kommunistische Propagandaveranstaltung ein.  Österreich
13. Dez.   Innsbruck  Josef Nadler erhält nachträglich den Wolfgang Amadeus Mozart-Preis im Festsaal der Universität Innsbruck. Der Preis, 1935 gestiftet für das "bairische Stammestum des Alpenraumes", war ihm wahrscheinlich 1941 zugesprochen worden, Joseph Goebbels hatte jedoch "grundsätzliche und weltanschauliche Bedenken" gegen die Verleihung erhoben.  Österreich
19. Dez. 25. Jan. 1953 Berlin, Radebeul, Görlitz, Hiddensee  Die Deutsche Akademie der Künste veranstaltet eine Ausstellung mit dem Titel "Gerhart Hauptmann. Zum 90. Geburtstag". Sie ist 1953 auch in den Städten Görlitz und Radebeul sowie auf Hiddensee im Hauptmann-Haus zu sehen.  DDR
19. Dez.   Berlin  Die Regierung gibt einen Drei-Stufen-Plan zur Errichtung landwirtschaflicher Produktionsgenossenschaften (LPG) bekannt.  DDR
21. Dez.    Um 20:00 Uhr beginnt die erste Fernsehsendung der DDR (offizielles Versuchsprogramm) mit Margit Schaumäker als Ansagerin und Herbert Köfer als Nachrichtensprecher zu Ehren des 73. Geburtstages Stalins. Die Sendezeit beträgt im folgenden Jahr täglich zwei Stunden. 1952 existieren in der DDR 75 Fernsehgeräte.  DDR
24. Dez.    Deutsche Premiere des Films "Casablanca" mit Ingrid Bergman und Humphrey Bogart. Er ist bis zum Jahre 1977 der im Fernsehen meistgespielte Film.  BRD
25. Dez.    Die erste Fernsehsendung wird ausgestrahlt: 4.000 Haushalte im Sendebereich des Nordwestdeutschen Rundfunks (NWDR) empfangen ein zweistündiges Weihnachtsprogramm. Am folgenden Tag wird zum ersten Mal die "Tagesschau" gesendet, die nun dreimal wöchentlich ins Programm genommen wird. Bis zum Jahresende werden täglich aus Berlin, Köln und Hamburg von 20 bis 22 Uhr Sendungen zeitversetzt übertragen. Seit September waren Versuchsübertragungen vom NWDR-Fernsehstudio in der Tempelhofer Ringbahnstraße über Kabel zu einem Sendeturm in Nikolassee und über Ultrakurzwelle weiter in die Hamburger Zentrale vorausgegangen.  BRD
Dez.   Berlin  Im 6. Heft der Zeitschrift "Sinn und Form" erscheint Ernst Fischers Essay "Doktor Faustus und der deutsche Bauernkrieg": Darin feiert der Autor Hanns Eislers neu erschienenes Opernliberetto "Johann Faustus" als "großartige und volkstümliche Weiterbildung der alten Faust-Sage" und als "ein eindrucksvolles Bekenntnis zu jenem revolutionärem Humanismus, den das Bürgertum verraten hat und den die Arbeiterklasse unbeirrbar dem weltgeschichtlichen Sieg entgegenträgt". Sein Fazit: "Der "Doktor Faustus" Eislers kann werden, was seit einem Jahrhundert fehlt: die deutsche Nationaloper."  DDR
    Genf  Gründung des Verlages "Helmut Kossodo".  Schweiz
    Wien  Das Jugendamt spricht im "Amtsblatt der Stadt Wien" 78 Verbreitungsbeschränkungen auf der Grundlage des "Schmutz- und Schundgesetzes" aus.  Österreich
     In diesem Jahr werden 13.913 Titel hergestellt, davon 10.536 in der Erstauflage. Der Anteil der Belletristik daran beträgt 3.535 Titel.  BRD
    Stuttgart  Alfred Andersch schließt mit dem Intendanten des SDR, Fritz Eberhard, einen Zweijahresvertrag über die Organisation einer literarischen Sendereihe für ein monatliches Honorar von 1.600 DM.  BRD
     Das Erscheinen der von Robert Jakob Lang herausgegebenen literarischen Zeitschrift "Neue Schweizer Bibliothek" wird mit der 96. Ausgabe eingestellt.  Schweiz
  1954  Das System der Volksbuchhandlungen wird umstruktuiert, dem am 14.06.1946 gegründeten Leipziger Kommissions- und Großbuchhandel (LKG) angeschlosen, auf Bezirksebene ausgebaut und einer Zentralen Verwaltung unterstellt. Zur gleichen Zeit wird der Privatsektor in der Buchhandelsbranche durch Enteignungen und Verstaatlichungen weiter eingeschränkt. Seitdem besitzt der Volksbuchhandel eine nahezu uneingeschränkte Monopolstellung und erwirtschaftet ca. 90% des gesamten Buchumsatzes.  DDR
     Aufgrund des Erfolgs der Rowohlt-Taschenbücher folgen auch andere Verleger mit Taschenbüchern.  BRD
     Gründung der Zeitschrift "Neue Deutsche Literatur" (NDL) als "öffentliche Stimme" des 1952 gegründeten Deutschen Schriftstellerverbandes. Herausgeber ist Willi Bredel (Herausgeber der Moskauer Exilzeitschrift "Das Wort"). Schwerpunkt dieser Zeitschrift ist die Literaturdiskussion in allen ihren Formen, wobei dem Aktualitätsbezug in Glossen, Aufrufen, Stellungnahmen etc. eine wichtige Rolle zugestanden wird.  DDR
    Düsseldorf  Das Dumont-Lindemann-Archiv veranstaltet in den Geschichtlichen Sammlungen eine Ausstellung mit dem Titel "Düsseldorfer Schauspielhaus-Dumont-Lindemann und Deutsches Theater am Rhein".  BRD
    Berlin  Die Öffentliche Wissenschaftliche Bibliothek zeigt eine Ausstellung mit dem Titel "Gerhart Hauptmann".  DDR
     182.000 Bürger siedeln nach Westdeutschland über, 24.000 in die DDR.  DDR, BRD
     In diesem Jahr werden 3.401 Buchtitel mit einer Gesamtauflage von 59,2 Mio. und einer durchschnittlichen Auflagenhöhe von 1.7431 Büchern produziert.  DDR
  1950 1960  Jährlich finden etwa 150 künstlerisch 'relevante' Hörspielpremieren statt. Berücksichtigt man auch die Kurz- und Unterhaltungshörspiele, die Kriminal- und Mundartstücke, so ergibt sich eine Zahl von knapp 500 Premieren. Hinzu kommen Funkadaptationen von Texten der Weltliteratur. Die wenigsten Hörspieltexte werden als Monographien, in Sammelausgaben oder in Zeitschriften gedruckt; die meisten existieren lediglich als Bandaufzeichnungen oder in Form von Rundfunktyposkripten in den Archiven der Sendeanstalten. Wichtige Ausnahmen bilden die Hörspiele, die im "Hörspielbuch" (12 Bände, unter der Federführung des SDR von 1950 bis 1961 veröffentlicht) sowie in der Reihe "Hörwerke der Zeit" (31 Hörspiele als Einzeldrucke, vom Hamburger Hans Bredow-Institut veröffentlicht) erschienen sind.  BRD
  1950 1956 Köln  Unter dem Motto "Freier Eintritt, Freie Fragen, Freie Antworten" initiiert der Buchhändler Gerhard Ludwig ein Forum für demokratische Offenheit und Toleranz - die "Mittwochgespräche", die in den Wartesälen des Kölner Hauptbahnhofs unter reger Anteilnahme eines engagierten Publikums in 260 Diskussionsveranstaltungen stattfinden. Bekannte Schriftsteller, Künstler, Politiker und Wissenschaftler referieren: Heinrich Böll, Gustaf Gründgens, Werner Finck, Carlo Schmid, Theodor W. Adorno, auch Ernst von Salomon und Wolf Graf Baudissin. Unter der Leitung von Gerhard Ludwig diskutieren sie mit jeweils bis zu 800 interessierten Teilnehmern Themen aus den Bereichen Theater, bildende Kunst, Innen- und Außenpolitik, Wirtschaft, Sozialwissenschaft sowie Film und Kino: ein bedeutender, neuartiger und überregional anerkannter Beitrag zur Entwicklung einer demokratischen Gesprächskultur.  BRD

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