Literarisches Leben
Datenbank zum Literarischen Leben in den deutschsprachigen Ländern 1945-2000

Diese Seite liefert eine Jahreschronik literarischer und kultureller Ereignisse in Deutschland (BRD/DDR), Österreich und der Schweiz. Über die Homepage des Projekts www.literarischesleben.uni-goettingen.de können Sie kostenlos weitere Jahreschroniken abfragen. Mit differenzierten Suchfunktionen können Sie außerdem den Bestand der Datenbank etwa nach Personennamen, Literaturpreisen, Schlagworten oder bestimmten Begriffen durchsuchen.

Kalendarium 1950

Datum/Zeitraum
Ort, Ereignis, beteiligte Länder
am/von bis
01. Jan.    Der Bundesrat beschließt, die chinesische Regierung unter Mao Tse-Tung anzuerkennen. Der frühere Schweizer Konsul in Shanghai, Stiner, führt als Interims-Geschäftsträger die Verhandlungen über die Aufnahme diplomatischer Beziehungen. Die frühe Anerkennung Chinas durch die Schweiz erregt internationales Aufsehen. Die eingerichtete Gesandtschaft wird 1956 zur Botschaft erhoben.  China, Schweiz, Volksrepublik China
02. Jan.   Wien  Für die Faschingssaison sind beim Wiener Magistrat etwa 200 größere und kleinere Faschingsveranstaltungen gemeldet. Die meisten Bälle finden im Messepalast, im Konzerthaus und in den Sofiensälen statt.  Österreich
04. Jan.   Wien  An diejenigen Journalisten, die mehr als vierzig oder mehr als fünfundzwanzig Jahre Mitglieder der Gewerkschaft sind, wird das Goldene bzw. das Silberne Ehrenzeichen des Österreichischen Gewerkschaftsbundes verliehen. Unter den Ausgezeichneten befinden sich unter anderen der Präsident der Journalistengewerkschaft, Prof. V.L. Ostry, sowie die Chefredakteure Czerny, Deutsch, Eichinger, Funder, Husinsky, Kalmar, Klenner, Krämer, Winkler, Wolf und Zucker-Schilling. In seiner Ansprache lobt Prof. Ostry das Zustandekommen eines österreichweit geltenden Kollektivvertrages und unterstreicht die Forderung der Gewerkschaft nach der Wiedereinführung des alten österreichischen Pressegesetzes.  Österreich
07. Jan.    Die Deutsche Grenzpolizei übernimmt Aufgaben zur Sicherung der Staatsgrenzen der DDR.  DDR
08. Jan.   Kiel  Als Vertriebenen- bzw. Flüchtlingspartei wird der Block der Heimatvertriebenen und Entrechteten (BHE) gegründet. Von Schleswig-Holstein aus verbreitet er sich über das ganze Bundesgebiet und nennt sich ab September 1952 Gesamtdeutscher Block/Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten.  BRD
13. Jan.    Aufhebung der Lizenzierungspflicht für politische Parteien.  BRD
15. Jan.   Wien  Auch nach dem Ende der Ausstellung "Die Wienerin" im Künstlerhaus wird die zugehörige Vortragsreihe im Konservatorium der Stadt fortgesetzt. Annie Rosar spricht über das Thema "Die Wienerin als Mutter".  Österreich
16. Jan. 18. Jan. Wien  Autorentagung der Zeitschrift "Neue Wege" größtenteils zum Thema 'Surrealismus'.  Österreich
17. Jan.   Bern  Der Bundesrat beschließt die de jure-Anerkennung der Volksrepublik China unter der Regierung von Mao Tse-Tung.  China, Schweiz, Volksrepublik China
21. Jan.   Basel  Ausstellung "Der blaue Reiter 1908-1914 und die Zeitgenossen" in der Kunsthalle.  Schweiz
24. Jan.   Paris  Die Basler Künstlergruppe 33 stellt in Paris aus.  Frankreich, Schweiz
28. Jan.   Wien  Der österreichische PEN-Club ermittelt, nach Abstimmungsschwierigkeiten unter Zeitdruck, durch eine Telefonumfrage unter den Mitgliedern einen geeigneten österreichischen Kandidaten für den Literaturnobelpreis. Das Nobelpreiskomitee hatte über die Schwedische Botschaft in Wien vertraulich dazu aufgefordert, einen solchen zu benennen. Der PEN-Club bekam das Vorschlagsrecht. Nominiert wird mit Umfrage mit 10 Stimmen Hermann Broch. 5 Stimmen erhält Enrica von Handel-Mazzetti, jeweils eine Rudolf Kassner, Ferdinand Bruckner und Franz Theodor Csokor.  Österreich
29. Jan.   Bern  Die Vorlage über Maßnahmen zur Förderung des Wohnungsbaus wird in der eidgenössischen Volksabstimmung mit 387.456 zu 333.878 Stimmen abgelehnt.  Schweiz
29. Jan.   Zürich  In der Abstimmung der Stadt Zürich wird die Kreditvorlage zur Förderung des Wohnungsbaus mit 52.433 zu 20.167 Stimmen angenommen.  Schweiz
Jan.   Wien  Ernst Fischer, Bruno Frei (i.e.Benedikt Freistadt) und Viktor Matejka übernehmen die Herausgabe der Zeitschrift "Österreiches Tagebuch". In der Rubrik 'Steckbrief' wird an die im Vergessen begriffene austrofaschistische und/oder nationalsozialistische Vergangenheit von Personen des öffentlichen Lebens erinnert - z. B. an Erich Kern, dessen Buch "Der große Rausch" vom Alliierten Rat schließlich verboten wird, an den Mitarbeiter der "Tiroler Nachrichten" Robert Ingrimm, Franz Tumler, Rudolf Brunngraber oder Hans Fritsche .  Österreich
01. Feb.   Paris  Die schweizerische Delegation gibt im Rat der Organisation für europäische wirtschaftliche Zusammenarbeit (OEEC) eine positive Erklärung der Schweiz zur geplanten Zahlungsunion ab.  Frankreich, Schweiz
01. Feb.   Bern  Aufgrund der eidgenössischen Konzession und des Vertrages zwischen der Verwaltung der schweizerischen Post-, Telefon- und Telegraf-Betriebe (PTT) und der schweizerischen Depeschenagentur wird ein Telefonnachrichtendienst (TND) eingeführt.  Schweiz
03. Feb.    Die "Neue Deutsche Wochenschau" wird zum ersten Mal in den Vorprogrammen der Kinos in der Bundesrepublik gezeigt.  BRD
08. Feb.   Berlin  Auf ihrer 10. Tagung beschließt die Provisorische Volkskammer die Bildung eines Ministeriums für Staatssicherheit (MfS). Es ist vor allem für die innere Sicherung der SED Herrschaft zuständig.  DDR
09. Feb.    Konrad Adenauer legt dem Bundestag ein Programm zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit vor, die Ende Januar mit 13,3% der unselbständig Erwerbstätigen die höchste Quote seit Kriegsende erreicht hat. Von den vorgesehenen 3,5 Mrd. DM werden vor allem Wohnungsbauprogramme umgesetzt und private Betriebe mit einem hohen Anteil an Flüchtlingen gefördert.  BRD
09. Feb. 10. Feb. Berlin  Auf der ersten Pressetagung der SED wird über die Entwicklung der Parteipresse zu einer "Presse neuen Typs" beraten.  DDR
11. Feb.   Wien  Im Österreichischen Buchklub der Jugend findet die Eröffnung eines Lese- und Klubraumes für Kinder und Jugendliche statt. Den Besuchern steht eine Bücherei mit Jugendliteratur zur Verfügung. Der Österreichische Buchklub wird die Erfahrungen im Büchereibetrieb statistisch erfassen und für seine Arbeit verwerten.  Österreich
15. Feb. 16. Feb. Bern, Basel  Bundesrat Kobelt hält im Staatsbürgerkurs Vorträge über die Notwendigkeit der schweizerischen Landesverteidigung angesichts der zunehmenden Bedrohung durch die internationale militärpolitische Lage.  Schweiz
18. Feb.   Zürich  Radio Zürich veranstaltet einen Sonntagsgeschichten-Wettbewerb. Die Hörer sprechen die ersten drei Preise den Schriftstellerinnen Cécile Ines Loos (Basel), Margrit Hauser (Zürich) und Maria Ulrich (Obfelden) zu.  Schweiz
25. Feb.   Wien  Auf dem vom Künstlerhaus veranstalteten "Hausball in Paradoxia" werden auch die hundert typischen Wienerinnen anwesend sein, die eine Künstlerjury unter den Besucherinnen der Ausstellung "Die Wienerin" ausgewählt hat. Eine Anzahl von Bildern dieser Frauen - von Künstlern des Hauses gemalt - werden in der Frühjahrsausstellung des Künstlerhauses zu sehen sein.  Österreich
28. Feb.   Bern  Die Kantone erhalten vom Bundesrat die Weisung, ausländischen Extremisten bis auf weiteres keine Redeerlaubnis mehr zu erteilen.  Schweiz
10. Mär.   Wien  Im Apollo-Kino wird der von Carol Reed in Wien gedrehte Film "Der dritte Mann" uraufgeführt. Die Romanvorlage zum Drehbuch stammt von Graham Greene. Mit Orson Welles und Joseph Cotten ist der Film mit internationalen Stars besetzt; auch Burgschauspieler Hedwig Bleibtreu, Paul Hörbiger und Ernst Deutsch spielen mit.  Österreich
10. Mär.    Konrad Adenauer legt vor dem Bundestag Rechtsverwahrung gegen die Saar-Konventionen ein. Nach den zwölf Konventionen zwischen der französischen und saarländischen Regierung vom 03.03.1950 bleibt das Saarland in Gesetzgebung, Verwaltung und Rechtsprechung weitgehend autonom, wird jedoch wirtschaftlich stärker als bisher an Frankreich gebunden.  Frankreich, BRD
10. Mär.   Basel  Die Basler Bach-Wochen bilden den Auftakt zahlreicher Veranstaltungen im ganzen Land anläßlich des 200. Todestages von Johann Sebastian Bach.  Schweiz
14. Mär.   Bern  Bei der Beratung des Bundesbeschlusses über Altertümer und Kunstdenkmäler lehnt der Nationalrat mit 100 zu sechzehn Stimmen einen Antrag ab, der vorsieht, daß Altertümer an ihrem ursprünglichen Standort verbleiben oder dorthin zurückgebracht werden sollen. Der Ständerat stimmt der Vorlage am 07.06. dagegen zu.  Schweiz
14. Mär.   Bern  Der Ständerat ratifiziert das Wirtschafts- und Entschädigungsabkommen mit der Tschechoslowakei mit 31 zu null Stimmen (einige Enthaltungen).  Tschechoslowakei, Schweiz
19. Mär.   Zürich  Eröffnung einer deutschen Bücherschau, die anschließend in Bern und Basel gezeigt wird. Acht Tage zuvor fand eine entsprechende Ausstellung Schweizer Bücher in München statt, die später in Köln und Stuttgart gezeigt wird.  Schweiz, BRD
22. Mär.    Die Bundesregierung fordert in einer Erklärung die Wiederherstellung der Deutschen Einheit unter der Voraussetzung, daß gesamtdeutsche Wahlen unter internationaler Kontrolle durchgeführt werden.  DDR, BRD
24. Mär.   Wien  In Österreich wird das letzte Todesurteil an Johann Trnka wegen Frauenmordes vollstreckt. Am 21.06. wird die Abschaffung der Todesstrafe im ordentlichen Gerichtsverfahren vom Parlament beschlossen.  Österreich
24. Mär.   Berlin  In der Deutschen Staatsoper wird die Akademie der Künste gegründet. Zum ersten Präsidenten der Akademie wird Arnold Zweig gewählt. Der ursprünglich als Präsident berufene Heinrich Mann stirbt wenige Tage zuvor noch im amerikanischen Exil. Mitglieder der Akademie sind u.a. Johannes R. Becher, Bertolt Brecht, Anna Seghers, Hanns Eisler, Wolfgang Langhoff. Ministerpräsident Otto Grotewohl sagt zur Eröffnung: "Der Todfeind jeder nationalen Kultur ist der alles nivellierende charakterlose Kosmopolitismus. Der Todfeind jeder wahren, tiefen Kunst, deren Form vom Inhalt bedingt wird, ist der Formalismus. Der Todfeind jeder Kunst überhaupt ist der Kitsch aller Art."  DDR
25. Mär.   Wien  Zum siebten Mal seit seinem Bestehen unternimmt das "Studio in der Kolingasse" eine Gastspielreise ins Ausland, dieses Jahr nach Italien, wo Goethes "Urfaust" in Venedig, Padua, Florenz, Perugia, Rom, Bologna und Verona auf dem Programm steht.  Italien, Österreich
26. Mär.   Zürich  Das Gesetz zur zusätzlichen Förderung des Wohnungsbaus wird in der Volksabstimmung des Kantons Zürich mit 101.733 zu 75.157 Stimmen angenommen.  Schweiz
26. Mär.    Radio Monte Ceneri führt eine deutsch-schweizerische Woche durch mit umfassenden Beiträgen zur Kunst und Kultur.  Schweiz
27. Mär.   Zürich  Auf der Festwoche des französischen Films werden unter anderem acht Erstaufführungen gezeigt.  Frankreich, Schweiz
29. Mär.   Bern  Der Nationalrat ratifiziert das Wirtschafts- und Entschädigungsabkommen mit der Tschechoslowakei mit einer Mehrheit von 85 zu 3 Stimmen.  Tschechoslowakei, Schweiz
30. Mär.   Berlin  Die Schulspeisung wird eingeführt. Ab 15.04.1950 erfolgt in allen Grund-, Ober-, Fach- und Berufsschulen sowie in Kindergärten und Kindertageskrippen die Ausgabe einer warmen Mahlzeit.  DDR
31. Mär.   Wien  Der Nationalrat beschließt das "Bundesgesetz über die Bekämpfung unzüchtiger Veröffentlichungen und den Schutz der Jugend gegen sittliche Gefährdung" (sogenanntes "Schmutz und Schund-Gesetz").  Österreich
Mär.   Dresden  Ausstellung "Maxim Gorki" in der Sächsischen Landesbibliothek.  DDR
Mär.   Zürich  Der schweizerische Buchhändler- und Verleger-Verein (SBVV) prämiert u.a. folgende Bücher aus dem Jahre 1949: Allgemeine Literatur: J.W. v. Goethe (Gedenkausgabe): "Mit Goethe durch das Jahr", J.W. v.Goethe: "Gedichte", R. Kassner: "Umgang der Jahre", Neera: "Teresa", W. Nigg: "Buch der Ketzer", F. Schiller: "Gedichte" und B. Schönlank: "Mein Tierparadies". Kunst- und Photobücher: M. Bill: "W. Kandinsky", C.A. Cingria: "O.C. Bänninger", D. Cooper: "Fernand Léger", G. Duthuit: "Les Fauves", E. Egli u.a.: "Flugbild der Schweiz", P. Gauchat: "Marionetten", H. Hubacher: "Rodin", V. Huber: "Schweizerische Landschaftsmaler", P. Klee: "Dokumente und Bilder" und G. Schmidt: "Henri de Toulouse-Lautrec". Bibliophile Ausgaben: J.W.v. Goethe: "Urfaust", H. Hesse: "Aus vielen Jahren", G. Keller: "Spiegel, das Kätzchen" und S. Trebitsch: "Die Heimkehr des Diomedes".  Schweiz
Mär.   Wien  Der österreichische PEN-Club ist an den Beratungen über die Wiedereinrichtung des österreichischen Staatspreises für Literatur beteiligt.  Österreich
04. Apr.   Bern  Mit 111.988 Unterschriften reicht ein Aktionskomitee ein Volksbegehren gegen die Warenumsatzsteuer ein.  Schweiz
04. Apr.   Berlin  Das Ministerium für Volksbildung verbietet das Abspielen von anglo-amerikanischer Tanzmusik in der Öffentlichkeit.  DDR
05. Apr.   Wien  In der Stadiongasse wird das Forum-Kino eröffnet. Daran nehmen neben Bundespräsident Karl Renner u.a. auch die Vertreter der Alliierten Mächte, Bundeskanzler Leopold Figl, Vizekanzler Adolf Schärf und Bürgermeister Theodor Körner teil.  Österreich
18. Apr.   Bern  Der Bundesrat empfiehlt den Abgeordneten des Nationalrates, die verfassungsmäßige Wahlziffer von 22.000 als Grundlage für die Mitgliederzahl des Nationalrates auf 24.000 zu erhöhen.  Schweiz
21. Apr. 24. Apr. Berlin  3. Bundeskongreß des Demokratischen Frauenbundes Deutschlands. Elli Schmidt wird wieder als Vorsitzende gewählt.  DDR
21. Apr.   Bern  Der Bundesrat beantragt bei der Bundesversammlung, das Volksbegehren für die Heranziehung der öffentlichen Unternehmungen zu einem Beitrag an den Kosten der Landesverteidigung abzulehnen.  Schweiz
21. Apr.   Bern  Der Bundesrat beschließt, die Subventionierung des Milchpreises herabzusetzen, während gleichzeitig der Preis erhöht wird. Im Mai fordert das eidgenössische Departement für Volkswirtschaft die privaten und kollektiven Haushaltungen und die gewerblichen Betriebe zu Vorratshaltungen auf. Im November dann ordnet der Bundesrat per Erlaß die Vorratshaltung von Speiseölen, Speisefetten, Reis und Zucker an. Am 11. Dezember beschließt er außerdem die Überwachung der Ein- und Ausfuhr von lebenswichtigen Rohstoffen.  Schweiz
27. Apr.    Verabschiedung des Heimkehrergesetzes durch den Bundestag. Es gewährt den ehemaligen Kriegsgefangenen besondere Rechte und Vergünstigungen (Entlassungsgeld, Überbrückungshilfe, Unterstützung bei der Wohnraum- und Arbeitssuche).  BRD
29. Apr.   Bern  Die Ausstellung der Pariser Künstlergruppe "Les Fauves" wird eröffnet.  Schweiz
30. Apr.   Schaffhausen  Delegiertenversammlung des Zentralverbandes schweizerischer Dramatikervereine: Tony Keller (Schaffhausen) löst den zurücktretenden Zentralpräsidenten Walter Richard Ammann (Olten) ab.  Schweiz
01. Mai    Ende der Lebensmittelrationierungen  BRD
01. Mai   Berlin  Mehr als eine halbe Million Menschen aus Berlin, darunter viele aus dem Ostteil der Stadt, versammeln sich auf dem Platz der Republik. Zwischen den Ruinen der Krolloper und dem Reichstagsgebäude findet die größte politische Demonstration in West-Berlin nach Kriegsende statt. Aufgerufen dazu hatten die Berliner Gewerkschaften, die demokratischen Parteien und über 50 unabhängige Organisationen der Stadt. Die Veranstaltung ist unter das Motto "Gegen Einheit in Ketten, für Frieden und Freiheit" gestellt. In seiner Rede betont Oberbürgermeister Ernst Reuter die Bedeutung des Freiheitskampfes der Berliner für die freie Welt und gibt der Hoffnung auf Wiedervereinigung Berlins und Deutschlands Ausdruck.  DDR, BRD
04. Mai    Die sowjetische Nachrichtenagentur TASS teilt mit, daß bis auf 14.000 in Haft befindliche Kriegsverbrecher alle deutschen Kriegsgefangenen entlassen worden seien.  DDR, Sowjetunion, BRD
06. Mai 07. Mai St. Gallen  Anläßlich der Jahrestagung des schweizerischen Schriftstellervereins begeben sich über 25 Mitglieder zu Lesungen in die Schulen.  Schweiz
09. Mai    Der französische Außenminister Robert Schuman legt einen Plan zur Bildung einer westeuropäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl, der sog. Montanunion vor.  Frankreich, BRD
12. Mai 13. Mai Vevey  Bei der Jahressitzung des Aufsichtsrats der schweizerischen Schillerstiftung werden Preisgelder / Stipendien in Höhe von 17.800 Franken beschlossen.  Schweiz
15. Mai   Wien  Im Wirtschaftsförderungsinstitut der Kammer der gewerblichen Wirtschaft wird die Ausstellung "Österreichische Fach- und Zeitschriftenschau" eröffnet. Die letzte österreichische Presseschau ist 1938 in Wien abgehalten worden. Die neue Ausstellung gibt einen Überblick über alle bedeutenden Zeitschriften Österreichs sowie Publikationen aus Kultur, Kunst und Wissenschaft, Modejournale, Organe der Innungen, Gremien und Fachgruppen.  Österreich
15. Mai   Bern  Auf der 2. Internationalen Kultur- und Dokumentarfilmtagung sind 22 Länder mit über 100 Filmen beteiligt.  Schweiz
16. Mai   Kopenhagen  Auf einer Schweizer Woche werden neben volkstümlichen Darbietungen eine Plakatausstellung, Konzerte, Filme gezeigt und Vorträge gehalten.  Dänemark, Schweiz
17. Mai   Berlin  Auf ihrer 16. Sitzung beschließt die Provisorische Volkskammer das Gesetz zur Herabsetzung des Volljährigkeitsalters auf die Vollendung des 18. Lebensjahres.  DDR
23. Mai   Wien  Die unter Aufsicht und Leitung der Stadt Wien stehende Verein "Zentralbibliothek" ist gegenwärtig die billigste Leihbücherei Wiens. Neben 10.000 musikalischen Titeln stehen 50.000 wissenschaftliche Publikationen und 100.000 belletristische Titel zur Verfügung.  Österreich
25. Mai   Berlin  Eröffnung der Pionierrepublik "Ernst Thälmann" als Zeltstadt in der Berliner Wuhlheide.  DDR
26. Mai    Die schweizerische Zentralstelle für Auslandschweizerfragen richtet an die Arbeitgeberorganisationen und die Arbeitsämter einen Aufruf, um die Folgen des Konjunkturrückganges bei den Rückwanderern zu mildern.  Schweiz
27. Mai 30. Mai Berlin  1. Deutschlandtreffen der Jugend mit etwa 700.000 in- und ausländischen Teilnehmern.  DDR
30. Mai   Zürich  Das Londoner "Old Vic Theatre" gastiert im Rahmen der Juni-Festwochen im Schauspielhaus und zeigt Shakespeares "Hamlet" und "She Stoops to Conquer" von Oliver Goldsmith.  Schweiz
Mai   Inzigkofen  Tagung der Gruppe 47. Einführung eines spezifischen Preises der Gruppe und erstmalige Verleihung an Günter Eich für sein Gedicht "Fränkisch-tibetanischer Kirschgarten". Es lesen außerdem: Wolfgang Bächler: die Gedichte "Tangenten am Traumkreis" und "Herbstvariationen", Arnold Bauer: erneut aus seinem Gesellschaftsroman: "Daniel in der Löwengrube", Walter Hilsbecher: einen Lyrik-Essay, Jürgen von Hollander: eine humoristische Geschichte, Walter Jens: "Sonntagnachmittag um drei", Barbara König: die Kurzgeschichte "Wünsche", Walter Kolbenhoff: das Hörspiel "Unsere schönen Träume", Rudolf Krämer-Badoni: Abschnitte aus seinem Roman "Der arme Reinhold", Adriaan Morrien: die Geschichte "Ein unordentlicher Mensch", Friedrich Podszus: "Wassermusik. Gedichte", Ilse Schneyder-Lengyel: "Totem und Trommel", "Der Nomade", Wolfdietrich Schnurre: einige Parabeln, Rolf Schroers: das Prosastück "Letzte Nacht in Venedig", Hans Jürgen Soehring: einige Abschnitte aus seinem Roman "Schade um Adjama" sowie eine versachlichte Schilderung einer Vergewaltigung durch einen Russen, Nicolaus Sombart: aus einem politischen Roman über Faschismus und Nationalismus, Horst Mönnich und Heinz Ulrich. Im Anschluß an die Tagung findet am Schluchsee ein deutsch-französisches Schriftstellertreffen statt, auf dem die Gründung der Lés écrivains associés, einer Schrifstellerkooperative, beschlossen wird, die die Freundschaft zwischen jungen Autoren aller Länder festigen und die Verbreitung von Büchern im jeweiligen Ausland fördern soll.  Frankreich, BRD
01. Jun.   Gütersloh  Gründung des "Bertelsmann Leserings". Er verpflichtet die Mitglieder zur vierteljährlichen Abnahme eines Buches bei vergünstigten Konditionen und Direktlieferung ins Haus. Nach zwölf Monaten zählt der Club bereits 100.000 Mitglieder, bis 1960 wächst er auf über drei Millionen Mitglieder an.  BRD
01. Jun.    Inkrafttreten des Gesetzes der Alliierten Hohen Kommission vom 30.03.1950 zur Verhinderung einer deutschen Wiederaufrüstung.  Frankreich, England, USA, Großbritannien, BRD
02. Jun. 03. Jun.  Der Parteivorstand der SED berät über die weitere Entwicklung der SED zu einer Partei neuen Typs und führt ein einheitliches Parteilehrjahr für alle Mitglieder und Kandidaten der SED ein. Dies soll ein planmäßiges Studium des Marxismus-Leninismus gewährleisten.  DDR
03. Jun.    Den erstmals vergebenen Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhält der jüdische Erzähler Max Tau.  BRD
04. Jun.   Bern  Die Vorlage über die Bereitstellung weiterer Mittel zur Förderung des Wohnungsbaus wird in einer Abstimmung des Kantons Bern mit 53.257 zu 51.186 Stimmen abgelehnt.  Schweiz
05. Jun.   Zürich  Einen Tag vor seinem 75. Geburtstag hält Thomas Mann im Schauspielhaus seine vielbeachtete Rede "Meine Zeit".  Schweiz
09. Jun. 10. Jun. München  Die bundesdeutschen Radiostationen schließen sich zur Arbeitsgemeinschaft der Rundfunkanstalten Deutschlands (ARD) zusammen. Sie soll die gemeinsamen Interessen der Sender wahrnehmen und die Programme aufeinander abstimmen. Die konstituierende Sitzung findet am 05. 08.1950 in München statt. Gründungsmitglieder sind der Nordwestdeutsche Rundfunk (NWDR), der Sender der früheren britischen Zone, der Südwestfunk (SWF), der Sender der früheren französischen Zone sowie der Bayerische Rundfunk (BR), der Süddeutsche Rundfunk (SDR), der Hessische Rundfunk (HR) und Radio Bremen (RB), allesamt Sender der früheren amerikanischen Zone. Mit beratender Stimme ist auch der Rundfunk im Amerikanischen Sektor Berlins (RIAS) dabei.  BRD
10. Jun.   Bern  Eröffnung einer repräsentativen Ausstellung des englischen Bildhauers Henry Moore in der Kunsthalle.  Schweiz
15. Jun.   Wien, Los Angeles  Eine Handvoll Erde vom Grab von Johann Strauß wird in einer Urne versiegelt und nach Kalifornien verschickt, um mit anderer Erde aus Ländern berühmter Musiker vor der Bühne des 'Amphitheaters' in Los Angeles als Symbol der völkerverbindenden Musikkunst vermischt zu werden. Der Weiheakt in Los Angeles findet im Rahmen einer großen Feier am 01.08. diesen Jahres statt.  USA, Österreich
15. Jun.    Der Bundestag beschließt den Beitritt der Bundesrepublik zum Europarat.  BRD
17. Jun.   Wien  Im Großen Musikvereinssaal findet zum Auftakt der "Festwoche der Wiener Musik" ein Festkonzert statt, bei dem die Wiener Symphoniker unter Leitung von Prof. Rudolf Moralt im ersten Teil Werke von Haydn, Mozart, Beethoven, Schubert und Joseph Marx, im zweiten Teil Johann und Josef Strauß spielen.  Österreich
17. Jun. 24. Jun. Wien  Der Verband demokratischer Schriftsteller und Journalisten Österreichs veranstaltet während der Festwoche der Wiener Musik in den Ausstellungsräumen der Staatsdruckerei zugunsten der notleidenden österreichischen Schriftsteller eine gemeinnützige und repräsentative Buchausstellung.  Österreich
17. Jun.    Der Rowohlt-Verlag gibt in der Reihe rororo erstmals in Deutschland Taschenbücher heraus, preiswert und nach amerikanischem Vorbild im Rotationsverfahren gedruckt. Sie erscheinen in regelmäßigen Abständen im Format 23x30 mit einer Auflage zwischen 50.000 und 100.000 Exemplaren zu einem Preis von 50 Pfennig. Als erste Bücher dieses Formats erscheinen Ernest Hemingways "In einem anderen Land" und Kurt Tucholskys "Schloß Gripsholm".  BRD
17. Jun. 18. Jun. Berlin  1. Kongreß bildender Künstler der DDR: Hier konstituiert sich der Verband Bildender Künstler Deutschlands im Kulturbund (Vorsitzender: Prof. Otto Nagel).  DDR
24. Jun.   Einsiedeln  Nach 13jähriger Unterbrechung wird vor der Klosterkirche erstmals wieder Calderóns "Großes Welttheater" (Regie: Oskar Eberle) aufgeführt.  Schweiz
25. Jun.    Beginn des Koreakrieges. Die Westmächte befürchten den Dritten Weltkrieg. Westdeutschland soll daher an den Verteidigungsanstrengungen beteiligt werden. Der Kriegsausbruch führt zu einer 'Hamsterwelle'.  Korea, BRD
28. Jun.   Wien  Das Jugendamt verbietet nach dem "Schmutz- und Schundgesetz" die Verbreitung der Publikation "Casanova" an Jugendliche unter sechzehn Jahren innerhalb des Stadtgebiets von Wien und den Vertrieb durch Straßenverkauf und "Zeitungsverschleisser". Gleichzeitig damit werden Verbreitungsbeschränkungen für die "Redoute", das "Neue Magazin" und die "Venus" ausgesprochen. Im Laufe des ersten Jahres nach Inkrafttreten werden achtzehn Verbreitungsbeschränkungen ausgesprochen. Im allgemeinen ist die Dauer der Beschränkung auf ein Jahr begrenzt.  Österreich
Jun. Nov. Marbach am Neckar  Ausstellung "Eduard Mörike. Zum 75. Todestag" im Schiller-Nationalmuseum in Marbach a. N. Veranstalter ist die Deutsche Schillergesellschaft.  BRD
Jun.    Pfingsttreffen der deutschen Verleger und Schriftsteller.  DDR
Jun.   Berlin  Der Kongreß für kulturelle Freiheit versammelt 118 Schriftsteller, Künstler und Wissenschaftler aus 21 Ländern. Hier diskutieren die Teilnehmer zu Themen wie "Wissenschaft und Totalitarismus", "Kunst, Künstler und Freiheit" etc. Der Generalsekretär des Kongresses, der amerikanische Journalist Melvin Joseph Lasky, über die Funktion des Kongresses: "Der Kongreß will endlich das Propagandamonopol brechen, das die "Friedenspartisanen" und ähnliche Tarnungsorganisationen bisher in der Kulturwelt innehatten. Er wird die Antwort auf die von Kommunisten kontrollierten und kommunistischen Zwecken dienenden Veranstaltungen von Breslau, New York, Mexiko und Paris geben."  BRD
01. Jul.   Frankfurt am Main  Peter Suhrkamp gründet den Suhrkamp-Verlag. Bereits zwei Monate zuvor hatten Suhrkamp und Bermann Fischer einen Brief gemeinsam unterzeichnet, nach dem 48 alte Autoren des S. Fischer-Verlages, die nach 1936 von Suhrkamp verlegt worden waren, für den S. Fischer-Verlag oder für einen neu zu gründenden Suhrkamp-Verlag optieren konnten. 33 Autoren entschieden sich für Suhrkamp.  BRD
03. Jul.   Berlin  Das Kaufhaus des Westens (KaDeWe) wird in zunächst zwei Etagen seines alten, im Krieg ausgebrannten Gebäudes an der Tauentzienstraße in Schöneberg wieder eröffnet. Mit der Rückkehr des KaDeWe ist der erste größere Schritt zum Wiederaufbau und zur Neubelebung des fast völlig zerstörten Geschäftsviertels zwischen Wittenbergplatz und Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche getan.  BRD
03. Jul.   Basel  Die Verwaltung des Stadttheaters ernennt den Oberspielleiter der Oper Friedrich Schramm zum interimistischen Direktor für die Spielzeit 1950/51.  Schweiz
03. Jul.   Wien  In den Ausstellungsräumen des Historischen Museums werden die Ausstellungen "Bertha von Suttner und die Anfänge der Österreichischen Friedensbewegung" und "Carl Schütz" eröffnet.  Österreich
04. Jul. 06. Jul. Berlin  2. Deutscher Schriftstellerkongreß: Innerhalb des Kulturbundes wird der Deutsche Schriftstellerverband (SV, Präsident: Bodo Uhse) gegründet. Als Mitglied dieses Verbandes fordert Alexander Abusch am selben Tag im "Neuen Deutschland" alle Schreibenden in der DDR auf, sich im Rahmen des SV zu den Prinzipien des sozialistischen Realismus zu bekennen und in ihren Werken vor allem positive, vorbildliche Helden und Heldinnen zu gestalten, um so die Menschen in der DDR zum Aufbau eines besseren Vaterlandes zu motivieren. Außerdem wird Anna Seghers zur Präsidentin des Schutzverbandes deutscher Autoren (SDA) gewählt.  DDR
06. Jul.   Zgorzelec  Die Ministerpräsidenten Otto Grotewohl (DDR) und Josef Cyrankiewicz (Polen) unterzeichnen die "Deklaration über die Markierung der festgelegten und bestehenden deutsch-polnischen Staatsgrenze an der Oder und an der Lausitzer Neiße" (Oder-Neiße-Friedensgrenze).  DDR, Polen
07. Jul.   Bern  Der Rat der Organisation für europäische wirtschaftliche Zusammenarbeit (OEEC) stimmt dem Projekt einer europäischen Zahlungsunion zu. Der von der Schweiz beabsichtigte Beitritt wird dem Bundesparlament zur Ratifikation vorgelegt.  Schweiz
08. Jul.    Die Bundesrepublik tritt gemäß dem Bundestags-Beschluß vom 15.06. dem Europarat als assoziiertes Mitglied (d.h. ohne Stimmrecht im Ministerrat) bei.  BRD
10. Jul.   Bern  Der Entwurf für ein Bundesgesetz zur Arbeitsvermittlung und weiterer Maßnahmen zur Regelung des Arbeitsmarktes wird vom Bundesrat genehmigt.  Schweiz
11. Jul.   Wien  Der Antrag von Stadtrat Hans Mandl bei einer Sitzung der Wiener Landesregierung, junge Künstler (in Wien wohnende Österreicher, jünger als 40 Jahre) durch eien Kompositions- und einen Literaturwettbewerb zu fördern, wird einstimmig angenommen. Der Kompositionswettbewerb soll ein zeitgenössisches Chorwerk prämieren, das geeignet ist, bei großen offiziellen Anlässen wie z.B. dem Staatsfeiertag aufgeführt zu werden. Der Text soll sich mit den Themen Österreich, Arbeit oder Frieden beschäftigen. Für den Literaturwettbewerb kommt eine dramatische Dichtung in Form eines Zeitstückes in Betracht - die Wiener Theaterdirektoren beklagen das Fehlen junger österreichischer Autoren. Jedes Preisausschreiben sieht Geldpreise vor.  Österreich
12. Jul.   Salzburg  Das Bundesgesetz über die Errichtung eines Salzburger Festspielfonds wird erlassen.  Österreich
13. Jul.    Der Bundestag protestiert gegen die Anerkennung der Oder-Neiße-Grenze, die die DDR und Polen sich am 06. 07. gegenseitig geleistet haben, und erklärt sie für ungültig.  DDR, Polen, BRD
18. Jul.   Bern  Der Bundesrat gibt einen 1200 Seiten umfassenden Band über die schweizerische Kriegswirtschaft 1939-1948 heraus.  Schweiz
19. Jul.   Paris  Die Europäische Zahlungsunion (EZU) wird gegründet; sie soll die volle Rückkehr zur Multilateralität des Handels nach dem Zweiten Weltkrieg erleichtern und zur Wiedereinführung der allgemeinen Währungskonvertibilität der Mitgliedsstaaten beitragen. Die Schweiz gehört zu den Gründungsmitgliedern.  Frankreich, Schweiz
19. Jul.   Frankfurt am Main  Gründung des Zentralrats der Juden in Deutschland als Dachorganisation der jüdischen Gemeinden und ihrer Landesverbände. Den Vorsitz übernimmt bis 1963 Heinz Galinski.  BRD
20. Jul. 24. Jul. Berlin  III. Parteitag der SED: An die Stelle des Parteivorstandes tritt das Zentralkomitee (ZK) der SED. Vorsitzende werden Wilhelm Pieck und Otto Grotewohl, Walter Ulbricht wird in das neu geschaffene Amt des Generalsekretärs gewählt. Er propagiert den "planmäßigen Aufbau des Sozialismus und die Notwendigkeit einer Verschärfung des Klassenkampfes". Neben der Einführung des Parteilehrjahres wird auch die Überprüfung aller Parteimitglieder ("Säuberung") beschlossen. Außerdem kommt es zu einer Entschließung über die demokratische Erneuerung der deutschen Kultur: "Da die Kriegspropaganda des amerikanischen Imperialismus besonders aktiv auf allen Gebieten des kulturellen Lebens in Erscheinung tritt, kann eine neue deutsche Kultur nur im unversöhnlichen Kampfe gegen die zersetzenden Einflüsse des imperialistischen Kulturverfalls entstehen. Die Aufgabe der neuen deutschen Kultur ist es, die Menschen zum Kampfe gegen alle Erscheinungen der Kulturbarbarei zu erziehen. Erstmals wird offiziell das Lied Louis Fürnbergs "Die Partei hat immer recht" gesungen.  DDR
20. Jul.   Bern  Das von der Landesverteidigungskommission ausgearbeitete Rüstungsprogramm in Höhe von 1,4 Milliarden Franken wird von einer vom Bundesrat eingesetzten Studienkommission für Militärausgaben geprüft.  Schweiz
26. Jul.   Bern  Der Bundesrat stimmt der von der Hohen Alliierten Kommission angefragten Einrichtung eines Generalkonsulats der Bundesrepublik Deutschland zu.  Frankreich, England, USA, Schweiz, Großbritannien
27. Jul.   Berlin  Der Ministerrat erläßt eine Verordnung zur Förderung der Aktivisten- und Wettbewerbsbewegung und beschließt u.a. die Verleihung des Ehrentitels "Held der Arbeit". Er wird in der Regel an Einzelpersonen für bahnbrechende Leistungen in der materiellen Produktion sowie für beispielgebende Initiativen und andere hervorragende Verdienste bei der Gestaltung der entwickelten sozialistischen Gesellschaft verliehen.  DDR
Jul.   Winterthur  Hermann Scherchen, 1944-1950 musikalischer Oberleiter von Radio Beromünster und Chefdirigent des Studio-Orchesters der Schweizerischen Rundfunkgesellschaft in Zürich, wird vom Musikkollegium aus politischen Gründen entlassen. Anlaß war sein Auftreten beim Musikfestival "Prager Frühling".  Schweiz
Jul.   Wien  Der "Verband demokratischer Schriftsteller und Journalisten" veranstaltet in den Räumen der Österreichischen Staatsdruckerei in Wien eine Buchausstellung mit 500 Büchern von 165 österreichischen Gegenwartsautoren.  Österreich
05. Aug.   Stuttgart   Verkündung der "Charta der Heimatvertriebenen": Die ostdeutschen Landsmannschaften verzichten auf Rache und Vergeltung und fordern die Anerkennung des Rechts auf Heimat.  BRD
07. Aug.   Bonn  Gründung des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) durch die Kultusminister und Hochschuldirektoren. Der Selbstverwaltungseinrichtung obliegen Zusammenarbeit, Information und Austausch zwischen westdeutschen und ausländischen Hochschulen.  BRD
11. Aug.    Die Versammlung des Europarates empfiehlt angesichts des Koreakrieges die Aufstellung einer Europa-Armee mit westdeutschen Kontingenten.  BRD
19. Aug.   Augst  Augster Freilichtspiele: Im römischen Theater wird Schillers Tragödie "Die Braut von Messina" (Regie: K.G. Kachler) aufgeführt.  Schweiz
19. Aug.   Bern  Die internationale Konferenz von Nachrichtenagenturen aus Finnland, Schweden, Norwegen, Dänemark, Holland, Belgien und der Schweiz ("Gruppe 39") diskutiert neben anderen Medienfragen vor allem Probleme des Nachrichtenschutzes.  Dänemark, Finnland, Holland, Belgien, Schweden, Niederlande, Norwegen, Schweiz
23. Aug.   Wien  Auf Antrag der Bundespolizeidirektion Wien wird das 74. Sonderheft der "Weiten Welt" mit dem Untertitel "Die Fährte der Kopfjäger" von jeder Verbreitung an Personen unter sechzehn Jahren ausgeschlossen. Die Verbreitungsbeschränkung gilt für alle Hefte der Serie auf ein Jahr (Schmutz- und Schundgesetz!).  Österreich
24. Aug.    Im Rahmen einer ersten Parteisäuberung werden vor allem ehemalige Westemigranten entmachtet. Paul Merker (bisher Mitglied des Politbüros), Leo Bauer (Chefredakteur des Deutschlandsenders), Willy Kreikemeyer (Generaldirektor der Reichsbahn), Lex Ende (Chefredakteur des "Neuen Deutschland") u.a. werden mit der Begründung, sie hätten mit dem US-Agenten Noel H. Field kollaboriert, aus der SED ausgeschlossen.  DDR
26. Aug.   Bern  Freilichtaufführung: Das Ensemble des Stadttheaters spielt auf dem Münsterplatz Hugo von Hofmannsthals "Jedermann" (Regie: Marc Doswald).  Schweiz
29. Aug.    Konrad Adenauer fordert unter dem Eindruck des Koreakrieges in einem Sicherheitsmemorandum von den Westmächten die Verstärkung der Besatzungstruppen als Gegengewicht zur Kasernierten Volkspolizei der DDR.  DDR, BRD
31. Aug.   Bern  Der Bundesrat bewilligt generell die Erhöhung der Mieten für Altwohnungen um zehn Prozent in zwei Etappen.  Schweiz
31. Aug.   Wien  Mit der Außerkraftsetzung des Lebensmittelbewirtschaftungsgesetzes endet die Lebensmittelrationierung.  Österreich
Aug.   Berlin  Wolfgang Langhoff (Intendant des Deutschen Theaters) wird aufgrund der Überprüfung von Kaderakten seiner Parteifunktionen in der SED enthoben.  DDR
Aug.   Berlin  In der Akademie der Künste findet eine Tagung zu Fragen des Schriftstellernachwuchses statt.  DDR
Aug.   Dresden  Ausstellung "Honoré de Balzac. Zum 100. Todestag" in der Sächsischen Landesbibliothek.  DDR
02. Sep. 03. Sep. Einsiedeln  Bei der Jahresversammlung der schweizerischen Gesellschaft für Theaterkultur löst Hans Bänninger den bisherigen Präsidenten Arnold H. Schwengeler ab.  Schweiz
02. Sep.   Lausanne  Auslandschweizertag: Bei der Diskussion von Rückwandererfragen und dem Gesetzentwurf über das Schweizer Bürgerrecht zeichnet sich mehrheitlich die Auffassung ab, daß die mit einem Ausländer verheiratete Schweizerin ihr Bürgerrecht behalten können soll.  Schweiz
05. Sep.   Bern  Der Bundesrat empfiehlt der Bundesversammlung, eine Kommision und eine Rekurskommission für die Nationalisierungsentschädigungen aus den mit Jugoslawien, Polen und der Tschechoslowakei abgeschlossenen Verträgen einzurichten.  Polen, Tschechoslowakei, Jugoslawien, Schweiz
06. Sep.   Berlin  Auf ihrer 19. Sitzung beschließt die Provisorische Volkskammer u.a. das Gesetz über den Aufbau der Städte in der DDR und der Hauptstadt Berlin. In erster Linie sollen neben Berlin wichtige Industriestädte wie Chemnitz, Dessau, Dresden, Leipzig, Magdeburg, Nordhausen, Rostock und Wismar wiederaufgebaut werden.  DDR
06. Sep.   Genf  Die "Rencontres Internationales de Genève" widmen sich dem Thema "Die Rechte des Geistes und die sozialen Forderungen".  Schweiz
06. Sep.   Berlin  Auf Befehl Walter Ulbrichts und auf Beschluß der Volkskammer wird das Berliner Stadtschloß in der Straße "Unter den Linden" gesprengt.  DDR
13. Sep.   Wien  Im Neuen Theater in der Scala gastiert das Berliner Ensemble mit Brechts "Der Hofmeister" (österreichische Erstaufführung). Regie: Bertolt Brecht, Caspar Neher.  Österreich
15. Sep.   Bern  Mit 25 zu zwei Stimmen heißt der Ständerat bei mehreren Enthaltungen in der Gesamtabstimmung den Bundesbeschluß zur außerordentlichen Hilfeleistung an die SwissAir mit einigen Abänderungen gut.  Schweiz
18. Sep.   Wien  Bürgermeister Körner empfängt 60 Mitglieder des Berliner Ensembles, das im Wiener Scala-Theater auftritt. Die Schauspieler werden von der Intendantin des Theaters, Helene Weigel-Brecht, begleitet.  DDR, Österreich
19. Sep.   Paris  Gründung der Europäischen Zahlungsunion (EZU) durch die siebzehn Mitgliedsstaaten der Organisation für europäische wirtschaftliche Zusammenarbeit (OEEC).  Frankreich, BRD
19. Sep.    Die Bundesregierung erläßt einen Unvereinbarkeitsbeschluß zur Mitgliedschaft von Angehörigen des öffentlichen Dienstes in dreizehn politischen Organisationen. Hierzu zählen elf als kommunistisch eingestufte sowie zwei rechtsextremistische Gruppen.  BRD
23. Sep.   Bern  Die Suisa, Gesellschaft der schweizerischen Urheber und Verleger, feiert ihr 25-jähriges Bestehen.  Schweiz
23. Sep.   Wien  Mitteilung des Wiener Verkehrs-Vereins: "Zur Förderung des Wiener Fremdenverkehrs bereitet der Wiener Verkehrs-Verein einen Veranstaltungskalender für das Jahr 1950 vor, der in hoher Auflage im In- und Ausland versendet wird."  Österreich
26. Sep.   Bern  Der Nationalrat stimmt dem bundesrätlichen Ergänzungsbericht zum 2. Volksbegehren über die Wiedereinführung der direkten Demokratie zu.  Schweiz
26. Sep.   Basel  In enger Verbindung mit dem Stadttheater öffnet unter der Leitung von Egon Karter die Kleinkunstbühne "Komödie Basel" mit dem Stück "3xOffenbach".  Schweiz
26. Sep.   Wien  Zwei kommunistische Streikwellen gegen das vierte Lohn- und Preisabkommen, das am 26.9. beschlossen wird. Ziel der Streiks ist die Einrichtung einer "Volksdemokratie" in Österreich. Rollkommandos blockieren Straßen und besetzen Gebäude. Insbesondere Franz Olah, Führer der Bauarbeitergewerkschaft, die Sozialistische Jugend und katholische Studenten treten den gewalttätigen Aktivisten entgegen.  Österreich
27. Sep.   Berlin  Auf ihrer 21. Sitzung beschließt die Provisorische Volkskammer das Gesetz über den Mutter- und Kinderschutz und die Rechte der Frau. An der Vorbereitung war der Demokratische Frauenbund Deutschlands (DFD) in starkem Maße beteiligt.  DDR
27. Sep.   Bern  Bundesrat Eduard von Steiger begründet in Beantwortung einer Interpellation die Vortrags- und Bücherverbote gegenüber ausländischen politischen Persönlichkeiten.  Schweiz
28. Sep.   Zürich  Die "Junge Truppe des Schauspielhauses Zürich" eröffnet ihre erste Spielzeit mit dem Stück "Alle Gotteskinder haben Flügel" von Eugene O'Neill.  Schweiz
29. Sep.    Die DDR wird in den Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe (Comecon bzw. RGW) aufgenommen. Diese internationale Wirtschaftsorganisation kommunistischer Staaten dient der Koordination der nationalen Volkswirtschaftspläne ihrer Mitglieder und führt so zu einer Spezialisierung und Kooperation der Produktion im Rahmen einer internationalen Arbeitsteilung.  DDR
Sep.   Petzow  Das Ministerium für Volksbildung veranstaltet ein Künstlerseminar.  DDR
Sep.   Frankfurt am Main  Zur Zweiten Frankfurter Buchmesse gibt es durch räumliche Erweiterungen in den Römerhallen erstmals auch internationale Aussteller, insgesamt 100 Verlage aus der Schweiz, Frankreich, Österreich, Amerika, England, Holland und Schweden. 360 deutsche Verlage (darunter ein Verlag aus der DDR) beteiligen sich an der Messe, auf der ca. 28.000 Bücher, davon ca. 5.000 Neuerscheinungen, vorgestellt werden.  BRD
01. Okt.   Bern  Das Volksbegehren "zum Schutz des Bodens und der Arbeit durch Verhinderung der Spekulation" wird in der eidgenössischen Volksabstimmung mit 429.091 zu 158.794 Stimmen und mit allen Ständen abgelehnt.  Schweiz
01. Okt.   Bern  Auf der Tagung der schweizerischen geisteswissenschaftlichen Gesellschaft wird die Schaffung eines "Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung" beschlossen.  Schweiz
02. Okt.   Wien  Für die Behebung der Kriegsschäden an den bekanntesten Denkmälern werden vom zuständigen Gemeinderatsausschuß rund 750.000 Schilling genehmigt. Als eine der wichtigsten Arbeiten wird die Wiederaufstellung des Mozart-Denkmals empfunden.  Österreich
03. Okt.   Bern  Der Ständerat beschließt mit 30 zu einer Stimme, das Volksbegehren zur Heranziehung der öffentlichen Unternehmungen für einen Beitrag an den Kosten der Landesverteidigung zu verwerfen.  Schweiz
07. Okt.    Der Bundespräsident Max Petitpierre prägt die Formel "Neutralität und Solidarität", die bis zu Beginn der siebziger Jahre für das politische Selbstverständnis der Schweiz gültig sein wird.  Schweiz
09. Okt.   Zürich  Der Verband schweizerischer Bühnen ernennt auf seiner Tagung den als Vorsitzenden zurücktretenden Ernst Zahn zum Ehrenpräsidenten und bestimmt Emil Oprecht zum neuen Präsidenten.  Schweiz
09. Okt.    Gustav Heinemann tritt vom Amt des Bundesinnenministers zurück, als Konrad Adenauer den Westmächten ohne Wissen des Kabinetts einen bundesdeutschen Wehrbeitrag anbietet. In einer Wiederbewaffnung sieht Heinemann eine Blockierung der Deutschland-Politik. Mit seinem Rücktritt protestiert er gleichzeitig gegen Adenauers Führungsstil.  BRD
14. Okt.   Basel  "Jubiläumsausstellung Alfred Heinrich Pellegrini" in der Kunsthalle anläßlich des 70. Geburtstags des Malers.  Schweiz
14. Okt.   Wien  Das Institut für Wissenschaft und Kunst gründet eine musiktheoretische Arbeitsgemeinschaft, die sich die Erforschung der Musik des 20. Jahrhunderts zum Ziel gesetzt hat.  Österreich
15. Okt.    Das 2. Hörfunkprogramm des Hessischen Rundfunks beginnt mit einem Programm auf UKW. Schwerpunkte sind vor allem kulturell anspruchsvollere Sendungen.  BRD
15. Okt.    Wahlen zur 1. Volkskammer, zu den Landtagen, Kreistagen und den Gemeindevertretungen: Die Wahlen erfolgen nach Einheitslisten der Nationalen Front, für sie stimmen 99,7% der Wähler (98,5% Wahlbeteilgung).  DDR
21. Okt.   Prag  Die Außenminister der Ostblockstaaten weisen die deutschlandpolitischen Beschlüsse der Westmächte zurück (gesamtdeutsche Wahlen) und fordern die Bildung einer deutschen Zentralregierung sowie den Abschluß eines Friedensvertrags.  DDR, Frankreich, England, Tschechoslowakei, USA, Sowjetunion, Großbritannien, BRD
22. Okt.   Leipzig  Eröffnung der Deutschen Hochschule für Körperkultur (DHfK). Sie ist die zentrale Lehr- und Forschungsstätte des Sports in der DDR.  DDR
24. Okt.    Der französische Ministerpräsident René Pleven gibt den Plan einer Europäischen Verteidigungsgemeinschaft (EVG) bekannt: Die schon in der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) zusammengeschlossenen Staaten Frankreich, Italien, die Bundesrepublik und die Beneluxländer sollen ihre Truppen zu einer gemeinsamen Armee verschmelzen.  Italien, Holland, Belgien, Frankreich, Niederlande, BRD, Luxemburg
25. Okt.   Bern  Mit 135 zu fünf Stimmen beschließt der Nationalrat den Beitritt zur internationalen Zahlungsunion (EZU). Die Gegenstimmen kommen von Mitgliedern der kommunistischen Partei der Arbeit (PDA).  Schweiz
26. Okt.   Wien  Anläßlich des 60. Todesjahres Gottfried Kellers veranstalten der Wiener Verkehrsverein und die österreichisch-schweizerische Gesellschaft vor dem Hause 8, Josefstädter Straße 17, eine Feier, bei der eine Gedenktafel für den Schweizer Dichter enthüllt wird.  Schweiz, Österreich
26. Okt.   Bonn  Der CDU-Abgeordnete Theodor Blank wird zum Beauftragten des Bundeskanzlers für die mit der Unterbringung der alliierten Truppen zusammenhängenden Fragen ernannt. Einrichtung der "Dienststelle Blank" als Vorläufer des 1955 errichteten Verteidigungsministeriums.  BRD
26. Okt.   Bern  Der Ständerat stimmt dem Beitritt zur Europäischen Zahlungsunion (EZU) mit 23 zu null Stimmen zu.  Schweiz
29. Okt.   Zürich  Herbsttagung der Gottfried-Keller-Gesellschaft: Das Erscheinen des ersten Bandes der "gesammelten Briefe" wird bekanntgegeben. Am folgenden Tag wird eine Gedenktafel zur Erinnerung an Kellers Aufenthalt in Wien im Jahre 1874 eingeweiht.  Schweiz
03. Nov.   Bern  Der Bundesrat beschließt die Schaffung einer neuen Sektion innerhalb der Sanitätsabteilung des Militärdepartements zum Schutz gegen atomare, biologische und chemische Kampfmittel (ABC-Waffen).  Schweiz
07. Nov.   Wien  Durch den Gesandten der brasilianischen Republik, Roberto Mendes, wird dem Amtsführenden Stadtrat für Kultur und Volksbildung Mandl ein Konvolut von Druckschriften, Zeitungen, Schriftstücken und Bildern übergeben, die die letzten Lebenstage und den Tod Stefan Zweigs dokumentieren.  Österreich, Brasilien
10. Nov. 12. Nov. Veit a. d. Glan  Auf Initiative von Lorenz Mack, Robert Keldorfer und Franz Niederl findet eine Tagung österreichischer Autoren und Komponisten unter Ehrenschutz von Unterrichtsminister Dr. Felix Hurdes und des Landeshauptmanns von Kärnten Ferdinand Wedenig statt. Eingeladen werden Autoren und Komponisten, "in deren bisherigen Werk sich ein Wille nach neuer Ausdruckskraft und positiver Formgebung eindringlich manifestiert und deren schöpferisches Bemühen nach Überwindung von Zerrissenheit und Chaos trachtet." Unter den Gästen sind Christine Lavant, Michael Guttenbrunner, Walter Thoman, Josef Leitgeb, Hermann Lienhard, Franz Kiessling. Den musikalischen Höhepunkt bildet das am Samstagabend stattfindende Orchesterkonzert, bei dem zwei Werke von Alfred Uhl, Joseph Marx und Armin Kaufmann aufgeführt werden. Es finden außerdem Ausflüge statt.  Österreich
11. Nov. 26. Nov. Wien  Im Foyer der Staatsoper findet im Rahmen der "Österreichischen Buchwoche" die Vortragsreihe "Das Buch der Gegenwart" statt. Vorgestellt werden: Georg Trakl, Josef Weinheber, Anton Wildgans (gelesen von Fred Liewehr); Franz Karl Ginzkey, Paula von Preradovic, Max Stebich (Einleitung: Friedrich Schreyvogl); Ferdinand Bruckner, Franz Theodor Csokor, Alexander Lernet-Holenia, Max Mell (gelesen von Schauspielern, Einleitung: Otto Ambros); Rudolf Brunngraber, Frierich Heer; Egon Cesare Conte Corti (Einlleitung: Max Stebich); Ernst Lothar, A. Thomas; I. Aichinger, J. Gunert, F. Habeck, J. M. Simmel (Einleitung: A. Mitringer); "Dichter, die uns nicht erreichten" (gelesen v. L. Rudolf, L. Schreiner, Einleitung: H. Weigel); A. T. Leitich, A. Muhr, E. Rainalter; O. M. Fontana, R. Henz, Hans Nüchtern; G. Bienek, S. Freiberg, M. Wied; L. Nowak, R. Tenschert, A. Witeschnik; O. Friedländer, M. Grengg, E. Scheibelreiter; D. Holesch, K. Lorenz, F. Rosché; R. Eichthal, R. Holzer, J. Weinheber (gelesen v. R. Eybner); S. R. F. Kraissl, Friedrich Schreyvogl, F. Sacher.  Österreich
11. Nov.   Berlin  Das Theater im Haus der Kultur der Sowjetunion (später: Maxim Gorki Theater) wird mit dem Stück "Der fremde Schatten" von Konstantin Simonow eröffnet.  DDR
13. Nov. 02. Dez. Berlin  Ausstellung "George Bernhard Shaw. Anläßlich seines Todes am 02.11.1950" in der Deutschen Staatsbibliothek.  DDR
15. Nov.    Ministerpräsident Otto Grotewohl gibt eine Erklärung über das Programm der Regierung und ihre personelle Zusammensetzung bekannt. Stellvertretende Ministerpräsidenten sind Walter Ulbricht (SED), Heinrich Rau (SED), Otto Nuschke (CDU), Hans Loch (LDPD) und Lothar Bolz (NDPD).  DDR
16. Nov.   Berlin  Das Theater der Freundschaft wird als spezifisches Kinder- und Jugendtheater mit dem Stück "Du bist der Richtige" von Gustav von Wangenheim eröffnet. Der Text war im Oktober mit dem Nationalpreis der DDR ausgezeichnet worden. Er stellt in idealisierender Weise Mitglieder der FDJ dar, die ihr Land hingebungsvoll aufbauen.  DDR
17. Nov.   Basel  Friedrich Schramm wird die Leitung des Stadttheaters endgültig übertragen.  Schweiz
18. Nov.   Wien  Das Nestroy-Denkmal wird im ehemaligen Palais Cumberland enthüllt, in dem das Reinhardt-Seminar untergebracht ist.  Österreich
20. Nov.   Wien  Aus Anlaß des "Werbetages für Hausmusik" findet in der Amtswohnung von Bürgermeister Körner eine Kammermusikveranstaltung statt.  Österreich
25. Nov. 27. Nov. Freiburg  Ausstellung "400 Jahre Freiburger Buch" in der Universitätsbibliothek.  BRD
26. Nov.   Berlin  Funktionärskonferenz der FDJ über die Rolle der Literatur im neuen Leben. Stephan Hermlin hält eine Ansprache mit dem Titel: "Die Literatur gehört Euch - nehmt sie!"  DDR
27. Nov.    Der Nordwestdeutsche Rundfunk (NWDR) startet mit dem ersten regelmäßigen Fernseh-Versuchs-Programm in der BRD.  BRD
30. Nov.    Der DDR-Ministerpräsident Otto Grotewohl schlägt gemäß den Empfehlungen der Prager Außenministerkonferenz der Bundesregierung die Bildung eines "Gesamtdeutschen Konstituierenden Rates" zur Vorbereitung einer gesamtdeutschen Regierung und für die Wahlen zu einer Nationalversammlung vor.  DDR, BRD
Nov.   Lausanne  Die schweizerische Cinemathek wird im Park von Mont-Repos offiziell eingeweiht. Sie verfügt über ca. 6000 Filme.  Schweiz
Nov.    Günther Birkenfeld, Rudolf Pechel und Theodor Pechel fordern den Ausschluß Johannes R. Bechers aus dem PEN-Club, da dieser beim 2. Schriftstellerkongreß in Ost-Berlin die Teilnehmer des einige Tage zuvor stattfindenden "Kongresses für kulturelle Fragen" als "Handlanger der Kriegshetzer" und als "literarisch getarnte Gangster" bezeichnet hatte, und treten aus dem gesamtdeutschen PEN-Club aus.  DDR, BRD
01. Dez.   Wien  Der österreichische Komponist Ernst Krenek, der seit 1938 in den Vereinigten Staaten lebt, hat bei seinem Wiener Besuch im September 1950 eine größere Zahl eigener Text- und Notenmanuskripte, Skizzen, Druckschriften, Photographien und anderes biographisches Material aus seiner Wiener Zeit der Musiksammlung der Wiener Stadtbibliothek übergeben, die eine Auswahl davon in einer Ausstellung präsentiert.  Österreich
01. Dez.   Bern  Durchführung der schweizerischen Volkszählung: Demnach hat die Schweiz 4.714.992 Einwohner (Ergebnis der Volkszählung 1941: 4.265.703).  Schweiz
02. Dez.   Wien  Im Messepalast wird die Ausstellung "Die Frau und ihre Wohnung", die sich vor allem mit der Wohnkultur der Gegenwart beschäftigt.  Österreich
03. Dez.   Zürich  Im Kanton Zürich wird der Kredit für eine Winterzulage an Arbeitslose mit 109.929 zu 40.787 Stimmen bewilligt.  Schweiz
03. Dez.    In der "Quick" erscheint wöchentlich die Comic-Serie "Nick Knatterton" von Manfred Schmidt. Diese Detektivgeschichte mit stellenweise bissigen politischen Seitenhieben erscheint in Fortsetzung bis 1961.  BRD
04. Dez. 07. Dez. Wiesbaden  Tagung des Deutschen PEN-Zentrums: Trotz wiederholter massiver Proteste und Ausschlußforderungen westdeutscher Kollegen wird Johannes R. Becher neben Hermann Friedmann und Erich Kästner zum gleichberechtigten Präsidenten gewählt. Auch das Bundesministerium für gesamtdeutsche Fragen kritisiert diese Wahl außerordentlich scharf und verbreitet unter westdeutschen Schriftstellern eine Broschüre ("Die Freiheit fordert klare Entscheidungen. Johannes R. Becher und der PEN-Club"), in der sie DDR-Schriftsteller als Handlanger eines totalitären politischen Systems darstellt, das es zu bekämpfen gelte. Außerdem wird auf der Tagung eine Empfehlung (unter der Parole "Deutsche an einen Tisch") an die Politiker verabschiedet, in der die Wiederherstellung der deutschen Einheit gefordert wird.  DDR, BRD
05. Dez.   Wien  Bürgermeister Theodor Körner überreicht die Ehrenmedaille der Stadt Wien an den ehemaligen Ordinarius für neuere deutsche Literatur an der Wiener Universität, Univ.-Prof. Dr. Eduard Castle.  Österreich
06. Dez.   Wiesbaden, Berlin, Mainz  Bei einem Empfang des in Wiesbaden tagenden Deutschen PEN-Zentrums in der Mainzer Akademie hält Alfred Döblin die Begrüßungsrede. Zu dieser Zeit führt Döblin einen Briefwechsel mit Arnold Zweig und Johannes R. Becher, den Vertretern der Ost-Berliner Deutschen Akademie der Künste, über eine stärkere Zusammenarbeit der Schriftsteller in Ost- und Westdeutschland. Zugleich muß Döblin als Vizepräsident der Mainzer Akademie offizielle Kontakte ablehnen.  DDR, BRD
06. Dez.   Bern  Das am 21.12. 1950 ablaufende Waffenausfuhrverbot wird vom Bundesrat um drei Monate verlängert.  Schweiz
07. Dez.   Bern  Der Nationalrat billigt Subventionserhöhungen an den schweizerischen Schriftstellerverein und den schweizerischen Tonkünstlerverein.  Schweiz
07. Dez.   Bern  Militärischer Fünfjahrplan: Bei der Beratung des eidgenössischen Entwurfs für 1951 genehmigt der Nationalrat neben dem ordentlichen Militärbudget in Höhe von 453 Millionen Franken einen Betrag von 267 Millionen als Rate des auf 1,4 Milliarden bemessenen militärischen Fünfjahrprogramms.  Schweiz
08. Dez.   Wien  Der internationale PEN-Club empfiehlt, den Vorstand des österreichischen PEN-Clubs nach den politischen Verhältnissen im Land zusammenzusetzen. Im österreichischen Nationalrat fordert ein ÖVP-Politiker eine "Säuberung von kommunistischen Elementen" und erhält von Ernst Fischer als einzigem Kommunist im Vorstand die Antwort: "Der Proporz ist aus der Politik auch in die Kultur eingebrochen. Jede freie Meinung gilt hier als verdächtig."  Österreich
09. Dez.   Babelsberg  Der erste Farbfilm der DEFA-Studios "Das kalte Herz" (Regisseur: Paul Verhoeven) läuft in den ostdeutschen Kinos an. Die Produktion kostete über drei Millionen Mark. Die offizielle Kritik wirft dem Film Naturalismus und Mystizismus vor.  DDR
11. Dez.   Hannover  Gründung des Deutschen Sportbundes (DSB) als Dachorganisation des Sports in der Bundesrepublik Deutschland.  BRD
14. Dez.   Bern  Wahl des Bundespräsidiums: Eduard von Steiger wird von der vereinigten Bundesversammlung mit 167 Stimmen zum Bundespräsidenten gewählt. Vizepräsident wird Bundesrat Karl Kobelt mit 148 Stimmen.  Schweiz
15. Dez.   Berlin  Die Volkskammer beschließt auf ihrer 4. Sitzung das Gesetz zum Schutze des Friedens. Es belegt Völker-, Revanche-, Rassen- und Kriegshetze mit strengen Strafen und wird auch gegen die innere Opposition angewandt. Außerdem verabschiedet die Volkskammer auch das Gesetz über die Schulpflicht in der DDR. Es schreibt die allgemeine Schulpflicht für den Besuch der achtklassigen Grundschule und der berufsbildenden Schulen vor und legt fest, daß diese an den staatlichen Schulen der DDR zu erfüllen ist.  DDR
16. Dez.   Baden (CH)  Grundsteinlegung zum neuen Kurtheater.  Schweiz
18. Dez.   Bern  Der Ständerat stimmt dem Bundesbeschluß über die Ablehnung des 2. Volksbegehrens über die Rückkehr zur direkten Demokratie ohne Gegenstimme zu.  Schweiz
18. Dez. 11. Jan. 1951 Schwerin, Berlin, Erfurt, Potsdam, Dresden, Leipzig, Chemnitz, Halle  Gastspiel des sowjetischen Puppenspielers Sergej Obraszow: Von diesen Aufführungen geht eine entscheidende Wirkung auf die Umgestaltung des Puppentheaters in der DDR aus. Für längere Zeit ist die Obraszow-Spielweise stilbildend.  DDR
19. Dez.   Bern  Der Nationalrat nimmt in der Generalabstimmung das neue Bundesgesetz über die Arbeitslosenversicherung ohne Gegenstimme und das Bundesgesetz über die Arbeitsvermittlung mit einer Gegenstimme an.  Schweiz
20. Dez.    Das Bundesversorgungsgesetz tritt in Kraft. Es sichert den Kriegsbeschädigten und Hinterbliebenen Heilbehandlung und Renten zu. Jährlich werden hierfür 3,2 Milliarden DM ausgegeben.  BRD
21. Dez.   Bern  Die Einführung eines zivilen Ersatzdienstes wird abgelehnt.  Schweiz
21. Dez.   Bern  Stiftung des Nationalfonds: 21 Wissenschaftsvertreter überreichen einer Dreierdelegation des Bundesrates das Stiftungsstatut für den schweizerischen Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung.  Schweiz
27. Dez.   Wien  Im Konservatorium der Stadt Wien findet vor den Städtischen Bibliothekaren eine Lesung aus den Werken des Lyrikers Rudolf Felmayer statt.  Österreich
30. Dez.   Berlin  Entschließung des Zentralkomitees (ZK) der SED über die Einbeziehung der Kunst in den kommenden Fünfjahrplan.  DDR
31. Dez.   Wien  Tod des Bundespräsidenten Renner.  Österreich
31. Dez.   Zürich  Eduard Korrodi tritt nach Erreichen der Altersgrenze als Leiter des Feuilletons der "Neuen Züricher Zeitung" zurück. Sein Nachfolger wird Werner Weber.  Schweiz
Dez.    Bis zum Ende des Jahres sind aus der DDR und aus Ostberlin fast 200.000 Flüchtlinge in die Bundesrepublik gekommen. Um den Flüchtlingsstrom einzudämmen, hat die Bundesregierung bereits am 30.06. ein Notaufnahmegesetz verabschiedet, das für die Aufnahme in der Bundesrepublik zur Bedingung macht, daß "zwingende Gründe" für die Flucht vorlagen.  DDR, BRD
Dez.   Zürich  Die schweizerische Schillerstiftung verteilt an ihre Mitglieder 1.030 Bücher von neunzehn Autoren. Darunter in deutscher Sprache: "Theodor Kocher" von Edgar Bonjour; "Der Mann" von Franz Faßbind; "Brutus" von Josef Vital Kopp; "Gedichte und Übertragungen" von Siegfried Lang; "Chüngolt" von Maria Lauber; "Die Quelle" von Elisabeth Müller; "Der Horizont" von Hans Schumacher; "Archibald Georg" von Albert Steffen und "Gedichte" von Silja Walter.  Schweiz
     Telefonische Ansagedienste für Theaterspielpläne, Fußballtoto, Kochrezepte u.a. nehmen ihren Dienst auf.  BRD
     Erst fünf Jahre nach dem Krieg löst die sowjetische Geheimpolizei ihre "Speziallager" auf deutschem Boden auf, in denen nach unterschiedlichen Schätzungen zwischen 42.000 und 70.000 Menschen zu Tode gekommen sind.  DDR, Sowjetunion
     Von 419 Bühnen zur Spielzeit 1947/48 haben nur 104 Bühnen die Währungsreform überlebt.  BRD
     Die SED streicht Alfred Kantorowicz die Gelder für seinen Verlag "Ost und West", der daraufhin aufgelöst wird.  DDR
     Die Zeitschrift "Der literarische Berater" wird eingestellt. Das Vierteljahresorgan zur Förderung des "literarischen Interesses und der guten Literatur" war seit 1937 in 40 Nummern erschienen.  Schweiz
    Lübeck  Ausstellung "Thomas Mann. Zum 75. Geburtstag" in der Städtischen Bibliothek.  BRD
     Der NWDR schließt mit Günter Eich, Fred von Hoerschelmann u.a. Lieferverträge für vier Hörspiele pro Jahr ab. Eich ist der produktivste Hörspielautor der 50er Jahre und prägt die Form des deutschen Nachkriegshörspiels entscheidend mit. Kennzeichnendes formales Element der Eich'schen Hörspiele ist der offene Schluß.  BRD
     In diesem Jahr werden 2480 Buchtitel mit einer Gesamtauflage von 40,1 Millionen und einer durchschnittlichen Auflagenhöhe von 16.169 Büchern produziert.  DDR
     Der erste deutsche Nachkriegsfarbfilm, der Heimatfilm "Schwarzwaldmädel" mit Rudolf Prack und Sonja Ziemann, läuft in den bundesdeutschen Kinos an. Er wird zum Kassenschlager.  BRD
     In diesem Jahr werden 13.181 Titel hergestellt, davon 9.968 in der Erstauflage. Der Anteil der Belletristik daran beträgt 3.203 Titel.  BRD
    Wien  Hans Weigel stellt den ersten seiner Sammelbände "Stimmen der Gegenwart" zusammen. Sie erscheinen zwischen 1951 und 1956 regelmäßig und bilden ein Forum für namhafte Autoren wie Ilse Aichinger, Bertrand Alfred Egger, Gerhard Fritsch, Herbert Eisenreich, Milo Dor, Paul Celan, Friedrich Achleitner, Gerhard Amanshauser, H. C. Artmann, Thomas Bernhard, Ingeborg Bachmann, Jeannie Ebner, Reinhard Federmann, Humbert Fink, Erich Fried, Hermann Friedl, Michael Guttenbrunner, Ernst Jandl, Brigitte Kahr, Hertha Kräftner, Friederike Mayröcker, Wieland Schmied, Walter Toman und Herbert Zand.  Österreich
  1956 Köln  Unter dem Motto "Freier Eintritt, Freie Fragen, Freie Antworten" initiiert der Buchhändler Gerhard Ludwig ein Forum für demokratische Offenheit und Toleranz - die "Mittwochgespräche", die in den Wartesälen des Kölner Hauptbahnhofs unter reger Anteilnahme eines engagierten Publikums in 260 Diskussionsveranstaltungen stattfinden. Bekannte Schriftsteller, Künstler, Politiker und Wissenschaftler referieren: Heinrich Böll, Gustaf Gründgens, Werner Finck, Carlo Schmid, Theodor W. Adorno, auch Ernst von Salomon und Wolf Graf Baudissin. Unter der Leitung von Gerhard Ludwig diskutieren sie mit jeweils bis zu 800 interessierten Teilnehmern Themen aus den Bereichen Theater, bildende Kunst, Innen- und Außenpolitik, Wirtschaft, Sozialwissenschaft sowie Film und Kino: ein bedeutender, neuartiger und überregional anerkannter Beitrag zur Entwicklung einer demokratischen Gesprächskultur.  BRD
    Wien  Das Bundesministerium für Unterricht schlägt die Einführung eines "Tages des österreichischen Autors" vor.  Österreich
    Halle  Ausstellung "Ernst Barlach" in der Landesgalerie des Moritzburgmuseums.  DDR
    Salzburg  Karl Heinrich Waggerl spricht bei der Österreichischen Kulturwoche im Salzburger Festspielhaus den Festprolog mit dem Titel "Lob der Heimat".  Österreich
  1960  Jährlich finden etwa 150 künstlerisch 'relevante' Hörspielpremieren statt. Berücksichtigt man auch die Kurz- und Unterhaltungshörspiele, die Kriminal- und Mundartstücke, so ergibt sich eine Zahl von knapp 500 Premieren. Hinzu kommen Funkadaptationen von Texten der Weltliteratur. Die wenigsten Hörspieltexte werden als Monographien, in Sammelausgaben oder in Zeitschriften gedruckt; die meisten existieren lediglich als Bandaufzeichnungen oder in Form von Rundfunktyposkripten in den Archiven der Sendeanstalten. Wichtige Ausnahmen bilden die Hörspiele, die im "Hörspielbuch" (12 Bände, unter der Federführung des SDR von 1950 bis 1961 veröffentlicht) sowie in der Reihe "Hörwerke der Zeit" (31 Hörspiele als Einzeldrucke, vom Hamburger Hans Bredow-Institut veröffentlicht) erschienen sind.  BRD
22. Okt. 1949 10. Jan. 1950 Wien  Im Künstlerhaus findet die Ausstellung "Die Wienerin" statt, die die Wienerin und ihr Wesen darstellen soll. Bei Schließung der Ausstellung steht eine Besucherzahl von 33.000 Personen fest.  Österreich
31. Aug. 1948 1950  Der US-Medienkonzern Columbia Broadcasting System (CBS) entwickelt eine neuartige Langspielplatte. Die Deutsche Grammophon geht zwei Jahre später mit einer Langspielplatte auf den Markt.  WZ
08. Nov. 1947 1950 Hamburg  Erstaufführung von Zuckmayers "Des Teufels General" im Hamburger Staatlichen Schauspielhaus. Das Stück wird in den Spielzeiten 1947 bis 1949 in den Westzonen 844 und in den Westsektoren Berlins 1.069 mal aufgeführt und ist damit das meistgespielte Gegenwartsstück. Noch 1949/ 50 steht es mit 325 Aufführungen an zweiter Stelle aller Erfolgsstücke in der Bundesrepublik.  WZ, BRD
  1945 1951 Leipzig, Dresden, Halle  Aufgrund rapider Verlagsabwanderungen in die Westzonen bzw. in die BRD verliert die Stadt Leipzig 364 Verlage, Dresden 110 und Halle 19 Verlage.  DDR, WZ, SBZ, BRD

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