Literarisches Leben
Datenbank zum Literarischen Leben in den deutschsprachigen Ländern 1945-2000

Diese Seite liefert eine Jahreschronik literarischer und kultureller Ereignisse in Deutschland (SBZ/WZ, BRD/DDR), Österreich und der Schweiz. Über die Homepage des Projekts www.literarischesleben.uni-goettingen.de können Sie kostenlos weitere Jahreschroniken abfragen. Mit differenzierten Suchfunktionen können Sie dort weiterhin den Bestand der Datenbank etwa nach Personennamen, Literaturpreisen, Schlagworten oder bestimmten Begriffen durchsuchen.

Kalendarium 1949

Datum/Zeitraum
Ort, Ereignis, beteiligte Länder
am/von bis
01. Jan.    Beginn des Zweijahrplanes 1949 bis 1950. Es ist der erste umfassende Wirtschaftsplan in der SBZ. Er wird ohne genaue Kenntnis der vorhandenen Produktionskapazitäten aufgestellt.  SBZ
01. Jan.   Berlin   Der West-Berliner Oberbürgermeister Ernst Reuter verlangt die Einbeziehung West-Berlins in den zukünftigen Bundesstaat.  WZ
05. Jan.   Rom  Das österreichische Kulturinstitut in Rom wird wiedereröffnet.  Italien, Österreich
08. Jan.   Zürich  Die Uraufführung des Stücks "Als der Krieg zu Ende war" von Max Frisch (Regie: Kurt Horwitz) im Schauspielhaus ruft heftige Diskussionen hervor.  Schweiz
11. Jan.   Berlin  Premiere des Berliner Ensembles mit Brechts "Mutter Courage und ihre Kinder" am Deutschen Theater . Regie: Bertolt Brecht / Erich Engel; Helene Weigel als Mutter Courage. Der Rezensent Fritz Erpenbeck charakterisiert die Inszenierung als das bedeutsamste Theaterereignis in Berlin seit 1945. Berühmt wird das Szenenphoto, das Helene Weigel als Mutter Courage singend am Planwagen zeigt. Das Stück erlebt 405 Vorstellungen. Noch im Oktober 1949 wird das Stück in Dessau, Erfurt, Altenburg und Wismar nachgespielt. Brechts Dramen werden zunächst fast ausschließlich in der SBZ bzw. DDR aufgeführt.  SBZ
12. Jan.   Basel, Wien  Auf Einladung der Basler Freunde Liesings (Bezirk von Wien) hat das Wiener Komitee der Aktion "Basel hilft Liesing" eine Reihe prominenter Bühnenkünstler verpflichtet, die vom 12. bis 16. 01. in Basel auftreten. Der Reinerlös der fünf Wohltätigkeitsvorstellungen, die im Küchlin-Theater stattfinden, wird der Aktion "Basel hilft Liesing" zufließen.  Schweiz, Österreich
16. Jan.   Zürich  Radio Zürich beginnt mit der Sendereihe "Unsere Sonntagsgeschichte" bei der zwanzig unveröffentlichte, bei einem Wettbewerb ausgesuchte Erzählungen schweizerischer Schriftsteller vorgetragen werden.  Schweiz
17. Jan.   Berlin  Von Vertretern der britischen, amerikanischen und französischen Militärregierung wird die Errichtung der militärischen Sicherheitsbehörde der Westalliierten bekanntgegeben. Das Amt dient zur Überwachung der Entmilitarisierung in Westdeutschland und übernimmt auch die Aufgaben des nicht mehr funktionsfähigen Alliierten Kontrollrates für die westlichen Besatzungszonen.  WZ, Frankreich, England, USA, Großbritannien
20. Jan.   Prag  Bei der Eröffnung der Ausstellung "Moderne österreichische Malerei und Plastik" in der Galerie Manes spricht der Wiener Stadtrat Matejka über die kulturellen Beziehungen zwischen den Städten Wien und Prag. Für die tschechoslowakischen bildenden Künstler spricht der Maler Ottokar Hrdlicka.  Tschechoslowakei, Österreich
21. Jan.   Wien  Theodor Berger, Joseph Marx, Alois Melichar, Marcel Rubin, Alfred Uhl, Raimund Weissensteiner u.a. gründen die Österreichische Gesellschaft für zeitgenössische Musik, die sich die Pflege der österreichischen, zeitgenössischen und fortschrittlichen Tonkunst und ihre Vermittlung an breite Schichten der Bevölkerung zum Ziel setzt. Der Vereinigung gehören auch Vertreter der Wissenschaft, der Konzertunternehmungen, der Verlagsanstalten, des Volksbildungswesens, der Gewerkschaft, der Presse und der ausübenden Musiker an.  Österreich
22. Jan.   Wien  Viktor Reimann - Mitbegründer und Funktionär des Verbands der Unabhängigen (VdU) - beginnt in den Salzburger Nachrichten eine publizistische Kampagne gegen die Resolution gegen Josef Nadler, er hält Nadler für "den größten lebenden Literaturhistoriker der deutschen Sprache". Reimann greift die Unterzeichner der Resolution des Vorjahres direkt an, macht "Konkurrenzneid" für die Resolution verantwortlich und schreibt, Nadler habe für das "geistige Ansehen Österreichs mehr geleistet als mindestens 70 Listen-Unterzeichner zusammen."  Österreich
22. Jan.   Wien  Auf dem "Filmball" der Gesellschaft der Filmfreunde Österreichs treffen sich in sämtlichen Sälen des Wiener Konzerthauses Kinobesucher, Filmschauspieler, Produzenten, Filmkritiker und andere Mitarbeiter beim österreichischen Film unter der Devise: "Der Tanz in die Karriere". Die Gäste des Balles werden eingeladen, in der Maske ihres Filmlieblings zu erscheinen. Daher werden mehrere Margaret Lockwoods, Paula Wesselys und Theo Lingens erwartet.  Österreich
25. Jan. 28. Jan. Berlin  Auf der ersten Parteikonferenz der SED wird ein Politbüro nach sowjetischem Vorbild eingerichtet. Dadurch nähert sich die SED der zentralistischen und hierarchischen Struktur der KPdSU an. Der "deutsche Sonderweg" zum Kommunismus verliert mit der immer größeren Ausgrenzung ehemaliger SPD-Mitglieder an Bedeutung. Mitglieder des Politbüros sind Wilhelm Pieck, Otto Grotewohl, Walter Ulbricht, Helmut Lehmann, Franz Dahlem, Friedrich Ebert, Paul Merker; Kandidaten sind Anton Ackermann und Karl Steinhoff. Außerdem beschließt die SED "Maßnahmen zur Durchführung der kulturellen Aufgaben im Rahmen des Zweijahrplans". Der Kulturfunktionär Fritz Erpenbeck führt dazu aus: "Ein Kunstwerk kann nur entstehen auf der inhaltlichen Grundlage des gesellschaftlichen Wahren. Mit anderen Worten: ein Werk, das nicht die großen gesellschaftlichen Tendenzen der Realität gestaltet, also den Klassenkampf wahrhaft widerspiegelt, kann niemals ein Kunstwerk sein."  SBZ
25. Jan.    Der Rat für Gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW oder Comecon) wird von Vertretern der UdSSR, Bulgariens, Polens, Rumäniens und der CSR gegründet. Die Wirtschaftsgemeinschaft der osteuropäischen Länder soll die Volkswirtschaftspläne der Mitgliederländer vollständig koordinieren und die Industrieproduktion spezialisieren. Der RWG ist auch als Gegengewicht zu den Ländern gedacht, die sich am Marshallplan beteiligen.  Polen, Tschechoslowakei, Sowjetunion, Bulgarien, Rumänien
25. Jan.    Die Alliierten gestatten den kleinen Grenzverkehr zwischen Östereich und Deutschland.  Frankreich, England, USA, Sowjetunion, Großbritannien, Österreich
27. Jan.   Berlin  4.000 Exemplare der Zeitschrift "Ost und West" (Hrsg. Alfred Kantorowicz) werden im amerikanischen Sektor Berlins beschlagnahmt. Mit der Zeitschrift, die seit Juli 1947 in der sowjetisch besetzten Zone erscheint, versucht Kantorowicz, "eine Brücke der Verständigung zwischen den Deutschen aller Zonen zu schlagen". Mit Gründung der beiden deutschen Staaten wird die Zeitschrift "Ost und West" anachronistisch. Im Dezember 1949 erscheint das letzte Heft.  WZ, SBZ
28. Jan.    Die Schweiz erkennt Israel diplomatisch an.  Israel, Schweiz
28. Jan.    Der amerikanische Militärgouverneur General Lucius D. Clay übergibt den Hessischen Rundfunk offiziell in deutsche Hände.  WZ, USA
29. Jan.   Basel  Der Kapellmeister Gottfried Becker (Oper) und der bisherige Direktor des Schauspiels Kurt Horwitz werden zu Nachfolgern des zurückgetretenen Direktors des Stadttheaters Egon Neudegg bestimmt.  Schweiz
Jan.   Paris  Der Verband der Kolonialschriftsteller in Paris spricht dem Neuenburger Arthur Nicolet den "Großen Preis der Antipoden" für sein Werk "Mektoub" zu.  Frankreich, Schweiz
Jan.   Wien  In der Amandus-Edition erscheint die Vierteljahreszeitschrift "Filmkunst", die von Ludwig Gesek als Chefredakteur geleitet wird. In der ersten Nummer schreiben Jean Cocteau, der Schweizer Nationalrat Driesch, Willi Forst, Karl Hartl, aus England Arnold Hauser und Carol Reed sowie der italienische Regisseur Roberto Rossellini und der Amerikaner John Winge.  Österreich
Jan.   Berlin  Bodo Uhse übernimmt die Leitung der vom Kulturbund herausgegebenen Monatszeitschrift "Aufbau" und behält dieses Amt bis zur Einstellung der Zeitschrift im Juli 1958.  SBZ
Jan.   Berlin  Paul Wiegler und Johannes R. Becher gründen die Kulturzeitschrift "Sinn und Form", deren Ausgabe im Januar 1949 erscheint. Chefredakteur wird Peter Huchel (bis 1962). Ab 1950 wird die Zeitschrift von der Akademie der Künste herausgegeben. Charakteristisch vor allem für die Redaktionszeit Huchels ist die Mischung von Texten der internationalen, vor allem westlichen Moderne mit denen von renommierten Akademiemitgliedern (Bertolt Brecht, Herbert Ihering, Stephan Hermlin) und von 'neuen' DDR-Autoren wie Erwin Strittmatter, Johannes Bobrowski, Franz Fühmann u.a.  WZ, SBZ
03. Feb.   Bonn  Die Fünferkommission des Parlamentarischen Rats beschließt, West-Berlin neben den elf Ländern der westlichen Besatzungszonen als zwölftes Bundesland in die Präambel des Grundgesetzes aufzunehmen.  WZ
04. Feb.   Berlin  Der amerikanische und der britische Militärgouverneur verhängen eine Gegenblockade gegen die Blockade West-Berlins durch die Sowjetunion: Jeder Warendurchgangsverkehr zwischen sowjetischer Besatzungszone, Ostberlin und Westeuropa wird untersagt.  WZ, SBZ, England, USA, Sowjetunion, Großbritannien
05. Feb.   Salzburg  Der Verband der Unabhängigen (VdU, Vorläufer der FPÖ) wird mit Unterstützung des Innenministers Oskar Helmer gegründet. Er versteht sich als Interessenvertretung ehemaliger Nationalsozialisten, Heimatvertriebener, Heimkehrer und politisch Unzufriedener und fordert die Beseitigung der NS-Gesetze. Bei den nächsten Wahlen kandidiert er unter der Bezeichnung "Wahlpartei der Unabhängigen".  Österreich
08. Feb.   Bern  Der Ständerat lehnt das erste Volksbegehren über die Wiedereinführung der direkten Demokratie mit neunzehn zu einer Stimme ab. Zuvor war der Antrag auf Ausarbeitung eines Gegenvorschlags mit achtzehn zu siebzehn Stimmen abgelehnt worden.  Schweiz
08. Feb.   Wien  Nachdem das Unterrichtsministerium Josef Nadler Anfang 1949 offiziell rehabilitiert hat und seine umstrittene Literaturgeschichte noch 1948 erschienen ist, beschließt der österreichische PEN-Club, seine Mitglieder in einem Rundschreiben aufzufordern, sich der Resolution von Edwin Rollett aus dem Herbst 1948 anzuschließen. Am 15.02. geht ein entsprechendes Schreiben an den Unterrichtsminister Felix Hurdes. Das Vorgehen stößt allerdings auf Widerstand bei mehreren Mitgliedern des österreichischen PEN, darunter Rudolf Henz, Alexander Lernet-Holenia und Franz Nabl.  Österreich
08. Feb.   Wien  Der Stadtsenat beschließt die Stiftung einer "Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien" für besondere Verdienste um die Stadt. Die Reihung der Ehrungen ist seitdem: Ehrenbürgerrecht, Bürgerrecht, Ehrenring, Ehrenmedaille.  Österreich
11. Feb.   Bern  Der Ständerat stimmt dem Beitritt der Schweiz zur internationalen Flüchtlingsorganisation zu.  Schweiz
16. Feb.   Wien  Das Secessions-Gebäude wird mit einer Ausstellung von Pastellen des Malers Hans Robert Pippal wiedereröffnet.  Österreich
25. Feb.   Salzburg  Der Verband der Unabhängigen gibt die Wochenzeitung "Neue Front" heraus.  Österreich
27. Feb.   Bern  Die schweizerische Gesellschaft für die Vereinten Nationen diskutiert das Waffenausfuhrverbot.  Schweiz
28. Feb.   Wien  Der Vorstand des österreichischen PEN-Clubs faßt einstimmig den Beschluß, Viktor Reimann zum Austritt aus dem Club aufzufordern. Am 01.03. wird Reimann von Sacher-Masoch informiert. Am 04.03. erklärt Reimann in einem offenen Brief in der Neuen Front seinen Austritt. Am 15.03. antwortet Franz Theodor Csokor, der von Reimann in dessen offenem Brief (auch wegen persönlich angegriffen worden war in der Mitglieder-Korrespondenz des PEN-Clubs.  Österreich
02. Mär.   Wien  Johannes Mario Simmel liest im Volksbildungshaus Margareten aus eigenen Werken. Für dieses Jahr wird sein erster großer Roman "Mich wundert, daß ich so fröhlich bin" im Peter Zsolnay-Verlag erwartet.  Österreich
05. Mär.   Brünn  Die österreichische Ausstellung "Zeitgenössische Kunst aus Österreich" wird vier Wochen lang im neuerbauten Kunsthaus gezeigt. Bei der Eröffnung spricht der Wiener Stadtrat Matejka über die Entwicklung der österreichisch-tschechoslowakischen Kulturbeziehungen.  Tschechoslowakei, Österreich
06. Mär.    Der Deutsche Volksrat teilt die Kandidatenliste für die Wahlen zum III. Deutschen Volkskongreß auf. Es wird eine sogenannte Einheitsliste des "Demokratischen Blocks" aufgestellt, für die sich die Wähler nur insgesamt mit Ja oder Nein entscheiden können. Die Mandate werden folgendermaßen verteilt: 25% für die SED, je 15% für die CDU und die LPD, je 7% für NDPD und DBP, 10% für FDGB, 5% für FDJ, 5% für Kulturbund, 3,7% für VVN, 3,7% für DFD und 1,3% für VdgB.  SBZ
07. Mär.   Göttingen  Uraufführung des Films "Liebe 47" nach dem Hörspiel "Draußen vor der Tür" von Wolfgang Borchert. Wolfgang Liebeneiner führt die Regie. Bei den Internationalen Filmfestspielen in Locarno 1949 erhält der Film den Preis für die beste schaupielerische Leistung (Hilde Krahl).  WZ
09. Mär.   Luzern  Henri Matisse und zehn Jahrhunderten französischer Buchkunst ist eine Doppelausstellung im Kunstmuseum gewidmet.  Frankreich, Schweiz
10. Mär.   Wien  Die Wiener Philharmoniker beenden ihre Aufnahmen von Tschaikowskys vierter Symphonie und Beethovens Türkischem Marsch vor der steinernen Fassade des gotischen Prunksaales im Rathaus. Sie waren von amerikanischer Seite für einen musikalischen Kulturfilm in Auftrag gegebenen worden.  USA, Österreich
11. Mär.   New York  Erika und Klaus Manns Artikel "Beispiel einer Verleumdung", eine scharfe Entgegnung auf Harry Schulze-Wildes Bezichtigung der beiden als "Salonbolschewisten", erscheint in der Zeitschrift "Aufbau/ Reconstruction". Die Geschwister wehren sich darin gegen den Verdacht, sie hätten Kontakte zur kommunistischen Partei und greifen ihrerseits Schulze-Wilde an, den sie "zu der unangenehmen Kategorie von "bekehrten " Kommunisten, die jetzt aus der Verleumdung einen Beruf und eine Karriere machen" zählen.  WZ, USA
12. Mär. 22. Mär. Weimar  Goethefeier der Freien Deutschen Jugend (FDJ): Otto Grotewohl hält eine Rede an die deutsche Jugend unter dem Titel "Amboß oder Hammer".  SBZ
16. Mär.   Washington  In der Bibliothek des amerikanischen Kongresses wird eine Ausstellung schweizerischer Bücher eröffnet.  USA, Schweiz
19. Mär.    Der Deutsche Volksrat verabschiedet einstimmig die von ihm erarbeitete Verfassung für eine "Deutsche Demokratische Republik".  SBZ
20. Mär.   Berlin  In Berlin (West) wird die "DM West" zum alleinigen gesetzlichen Zahlungsmittel erklärt. Eine Berliner Zentralbank wird errichtet  WZ
22. Mär.   Frankfurt am Main  In den Räumen des Freien Deutschen Hochstiftes wird ein Goethe-Museum eröffnet. Es steht unter der Leitung von Ernst Beutler.  WZ
24. Mär.   Genf  Als achtzehntes Mitglied wird die Schweiz in die Internationale Flüchtlingskommission (IRO) aufgenommen. Die bis zum 31.12. 1951 tätige Organisation mit Sitz in Genf widmet sich dem Schutz von Flüchtlingen und verschleppten Personen (Displaced Persons DP), ihrer Ansiedelung in fremden Ländern bzw. der Rückführung in ihre Heimatländer nach dem Zweiten Weltkrieg.  Schweiz
26. Mär.   Basel  Das Karlsruher Staatstheater gastiert im Stadtheater mit Beethovens Oper "Fidelio". Dabei handelt es sich um das erste Gesamtgastspiel eines deutschen Opernensembles seit über zehn Jahren.  WZ, Schweiz
27. Mär.   Weimar  Jugendliche kommen zum "Goethetag der Jugend" zusammen. Ansprachen halten u.a. Stephan Hermlin, Wolfgang Langhoff und Heinz-Winfried Sabais.  SBZ
28. Mär.   Bern  Der Bundesrat erläßt im Sinne einer Mittellösung ein eingeschränktes Waffenausfuhrverbot.  Schweiz
31. Mär.   Bern  Die Motion Jaeckle über ein unbeschränktes Waffenausfuhrverbot wird im Nationalrat mit 83 zu 46 Stimmen abgelehnt.  Schweiz
31. Mär.    In einer Verordnung über die Erhaltung und Entwicklung der deutschen Wissenschaft und Kultur legt die DWK Maßnahmen zur Verbesserung der materiellen, sozialen und kulturellen Betreuung der Schriftsteller und Künstler in der sowjetischen Zone fest. U.a. wird die Einrichtung spezieller Bibliotheken und Verlage sowie die Verleihung von Nationalpreisen und Gründung eines speziellen Kulturfonds sowie einer neuen Deutschen Akademie der Künste in Ausicht gestellt.  SBZ
Mär.    Armeegeneral Tschujkow wird als Nachfolger Marschall Sokolowskis Chef der SMAD und Oberkommandierender der sowjetischen Streitkräfte in Deutschland. Nach Gründung der DDR ist er Vorsitzender der Sowjetischen Kontrollkommission (SKK).  SBZ, Sowjetunion
Mär. Sep. Gotha  Im Goethe-Zimmer auf Schloß Friedenstein zeigt die Landesbibliothek eine Ausstellung mit dem Titel "Ein Blick in Goethes Geisteswelt".  SBZ
Mär. Apr.  Debatte zwischen Alfred Kantorowicz und Otto Grotewohl, der von der Kunst "kernigen Optimismus" erwartet; Kantorowicz dagegen hält den "sozialistischen Realismus" bereits für zum Schlagwort erstarrt.  SBZ
04. Apr.   Washington  Gründung der "North Atlantic Treaty Organization" (NATO). Der aus einem zivilen und einem militärischen Teil bestehenden Allianz gehören zehn europäische Staaten sowie Kanada und die USA an.  WZ, USA
05. Apr. 08. Apr. Washington  Auf ihrer Deutschlandkonferenz beschließen die Außenminister Dean Acheson (USA), Bevin (Großbritannien) und Robert Schuman (Frankreich), die Bizone durch Fusion mit dem französischen Besatzungsgebiet zur Trizone zu erweitern und die Militärregierung zu beenden, indem die Alliierten Hohen Kommissare politische Kontrollbefugnisse und die Oberbefehlshaber nur noch militärische Funktionen wahrnehmen. Das Demontageprogramm soll reduziert und die Industrieproduktion wieder angekurbelt werden. Darüber hinaus wird die endgültige Fassung des Besatzungsstatus verabschiedet.  WZ, Frankreich, England, USA, Großbritannien
05. Apr.   Wien  Nach Rezitationsabenden, an denen Annie Rosar aus dem Gedächtnis Aischylos "Perser" und die "Troerinnen" des Euripides rezitierte, plant die Künstlerin eine Rezitation des "König Ödipus" von Sophokles im Konzerthaus.  Österreich
06. Apr.   Basel, Wien  Unter dem Protektorat der Johann-Strauss-Gesellschaft beginnt im Küchlintheater in Basel eine Wiener Tournee, die unter dem Motto "Hundert Jahre Strauss" durch alle bedeutenden Städte der Schweiz führen wird. Als Vertreter der Stadt Wien reist Vizebürgermeister Karl Honay nach Basel.  Schweiz, Österreich
09. Apr.   Schaffhausen  Eröffnung der großangelegten Ausstellung "Rembrandt und seine Zeit" im Museum zu Allerheiligen. Es werden Werke aus deutschem, holländischem und schweizerischem Besitz gezeigt.  Schweiz
09. Apr.    Die Westmächte verzichten auf das "Deutsche Eigentum" in Österreich. Es geht ohne Ablöse an Österreich.  Frankreich, England, USA, Sowjetunion, Deutsches Reich, Großbritannien, Österreich
12. Apr.   Hamburg  Tagung der zwanzig Schriftsteller umfassenden deutschen Abteilung des PEN-Clubs. Sie dient zur Vorbereitung des 31. Internationalen Kongresses des PEN-Clubs im September in Venedig.  WZ
12. Apr.   Wien  Der Gemeinderat beschließt die Verleihung der Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien u.a. an den Liederkomponisten Karl Maria Jäger ("Schicksal, Du bist barmherzig", "Ausg'steckt is", "I laß über mein Wien nix kumma"), den Schriftsteller Oskar Maurus Fontana, den Pianisten Otto Schulhof, den Operettenkomponisten Ralph Benatzky ("Das weiße Rössl" u.a.) und den Weinbaupionier Ökonomierat Leopold Hengl (Kürassier-Hengl).  Österreich
21. Apr.   Wien  Oskar Kokoschka, der am Vortag aus Zürich in Wien eingetroffen ist, beginnt im Rathaus Bürgermeister Körner in seinem Arbeitszimmer zu portraitieren.  Österreich
21. Apr.   Bern  Eine Ausstellung in der Kunsthalle ist den Surrealisten Joan Miró, Oskar Dalvit und Margrit Link gewidmet.  Schweiz
21. Apr.   Genf  Rotes Kreuz: Bundesrat Max Petitpierre eröffnet die vom schweizerischen Bundesrat angeregte und einberufene diplomatische Konferenz für die Ausarbeitung internationaler Abkommen zum Schutz der Kriegsopfer.  Schweiz
22. Apr.   Wien  Die baufällige Markthalle in der Stadiongasse wird von der Kiba (Kino-Betriebsgesellschaft) zu einem Premieren-Großkino ausgebaut.  Österreich
22. Apr.    Das Ruhrstatut (Abkommen über die internationale Ruhrkontrolle) tritt in Kraft. Die Internationale Ruhrbehörde aus Regierungsvertretern der Besatzungsmächte, der Beneluxstaaten und später der BRD kontrolliert die Kohle-, Koks- und Stahlproduktion des Ruhrgebiets und setzt Verbrauchs- sowie Exportquoten und -preise fest.  WZ, Frankreich, England, USA, Großbritannien
23. Apr.   Hamburg, Berlin  Das Hamburger Schwurgericht spricht den Filmregisseur Veit Harlan ("Jud Süß") von der Anklage der Beihilfe zum Verbrechen gegen die Menschlichkeit und der Beleidigung des Judentums frei. Der am 01.04. von der Jüdischen Gemeinde zu Berlin zum Vorsitzenden gewählte Heinz Galinski bezeichnet das Urteil als eine Verhöhnung des Kultur- und Menschlichkeitsempfindens.  WZ
24. Apr.    Die wissenschaftlichen Hochschulen schließen sich in der Westdeutschen Rektorenkonferenz (WRK) zusammen. Sie vertritt die Hochschulen gegenüber Staat und Öffentlichkeit und plant und koordiniert gemeinsame hochschulpolitische Aufgaben.  WZ
25. Apr.   Bern, Zürich  Gründung des "Centre national suisse du Théâtre" als Landessektion des "Institut international du Théâtre" (ITI) der UNESCO. Präsident wird Emil Oprecht (Zürich).  Schweiz
25. Apr.   Innsbruck  Hermann Gmeiner gründet mit Freunden die "Societas Socialis" (SOS), um "der drohenden Gefahr, die in der Schutzlosigkeit vieler Kinder liegt, nicht mit Worten, sondern mit einer Tat entgegenzutreten".  Österreich
25. Apr.   Wien  Anläßlich der Max-Reinhardt-Ehrung wird auf dem Gebäude des Theaters in der Josefstadt eine Gedenktafel von Mario Petrucci enthüllt.  Österreich
26. Apr.    Rudolf Keller wird nach dem Rücktritt des bisherigen Leiters Hans Rudolf Schmid zum administrativen Leiter und Paul Alfred Sarasin zum Redakteur des allgemeinen Pressedienstes des Schweizer Feuilletondienstes.  Schweiz
29. Apr. 01. Mai Marktbreit  5. Tagung der Gruppe 47 bei Würzburg. Es lesen: Alfred Andersch: "Geister und Leute. Weltreise auf deutsche Art", Wolfgang Bächler: die Gedichte "Unter der Fiebertafel" und "Staub" sowie "Die Erde bebt noch", Arnold Bauer: aus dem Gesellschaftsroman "Daniel in der Löwengrube", Hans Georg Brenner: die Erzählung "Rost", Walter Heist: Szenen aus der Komödie "Aufbruch in Frankreich", Georg Hensel: die Erzählung "In der großen Pause" und "experimentelle" Prosa, Jürgen von Hollander: "Liebe 49", Walter Kolbenhoff: "Ich sah ihn fallen" sowie "Gebrauchslyrik", Horst Richard Münnich: "Der Untergang von Gomorrha", Ilse Schneider-Lengyel: einige Gedichte, Franz Kretzdorn, Hans Josef Mundt, Franz Josef Schneider, Nicolaus Sombart, Heinz Ulrich und Freia von Wuehlisch.  WZ
30. Apr.   Zürich  Im Kunsthaus wird die Ausstellung "Kunst aus Deutschland 1930-1949" eröffnet.  Schweiz
30. Apr.   Berlin  Generalversammlung des Schutzverbandes Deutscher Autoren (SDA). Als Vorsitzende werden gewählt: Peter Huchel, Friedrich Luft, Roland Schacht. Werner Schendell ist wiederum Geschäftsführer, J. Falkenberg Syndikus. Der Verband tritt dem in Hamburg gegründeten "Verband Deutscher Autoren" als Gesamtverband deutscher Schriftsteller bei.  WZ, SBZ
Apr.   Wien  Der "Notring der wissenschaftlichen Verbände Österreichs" wird gegründet.  Österreich
01. Mai    In den westlichen Besatzungszonen wird der Lizenzierungszwang für Druckschriften aufgehoben.  WZ
02. Mai   Washington  Thomas Mann hält an der Washingtoner Library of Congress seinen Vortrag über "Goethe und die Demokratie". Er reist danach über England, Schweden, Dänemark und die Schweiz nach Deutschland.  Dänemark, Schweden, WZ, SBZ, USA, Schweiz
05. Mai   Berlin  Klaus Mann hatte einige Monate zuvor eine Neuausgabe seines Romans "Mephisto" mit dem Langenscheidt-Verlag vertraglich vereinbart. Der Verlag war inzwischen vom Ostteil Berlins nach München umgezogen. Georg Jacobi, der Leiter des Langenscheidt-Verlags, tritt von dem Vertrag zurück, mit einem Hinweis auf seine Bedenken: "... Herr Gründgens spielt hier eine bereits sehr bedeutende Rolle... Von Berlin aus hätte man so etwas leicht starten können: im Westen ist aber diese Aktion keinesfalls einfach." Klaus Mann reagiert mit Wut und Enttäuschung darauf, daß Gustaf Gründgens ungeachtet seiner NS-Vergangenheit schon wieder Erfolg in Nachkriegsdeutschland zuteil wird.  WZ, SBZ
06. Mai 07. Jun. Bielefeld  In der Rudolf-Oetker-Halle ist eine Ausstellung der Stadt mit dem Titel "Goethe. Leben und Schaffen" zu sehen.  WZ, WZ
08. Mai    Der Parlamentarische Rat verabschiedet in seiner Vollversammlung in dritter Lesung das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland.  WZ
10. Mai   Berlin  Der "Tag des freien Buches" wird in diesem Jahr nach einem Beschluß des Schutzverbandes Deutscher Autoren (SDA) nicht begangen, da das freie Buch im Augenblick in Deutschland nicht existiere.  WZ, SBZ
10. Mai   Bonn  Bonn wird vom Parlamentarischen Rat zur vorläufigen Bundeshauptstadt gewählt. Von 62 gültigen Stimmen entfallen 33 auf Bonn und 29 auf Frankfurt/Main.  WZ
12. Mai     Die westalliierten Militärgouverneure Lucius D. Clay, Brian Robertson und Marie Pierre Koenig billigen das vom Parlamentarischen Rat verabschiedete Grundgesetz vorbehaltlich der Bestimmungen des Besatzungsstatuts und der Anerkennung West-Berlins als zwölftes Bundesland.  WZ, Frankreich, England, USA, Großbritannien
12. Mai   Berlin  Die Sowjetunion gibt, wie im New Yorker Viermächteabkommen vom 04.05. 1949 vereinbart wurde, nach fast zwölf Monaten der Blockade den Verkehr zwischen den Westzonen und Berlin wieder frei.  WZ, SBZ, Frankreich, England, USA, Sowjetunion, Großbritannien
14. Mai   Basel  Romantiker-Ausstellung: 100 Gemälde und Handzeichnungen aus der Hamburger Kunsthalle sind im Kunstmuseum zu sehen.  WZ, Schweiz
14. Mai 03. Jul. Köln  Der Deutsche Werkbund (1907 von Künstlern und Firmen gegründet mit dem Anspruch, Kunst und Industrie miteinander zu verbinden) zeigt eine Ausstellung mit dem Titel "Neues Wohnen. Deutsche Architektur seit 1945".  WZ, BRD
15. Mai 16. Mai  Wahlen zum III. Deutschen Volkskongreß nach dem Prinzip der Einheitsliste des "Demokratischen Blocks". Die Wahlbeteiligung liegt bei 95,2%. 66,1% stimmen mit "Ja" für die Einheitsliste.  SBZ
18. Mai    John Mc Cloy, der bisherige Präsident der Weltbank, wird von Präsident Truman zum amerikanischen Hohen Kommissar für Deutschland ernannt. Er arbeitet vor allem an der Vorbereitung und Durchführung des Marshallplans mit.  WZ, USA
19. Mai    André François-Poncet wird zum französischen Hohen Kommissar für Deutschland ernannt. In dieser Position setzt er sich in der Folge besonders für die deutsch-französische Versöhnung ein.  WZ, Frankreich
20. Mai   Wien  Die Johann Strauss-Gesellschaft gibt anläßlich des 50. Todestages von Johann Strauß Sohn und des 100. Todestages von Johann Strauß Vater eine Festschrift heraus, die im Verlag Fiscus erscheint und während der Johann Strauss-Festwochen verkauft wird.  Österreich
23. Mai 20. Jun. Paris  Letzte Konferenz des Rates der Außenminister: Die Sowjetunion befürwortet, den Alliierten Kontrollrat wiederzubeleben, einen Friedensvertrag abzuschließen und einen paritätisch besetzten gesamtdeutschen Staatsrat zu bilden. Die Westmächte schlagen vor, daß die Länder der SBZ dem soeben verabschiedeten Grundgesetz beitreten. Die Konferenz bestätigt das Ende der Berlin-Blockade und die Freizügigkeit des Verkehrs in Deutschland. Insgesamt scheitert sie jedoch am unüberbrückbaren Dissens zwischen der Sowjetunion und den Westmächten in der Deutschlandfrage.  SBZ, Frankreich, England, USA, Sowjetunion, Großbritannien, BRD
23. Mai    Der Parlamentarische Rat stellt fest, daß das am 08.05. beschlossene Grundgesetz für die Bundesrepublik Deutschland von mehr als zwei Dritteln der beteiligten Länder angenommen worden ist (Ausnahme: Bayern). Mit der feierlichen Verkündung tritt es sofort in Kraft.  BRD
25. Mai   Wien  Der "Notring der wissenschaftlichen Verbände" und die österreichischen Verlage richten eine Zentrale ein, die Autoren wissenschaflicher Werke an die jeweils richtigen Verleger vermittelt. Alle Wissenschaftler, die über druckfertige Manuskripte verfügen, werden gebeten, dem Notring Titel, Umfang und kürzeste Inhaltsangaben ihrer Arbeiten mitzuteilen.  Österreich
28. Mai   Oberweis  Geheimverhandlungen zwischen Spitzenpolitikern der ÖVP und ehemaligen SS-Offizieren in Oberösterreich.  Österreich
29. Mai 30. Mai Berlin  Der am 15.-16.05. gewählte III. Deutsche Volkskongreß (1.525 Abgeordnete aus der SBZ, 616 Vertreter der Nationalen Front aus den Westzonen) tritt zusammen. Er bestätigt die vom 1. Volksrat verabschiedete Verfassung und wählt aus seinen Reihen den 2. Deutschen Volksrat (330 Mitglieder, davon 90 SED).  SBZ
02. Jun.   Wien  Vor dem Strauss-Denkmal im Stadtpark wird die Johann Strauss-Festwoche in Anwesenheit von Bundeskanzler Leopold Figl, Bürgermeister Theodor Körner und zahlreicher Festgäste eröffnet.  Österreich
03. Jun.   Zürich  Anläßlich des Goethe-Jahres (200. Geburtstag) hält Thomas Mann bei der Eröffnung der Juni-Festwochen im Schauspielhaus seine vielbeachtete Rede "Goethe und die Demokratie".  Schweiz
05. Jun. 25. Jun. Dresden  Die Sächsische Landesbibliothek zeigt eine Ausstellung mit dem Titel "Puschkin und die russische Literatur des 19. Jahrhunderts".  SBZ
06. Jun. 30. Jun. Berlin  Die Deutsche Staatsbibliothek zeigt eine Ausstellung unter dem Titel "Alexander Puschkin. Zum 150. Geburtstag".  SBZ
10. Jun.   Recklinghausen  Eröffnung der unter Schirmherrschaft des Deutschen Gewerkschaftsbundes und der Stadt Recklinghausen stehenden Ruhrfestspiele mit einer Inszenierung von Goethes "Faust".  BRD
12. Jun.   Selzach (CH)  Nach siebzehnjähriger Unterbrechung finden erstmals wieder die Selzacher Passionsfestspiele statt.  Schweiz
16. Jun.   Bern  Der Gewerkschaftsbund der Schweiz beschließt seinen Austritt aus dem Weltgewerkschaftsbund.  Schweiz
17. Jun. Aug. Freiberg  Im Stadt- und Bergbaumuseum findet eine Ausstellung unter dem Titel "1749-1949 Goethe und Freiberg" statt.  SBZ
18. Jun.   Berlin   Wiedereröffnung der 1945 schwer beschädigten Nationalgalerie. In acht Sälen werden zunächst 150 Kunstwerke aus dem 19. Jahrhundert gezeigt.  SBZ
19. Jun.   Zürich  Im Helmhaus wird die von der schweizerischen Gesellschaft für Theaterkultur veranstaltete Ausstellung "Das schweizerische Bühnenbild" eröffnet.  Schweiz
20. Jun.    Die westalliierten Außenminister unterzeichnen ein Statut, welches die bisherigen Militärregierungen durch die Alliierte Hohe Kommission ersetzt.  Frankreich, England, USA, Großbritannien, BRD
22. Jun.   Wien  Der Nationalrat beschließt die vorzeitige Beendigung der Legislaturperiode.  Österreich
22. Jun.   Bern  Der Ständerat bestätigt in der Gesamtabstimmung den Bundesbeschluß über die Stiftung Pro Helvetia einstimmig.  Schweiz
24. Jun.   Bern  Schlußabstimmungen: Der Bundesbeschluß über die Eröffnung und Erweiterung von Gasthöfen wird im Nationalrat mit 111 zu drei Stimmen und im Ständerat mit 27 zu null Stimmen angenommen; die Vorlage über Förderung der Wohnungsbautätigkeit erreicht im Nationalrat eine Mehrheit von 98 zu neunzehn Stimmen, im Ständerat eine Mehrheit von 23 zu einer Stimme und wird so von beiden Kammern angenommen.  Schweiz
25. Jun.   Berlin  Einjähriges Bestehen der Berliner Luftbrücke. Britische und amerikanische Flugzeuge sind insgesamt 234.947 mal nach Berlin geflogen und transportierten dabei 1.511.503,3 t Versorgungsgüter in die Westsektoren der Stadt.  England, USA, Großbritannien, BRD
27. Jun.   Zürich  An dem im Rathaus eröffneten 2. Kongreß des "Institut International du Théâtre" nehmen Vertreter aus neunzehn Staaten teil.  Schweiz
28. Jun.   Wien  Bürgermeister Theodor Körner empfängt in Anwesenheit von Stadtrat Viktor Matejka den Inhaber der Neuen Galerie Otto Kallir, der als Emigrant in seiner New Yorker Gallerie St. Etienne erfolgreich war. Kallir plant für Wien zunächst eine Ausstellung der besten Originale von Walt Disney, dessen Arbeiten er in den USA in über 200 Ausstellungen gezeigt hat.  USA, Österreich
30. Jun.   Wien  Bürgermeister Theodor Körner eröffnet in Anwesenheit von Stadtrat Anton Afritsch und zahlreicher Ehrengäste die Anton Hanak-Ausstellung als erste große Ausstellung in der zum Teil neuaufgebauten Secession.  Österreich
30. Jun.    Mit dem Erscheinen des sechsten Bandes ist die von Karl Emil Hoffmann besorgte Gesamtausgabe des Schriftstellers Arnold Ott abgeschlossen.  Schweiz
Jun.   Klagenfurt  Die Klagenfurter Zeitung erscheint wieder im 169. Jahrgang.  Österreich
01. Jul.   Berlin  Die westalliierte Stadtkommandantur übermittelt Oberbürgermeister Ernst Reuter das Verbot der Teilnahme Berlins an den allgemeinen Wahlen zum Ersten Deutschen Bundestag; die Berliner Stadtverordnetenversammlung entsendet Abgeordnete ohne Stimmrecht.  BRD
03. Jul.   Zürich  In der Abstimmung der Stadtgemeinde Zürich wird die Vorlage über den Museumsbau Rietberg mit 41.714 gegen 26.660 Stimmen angenommen.  Schweiz
04. Jul.   Berlin, Frankfurt am Main  Der Vorsitzende der Deutschen Wirtschaftskommission der SBZ, Heinrich Rau, schlägt Hermann Pünder, Oberdirektor des Frankfurter Wirtschaftsrates, die Bildung eines gesamtdeutschen Wirtschaftsausschusses vor. Der Vorschlag wird am 25.07. vom Frankfurter Wirtschaftsrat mit der Begründung abgelehnt, über die wirtschaftliche Einheit könne nur zwischen demokratisch und frei gewählten Organen beraten werden.  SBZ, BRD
04. Jul.    Der Leiter der Hauptverwaltung für Volksbildung in der sowjetischen Zone, Paul Wandel (SED), lädt zu der konstituierenden Sitzung eines Vorbereitenden Ausschusses der deutschen Akademie der Künste (Fortsetzung der 1696 gegründeten Preußischen Akademie der Künste) ein. Arnold Zweig wird Vorsitzender des Ausschusses, Bertolt Brecht, Anna Seghers, Hanns Eisler, Ernst Legal u.a. werden Mitglieder.  SBZ
05. Jul.   Wien  Der mit der Goldenen Medaille auf der Biennale in Venedig ausgezeichnete tschechische Puppenfarbfilm "Spalicek" wird von der Österreichisch-Tschechoslowakischen Gesellschaft im Tabor-Kino einmal gezeigt.  Tschechoslowakei, Österreich
06. Jul.   Wien  Die Geschäftsgruppe "Kultur und Volksbildung" veranstaltet eine "Volksbefragung" zum gewünschten Standort des Mozart-Denkmals. Der bisherige Standort kommt aus verkehrstechnischen Gründen nicht mehr in Frage. Die Verwaltungsgruppe Kultur und Volksbildung hat die bisherigen Zeichnungen und Entwürfe von bereits in Erwägung gezogenen Aufstellungsplätzen in einer Sonderschau im Rathaus zusammengestellt. Jeder Besucher erhält ein Verzeichnis der geplanten Plätze mit der Bitte, sich für einen zu entscheiden oder auch einen neuen Vorschlag zu machen.  Österreich
08. Jul.   Wien  Alfred Polgar wird von Vizebürgermeister Karl Honay und Stadtrat Viktor Matejka im Rathaus empfangen.  Österreich
09. Jul.   Mainz, Worms  Alfred Döblin, Walter von Molo u.a. Mitglieder der ehemaligen Berliner Akademie der Wissenschaften und der "Sektion für Dichtkunst" innerhalb der Preußischen Akademie der Künste gründen die Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur. Als Mitglieder schlagen sie Werner Bergengruen, Wilhelm Hausenstein, Hans Henny Jahnn, Hermann Kasack und Annette Kolb vor. Alfred Döblin wird Vizepräsident für die Klasse der Literatur.  BRD
11. Jul.   Bern  Das Volksbegehren "Rückkehr zur direkten Demokratie" ist erfolgreich. Kriegsbedingte Vollmachten der Bundesregierung werden außer Kraft gesetzt. Bundesrat und Parlament hatten den Änderungsvorschlag zunächst abgelehnt.  Schweiz
13. Jul.   Wien  Der Nationalrat beschließt einstimmig die Streichung minderbelasteter Nationalsozialisten aus den Registrierungslisten.  Österreich
14. Jul.   Niedererlinsbach(CH)   Mit dem Tod des Dramatikers Caesar von Arx verliert die Schweiz ihren erfolgreichsten Festspielautor. Noch im selben Monat werden die beiden letzten großen Stücke des diesjährigen Ehrenpreisträgers der schweizerischen Schillerstiftung uraufgeführt: "Festakt zur Enthüllung des Schlachtdenkmals in Dornach" am 23.07., gefolgt von der ersten Aufführung des "Solothurner Gedenkspiels" (Regie: Max Bachmann) zur 450-Jahrfeier der Schlacht bei Dornach am 30.07. in Solothurn.  Schweiz
18. Jul.   Düsseldorf  Konstituierung der Internationalen Ruhrbehörde. Sie wird geführt von den drei westlichen Besatzungsmächten und den Benelux-Staaten und überwacht die Kohle-, Koks- und Stahlproduktion im Ruhrgebiet und legt die Quoten für den innerdeutschen Verbrauch und den Export. Das Ruhrstatut erlischt mit Gründung der Montanunion 1952.  Frankreich, England, USA, Großbritannien, BRD
18. Jul.   Wiesbaden  Die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) prüft ihren ersten Film: "Intimitäten" (Regie: Paul Martin) mit Victor de Kowa und Camilla Horn. Der Film war noch in der NS-Zeit produziert worden. Im Dezember 1944 von der NS-Filmprüfstelle verboten, wurde er 1947 von der Alliierten Militärzensur freigegeben. Die FSK entscheidet, den Film zur öffentlichen Vorführung freizugeben, nicht aber vor Jugendlichen unter sechzehn Jahren und nicht am Karfreitag, Buß- und Bettag, Allerseelen oder Totensonntag.  Frankreich, England, USA, Großbritannien, BRD
21. Jul.   Wien  Die Gesellschaft der Filmfreunde zeigt, dank der israelischen Vertretung in Wien, zum ersten Mal einen israelischen Film. Der Dokumentarspielfilm "Adamah" (Erde) wird in der Staatlichen Hauptstelle für Lichtbild und Bildungsfilm einmal vorgeführt. Der Film berichtet vom Leben einer jüdischen Kinderkolonie in Israel. Im Beiprogramm wird der Kurzfilm "Tel Aviv" gezeigt. Der Film ist in hebräischer Sprache und wird von einem Sprecher deutsch kommentiert.  Israel, Österreich
25. Jul.   Frankfurt am Main, Weimar  In der Frankfurter Paulskirche wird der 1933 aus Deutschland emigrierte Schriftsteller Thomas Mann mit dem Goethe-Preis ausgezeichnet. Die nach langen Diskussionen und Zögern erfolgte Zuerkennung des Preises an ihn löst in der westdeutschen Publizistik allgemein Mißfallen aus; zumal, da er den ihm angetragenen Weimarer Goethe-Preis ebenfalls annimmt. Der Festakt wird - und damit der Bitte Thomas Manns entsprechend - auf den 25.07. vorverlegt. Die in der Jubiläumsfeier verlesene Urkunde stellt Mann als künstlerisches Vorbild, als "treuen Wahrer und schöpferischen Mehrer deutscher Sprachkunst" heraus. Seine aktuellen deutschlandpolitischen, kapitalismuskritischen Stellungnahmen werden nicht erwähnt. Mann hält anläßlich dieser Ehrung seine "Ansprache im Goethe-Jahr", die er am 01.08. im Nationaltheater in Weimar wiederholt. Gedruckt wird die Rede zuerst am 26.07. von der "Frankfurter Neuen Presse".  SBZ, BRD
01. Aug.   Weimar  Thomas Mann wird mit dem Goethe-Preis und der Ehrenbürgerschaft der Stadt Weimar ausgezeichnet. Mann leitet seine Rede mit einigen Bemerkungen zur kulturellen Einheit Deutschlands ein: "Wer sollte denn heute diese Einheit gewährleisten und repräsentieren, wenn nicht ein unabhängiger Schriftsteller, dessen Heimat die freie, von Zoneneinteilung unberührte deutsche Sprache ist?" In den Westzonen hatte es zuvor Proteste gegen diesen Auftritt gegeben.  WZ, SBZ
12. Aug.   Genf  Genfer Konvention: Die diplomatische Konferenz genehmigt vier Konventionen zum Schutz der Opfer von Kriegen: 1. der Kranken und Verwundeten der (Land-)Heere , 2. der Verwundeten, Kranken und Schiffbrüchigen der Seestreitkräfte, 3. der Kriegsgefangenen und 4. der Zivilpersonen in Kriegszeiten. Die Konvention wird von 50 Staaten gebilligt.  DDR, Schweiz, Österreich, BRD
14. Aug.   Jerusalem, Wien  Die sterblichen Überreste Theodor Herzls und seiner Eltern werden vom Döblinger Friedhof nach Israel überführt, um in einem Mausoleum bei Jerusalem bestattet zu werden.  Israel, Österreich
14. Aug.    Über 31 Millionen Wahlberechtigte sind zur Wahl des 1. Deutschen Bundestages aufgerufen. Zur Wahl stehen neunzehn Parteien, von denen elf der Einzug in den Bundestag gelingt. Die Wahlbeteiligung liegt bei 78,5%. Auf die CDU und CSU entfallen zusammen 31% der abgegebenen Stimmen, gefolgt von der SPD (29,2%) und der FDP (11,9 %).  BRD
18. Aug.    Die Nachrichtenagenturen der drei westdeutschen Besatzungszonen - die Deutsche Nachrichtenagentur (dena), der Deutsche Pressedienst (dpd) und die Süddeutsche Nachrichtenagentur (südena) - schließen sich zur Deutschen Presse-Agentur (dpa) zusammen.  BRD
20. Aug.   Wien  Eine Gruppe bekannter Solisten sowjetischer Staatstheater (darunter der Bariton Pawel Lissizian und die Pianistin Tatjana Nikolajewa), die anläßlich der Kulturwochen für österreichisch-sowjetische Freundschaft nach Wien gekommen ist, wird von Bürgermeister Körner und Stadtrat Matejka im Rathaus empfangen.  Sowjetunion, Österreich
21. Aug. 15. Sep. Essen  Im Saal des Einrichtungshauses Kramm findet eine von der Goethe-Gesellschaft Essen veranstaltete Ausstellung unter dem Titel "Erinnerungen an Goethe und seine Umwelt. Zum 200. Geburtstag am 28.8.1949" statt.  BRD
21. Aug.   Interlaken  Die seit 1931 bestehenden Tellspiele feiern ihre 150. Aufführung.  Schweiz
22. Aug.   Wien  Im Schubertpark wird eine aus Splittern originalgetreu rekonstruierte Inschriftplatte am Beethovengrab neben dem Grabstein eingefügt.  Österreich
22. Aug. 17. Sep. Marburg  Im Universitätsmuseum finden folgende Ausstellungen statt: "Deutschland, wie Goethe es sah. Freunde und Zeitgenossen" und "Das Werk Martin Gottlieb Klauers". Veranstalter sind die Stadt Marburg und die Philipps-Universität.  BRD
22. Aug. 17. Sep. Marburg  In der Marburger Universitätsbibliothek findet eine Ausstellung unter dem Titel "Johann Wolfgang Goethe. Leben und Werk. Aus der Sammlung Kippenberg" statt. Sie wird von der Stadt Marburg und der Philipps-Universität veranstaltet.  BRD
24. Aug.    Beginn der Goethe-Woche in der SBZ. Während dieser Tage verleiht das Präsidium des Deutschen Volksrates erstmalig Nationalpreise (25.08.), hält Johannes R. Becher seine Rede "Geist und Macht" (28.08.), wird Eislers "Kantate auf den 200. Geburtstag Goethes" uraufgeführt und öffnet die "Zweite deutsche Kunstausstellung" in Dresden ihre Türen (25.08.).  SBZ
26. Aug.   Wien  Die Stadtverwaltung beabsichtigt zur Feier des 100. Geburtstages Goethes in Erinnerung an dessen italienische Reise einen jungen, förderungswürdigen Wiener Schriftsteller auf derselben Route vier Wochen nach Italien zu schicken, damit diese Reise für den jungen Schriftsteller und seine Entwicklung von ähnlicher Bedeutung sein könne, wie die italienische Reise im Leben Goethes. Der Stipendiumempfänger soll von einer Jury gewählt werden, die sich aus zwei Vertretern des Verbandes demokratischer Schriftsteller und Journalisten Österreichs und Vertretern der Verwaltungsgruppe Kultur und Volksbildung sowie einem Vertreter der Wiener Universität zusammensetzt.  Österreich
27. Aug. 18. Sep. Halle  Im Moritzburgmuseum findet eine Ausstellung unter dem Titel "Goethe in seiner Zeit - Goethe in unserer Zeit" statt. Veranstalter sind die Universitäts- und Landesbibliothek Sachsen-Anhalt in Zusammenarbeit mit den Städtischen Sammlungen.  SBZ
27. Aug. 09. Okt. Jena  Im Stadtmuseum findet eine Ausstellung unter dem Titel "Goethe und Jena" statt, die in Zusammenarbeit mit der Universitätsbibliothek entstanden ist.  DDR, SBZ
28. Aug. 02. Okt. Berlin  In der Deutschen Staatsbibliothek findet eine Ausstellung unter dem Titel "Goethe in der Musik. Zum 200. Geburtstag" statt, die in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Goethe-Ausschuß entstanden ist.  SBZ
28. Aug.   Frankfurt am Main, Darmstadt  Gründung der "Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung" am 200. Geburtstag Goethes in der Paulskirche. Ziel dieser Vereinigung von Schriftstellern, Sprach-, Literatur- und Geisteswissenschaftlern ist die Förderung und Pflege der deutschen Sprache und Dichtkunst sowie deren Repräsentation und Vermittlung. Sie tritt die Nachfolge der "Sektion für Dichtkunst" der ehemaligen "Preußischen Akademie der Künste" an.  BRD
28. Aug.   Frankfurt am Main  Bei der großen Goethe-Feier in der Paulskirche gehört der schweizerische Gesandte in Paris, Minister Carl Jakob Burckhardt, zu den acht Empfängern der zu diesem Anlaß geprägten Goethe-Plaketten.  Schweiz, BRD
28. Aug.   Berlin, Weimar  Aus Anlaß des 200. Geburtstages Goethes veranstaltet der Berliner Magistrat eine Feierstunde in der Städtischen Oper, Hermann Kunisch hält den Festvortrag über "Goethe und die Grundlagen des Abendlandes". Im Berliner Deutschen Theater hat Goethes "Faust I" unter der Regie von Wolfgang Langhoff Premiere. In Weimar erscheint ein "Deutsches Bekenntnis zu Goethe - Festgabe zur Goethe-Feier der deutschen Nation" mit Beiträgen von Thomas Mann, Johannes R. Becher, Alexander Abusch, Anna Seghers, Arnold Zweig u.a. Gustaf Gründgens präsentiert seine "Faust"-Inszenierung bei den Festspielen in Edinburgh.  SBZ, BRD
29. Aug.   Wien, Augsburg  Die Stadt Augsburg lädt den Leiter der Musiklehranstalten der Stadt Wien, Karl Lustig-Prean, ein, auf der von ihm im Jahre 1929 gegründeten Freilichtbühne am Roten Tor eine Oper oder eine klassische Operette zu inszenieren.  Österreich, BRD
Aug.   Altenburg  Im Rathaus findet eine vom Thüringischen Staatsarchiv Altenburg präsentierte Austellung unter dem Titel "Johann Wolfgang Goethe" statt.  SBZ
01. Sep.   Berlin  Beginn der ersten Spielzeit des Berliner Ensembles. Intendanz: Helene Weigel, Erster Spielleiter: Bertolt Brecht. Wolfgang Langhoff gibt dem Ensemble, das noch kein eigenes Haus besitzt, im Deutschen Theater Gastrecht.  SBZ
02. Sep.   Bern  Der Bundesrat ordnet den Bau von Luftschutzräumen in beitragsberechtigten Wohnungen der Ortschaften mit 1.000 und mehr Einwohnern und die Erhaltung der noch bestehenden Schutzräume an.  Schweiz
03. Sep. 22. Okt. Halberstadt  In der Schule am Bismarckplatz findet eine Ausstellung unter dem Titel "Aus dieser Welt stieg Goethe auf" statt. Veranstalter ist die Stadt Halberstadt.  DDR, SBZ
07. Sep.   Bonn  Konstituierende Sitzungen des 1. Deutschen Bundestags und des Bundesrats. Zum ersten Präsidenten des Bundestages wird Erich Köhler (CDU) gewählt. Der Bundesrat wählt den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Karl Arnold (CDU) zu seinem ersten Präsidenten.  BRD
11. Sep.   Bern  Das Volksbegehren über die Rückkehr zur direkten Demokratie wird in der eidgenössischen Volksabstimmung mit 279.402 zu 271.269 Stimmen und mit 12,5 zu 9,5 Ständen angenommen.  Schweiz
12. Sep.   Bonn  Die Bundesversammlung wählt den Bundespräsidenten: Im zweiten Wahlgang setzt sich Theodor Heuss (FDP) gegen Kurt Schumacher (SPD) durch.  BRD
13. Sep.   Wien  Anläßlich seines 75. Geburtstages wird Arnold Schönberg vom Stadtsenat zum Bürger der Stadt Wien ernannt.  Österreich
15. Sep.   Bonn  Der Bundestag wählt Konrad Adenauer (CDU) mit 202 Stimmen, der erforderlichen Mindestzahl, zum ersten Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland (bei 142 Gegenstimmen, 44 Enthaltungen und einer Enthaltung).  BRD
18. Sep. 23. Sep. Frankfurt am Main  Die erste Frankfurter Buchmesse präsentiert in der Paulskirche 205 ausschließlich deutsche Aussteller mit ca. 10.000 Titeln. Insgesamt 14.000 Besucher kommen zur Messe. Dieser Erfolg veranlaßt den Börsenverein am 23.09. zu der Entscheidung, die Buchmesse in Zukunft weiterzuführen. Außerdem wurde das Organisationskomitee beauftragt, sich "insbesondere auch mit der Ausstellung deutscher Bücher im Ausland" zu befassen.  BRD
19. Sep.   Bern  Der Nationalrat stimmt den Beschlüssen des Ständerats zur Überführung der Stiftung Pro Helvetia in einen ordnungsgemäßen Rechtsstatus zu und nimmt den Bundesbeschluß mit 106 zu einer Stimme an. Die Stiftung Pro Helvetia ist gemäß ihrer Statuten zuständig für die Kulturwahrung und -werbung sowie Kulturförderung vor allem im Ausland als Zeichen der kulturellen Öffnung der Schweiz.  Schweiz
21. Sep.    Das Besatzungsstatut vom 06.04.1949 wird in Kraft gesetzt und das Kabinett Adenauer von der Alliierten Hohen Kommission zum Antrittsbesuch empfangen. An die Stelle der bisherigen Militärregierung tritt damit die zivile Alliierte Hohe Kommission (AHK). Als Hohe Kommissare werden John McCloy, André Francois-Poncet und Sir Robertson eingesetzt.  Frankreich, England, USA, Großbritannien, BRD
23. Sep.    Das "Neue Deutschland" kritisiert im Zusammenhang mit der Formalismus-Diskussion, der Maler Otto Dix sei in "mystisch verschwommene Räusche ausgewichen". Besonders in der bildenden Kunst wird der Formalismus, das heißt die Überbetonung von Formelementen und Gestaltungsmitteln bei Vernachlässigung des Inhaltes, kritisiert und als unerwünschtes Gegenstück zur sozialistisch-realistischen Kunst gesehen. Neben Otto Dix sind beispielsweise auch Karl Hofer und Ernst Barlach von diesen Angriffen betroffen.  SBZ
24. Sep. 16. Okt. Stuttgart  Die Württembergische Landesbibliothek veranstaltet eine Ausstellung unter dem Titel "Deutsche Bücher 1933 - 1945".  BRD
27. Sep.   Wien  Bürgermeister Theodor Körner empfängt den Direktor der literarischen Abteilung der RAVAG (Radio-Verkehrs-AG), Prof. Dr. Hans Nüchtern, um ihm zu seiner 25jährigen Tätigkeit beim Österreichischen Rundfunk zu gratulieren. Er ehrt ihn in seiner Ansprache als Pionier des österreichischen Radiowesens und verweist auf das literarische Programm und die Radiobühne.  Österreich
Sep. Okt. Berlin  Im Bezirksamt Reinickendorf findet eine Ausstellung unter dem Titel "Goethe und die Gebrüder von Humboldt" statt, die von der Abteilung für Volksbildung und dem Amt für Kunst veranstaltet wird.  BRD
01. Okt.    Die Zeitschrift "Schweizer Spiegel" gedenkt ihres 25-jährigen Bestehens mit einer Jubiläumsnummer.  Schweiz
03. Okt.   Berlin  Mit dem Programm "Alles irrsinnig komisch" eröffnet im Westteil der Stadt das politisch-satirische Kabarett "Die Stachelschweine". Zu den wichtigsten Mitarbeitern gehören Horst Gabriel, Günter Pfitzmann, Joachim Teege u.a. In den 50er Jahren werden "Die Stachelschweine" besonders bekannt durch die Programme "Festland Berlin" (seit 07.9.1952) und "Der Vetter aus Dingsda" (seit 09.12.1957).  BRD
07. Okt.   Berlin  Gründung der DDR. Der 2. Deutsche Volksrat (Präsident: Wilhelm Pieck) beschließt ein Manifest der Nationalen Front des demokratischen Deutschland, konstituiert sich als Provisorische Volkskammer der Deutschen Demokratischen Republik und setzt die Verfassung in Kraft. Otto Grotewohl wird von der SED als Ministerpräsident nominiert.  DDR, SBZ
08. Okt.    Abschluß des "Frankfurter Abkommens" über den Interzonenhandel zwischen der Bundesrepublik und der DDR. Es regelt einen Güteraustausch im Wert von 288 Mio. Verrechnungseinheiten, die der D-Mark entsprechen.  DDR, BRD
09. Okt.   Wien  Bei den Nationalratswahlen verliert die ÖVP ihre absolute Mehrheit: ÖVP 77 (vorher: 85) Mandate, SPÖ 67 (76), WdU 16 (Wahlvereinigung der Unabhängigen, erstmals angetreten) und KuLS 5 (als KPÖ 4). Die Koalitionsregierung unter Leopold Figl nimmt ihre Arbeit auf.  Österreich
10. Okt.    Die Sowjetische Militär-Administration (SMAD) überträgt ihre Verwaltungsfunktionen auf die DDR-Regierung und wird aufgelöst. An ihre Stelle tritt die Sowjetische Kontrollkommission (Vorsitzender: General Tschujkow).  DDR, Sowjetunion
10. Okt.    Wahl der Provisorischen Länderkammer durch die fünf Landtage.  DDR
11. Okt.    Die Provisorische Volkskammer und die Provisorische Länderkammer wählen auf ihrer ersten gemeinsamen Tagung den SED-Vorsitzenden Wilhelm Pieck einstimmig zum Präsidenten der Deutschen Demokratischen Republik.  DDR
12. Okt.   Bern  Radio Bern beginnt mit der Sendereihe "Gespräche über das Buch" für die Berner Hörgemeinschaften.  Schweiz
12. Okt.    Die erste Regierung der DDR wird von der Provisorischen Volkskammer bestätigt: Ministerpräsident ist Otto Grotewohl (SED), stellvertretende Ministerpräsidenten sind Walter Ulbricht (SED), Hermann Kastner (LDP) und Otto Nuschke (CDU).  DDR
12. Okt. 14. Okt. München  Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) konstituiert sich als Dachverband von sechzehn Einzelgewerkschaften, die insgesamt fünf Mio. Mitglieder repräsentieren. Vorsitzender wird der Sozialdemokrat Hans Böckler. In seinen "Münchner Grundsätzen" fordert der DGB umfassende Mitbestimmung der Arbeitnehmer, Überführung der Schlüsselindustrien in Gemeineigentum, staatliche Wirtschaftsplanung und soziale Gerechtigkeit.  BRD
14. Okt. 16. Okt. Utting  Tagung der Gruppe 47 im Café Bauer am Ammersee. Es lesen: Wolfgang Bächler: einige Abschnitte aus seinem Roman "Der nächtliche Gast", Arnold Bauer: erneut aus seinem Roman "Daniel in der Löwengrube", Hans Georg Brenner: die Erzählung "Das Wunder", Armin Eichholz: "Rück-Strahlungen", Ingeborg Euler: Prosa, Georg Hensel: die Erzählung "In der großen Pause", Walter Kolbenhoff: das erste Kapitel aus seinem Schelmenroman "Wie ich von einem freundlichen Mann reingelegt wurde", Fritz Kracht: "Prosa", Horst Mönnich: die Erzählung "Der Kuckucksruf", Luise Rinser: die Erzählung "Die rote Katze", Franz Josef Schneider: die Erzählungen "Die Mandel reift in Broschers Garten" und "Morgen hat die Angst ein Ende", Ilse Schneider-Lengyel: zwei surrealistische Arbeiten, Heinz Ulrich: die Hochstaplernovelle "Eine schöne Geschichte", Alfred Andersch, Walter Heist, Jürgen von Hollander, Karl August Horst und Nicolaus Sombart. Auf der Tagung werden zwei Vorträge gehalten: Enrique Beck und Antoine Wiss-Verdier über "Dichtung als Ordnung und Abenteuer" und über "Die gegenwärtige literarische Situation in Frankreich".  Frankreich, BRD
15. Okt.   Zürich  Das Kunsthaus zeigt in einer Ausstellung "Konkrete Kunst" Werke von Antoine Pevsner, Georges Vantongerloo und Max Bill.  Schweiz
16. Okt.    Das Canadian Council for Reconstruction (Vereinigung für Wiederaufbau) hat dem British Council 10.000 Dollar zur Verfügung gestellt, um in England Arbeitsmaterial einzukaufen, das österreichischen bildenden Künstlern zur Verfügung gestellt werden soll. Das Arbeitsmaterial soll auf 70 Künstler aufgeteilt werden, von denen 50 von der Berufsvereinigung der bildenden Künstler Österreichs samt allen Landesverbänden, 20 durch die Gesellschaft zur Förderung der modernen Kunst vorzuschlagen sind. Die Beteiligung vereinsloser Künstler ist vorgesehen.  Kanada, England, Großbritannien, Österreich
17. Okt.   Bern  Im Kunstmuseum sind zur Erinnerung an die Ernennung Berns zur Bundesstadt vor 100 Jahren die schönsten Kunstschätze der Stadt ausgestellt.  Schweiz
20. Okt.   Wien  Der derzeit in der Schweiz lebende deutsche Schriftsteller Ernst Wiechert wird vom Wiener Bürgermeister Körner im Rathaus empfangen.  Schweiz, Österreich
21. Okt.    In seiner Regierungserklärung erhebt Konrad Adenauer den Alleinvertretungsanspruch der Bundesrepublik als "alleinige legitime staatliche Organisation des deutschen Volkes" und erklärt die rechtliche Nichtanerkennung der Oder-Neiße-Grenze.  DDR, Polen, BRD
22. Okt. 10. Jan. 1950 Wien  Im Künstlerhaus findet die Ausstellung "Die Wienerin" statt, die die Wienerin und ihr Wesen darstellen soll. Bei Schließung der Ausstellung steht eine Besucherzahl von 33.000 Personen fest.  Österreich
29. Okt.   Wien  Im Rahmen der im Künstlerhaus stattfindenden Ausstellung "Die Wienerin" beginnt eine Vortragsreihe über die verschiedenen Aspekte der "Wienerin". Wöchentlich sind zwei Veranstaltungen geplant. Der Zyklus wird zum Teil von der RAVAG (Radio-Verkehrs-AG) übertragen. Folgende Personen haben bisher ihre Mitwirkung zugesagt: Lore Antoine, F.C. Corti, Willi Elmayer, Burgschauspielerin Blanka Glossy, Hilde Hanak, Landtagsabgeordnete Prof. Nora Hiltl, Senatsrat Raphaela Kikiewicz, Weltmeisterin Ellen Müller-Preis, Paula von Preradovic, Wiera Skisliewicz, Nadja Tiller, Kammerschauspieler Hofrat Otto Tressler, J. Vinzenz, Kammerschauspielerin Hilde Wagener, Hans Weigel, Prof. Grete Wiesenthal. Die Vorträge behandeln die Wienerin als Mutter, in der Geschichte, als Frau im öffentlichen Leben, als Ärztin, Politikerin, Schriftstellerin, Journalistin, Schauspielerin, Sängerin, Tänzerin, Sportlerin, Urwienerin, die schöne Wienerin, das Wiener Mädel u.v.a.  Österreich
31. Okt.    Die Bundesrepublik Deutschland wird Mitglied der Organisation für europäische wirtschaftliche Zusammenarbeit (OEEC). Die OEEC soll die Marshallplan-Gelder verteilen, das wirtschaftliche Wiederaufbauprogramm koordinieren und den Zahlungsverkehr liberalisieren.  BRD
31. Okt.   Petersberg  Die Alliierten Hohen Kommissare und Adenauer unterzeichnen das Petersberger Abkommen: Das Besatzungsstatut wird gemildert, die Demontagen werden verringert. Die Bundesrepublik darf konsularische Beziehungen aufnehmen und sich internationalen Organisationen anschließen.  Frankreich, England, USA, Großbritannien, BRD
Okt.   Wien  Eine Kulturgroschenabgabe auf alle Kinokarten wird eingeführt, um mit diesen öffentlichen Geldern Theater und Orchester unterstützen und die ab 1950 vergebenen Staats- und Förderungspreise des Bundes finanzieren zu können.  Österreich
01. Nov.   Frankfurt am Main, Mainz  Die erste Ausgabe der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (F.A.Z.) erscheint zum Preis von 20 Pfennig mit einer Auflage von 9.000 Exemplaren, herausgegeben von Erich Dombrowski, Harald Baumgarten, Karl J. Korn, Paul Sethe und Erich Welter. Sie entsteht aus der "Allgemeinen Zeitung" (Mainz). Einige Mitarbeiter entstammen der "Frankfurter Zeitung", deren Verbreitung nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs von den Besatzungsmächten nicht mehr gestattet worden war. Zur Wahrung der publizistischen Unabhängigkeit hat die Redaktion eine Kollegialverfassung; ihre Leitung liegt in den Händen der fünf Herausgeber.  WZ
03. Nov.   Bern  In der schweizerischen Landesbibliothek wird die Ausstellung "Goethe und die Schweiz" eröffnet.  Schweiz
04. Nov.   Wien  Der norwegische Forscher und Reisende Thor Heyerdahl, der auf einem Floß die achttausend Kilometer lange Strecke von der südamerikanischen Westküste bis zu den polynesischen Inseln zurücklegte und in seinem Buch "Kon-Tiki" einen Erlebnisbericht darüber gibt, wird von Bürgermeister Theodor Körner im Rathaus empfangen. Heyerdahl wird in Volksbildungshäusern und wissenschaftlichen Gesellschaften über seine Fahrt berichten.  Norwegen, Österreich
05. Nov. 06. Nov. Schwerin  Landeskonferenz der Schriftsteller Mecklenburgs  DDR
06. Nov.    Bei ihrem Herbsttreffen gibt die Gottfried-Keller-Gesellschaft bekannt, daß die Werkausgabe ("Sämtliche Werke") des Dichters mit Ausnahme der Briefbände abgeschlossen ist.  Schweiz
06. Nov.   Glarus  Eröffnung der Ausstellung "Deutscher Expressionismus".  Schweiz
08. Nov.   Wien  Gedächtnisausstellungen für Johann Strauß, Anton Bruckner und Frederic Chopin.  Österreich
09. Nov.   Berlin  Die Nationalhymne der DDR "Auferstanden aus Ruinen " (Text: Johannes R. Becher, Musik: Hanns Eisler) wird anläßlich des 32. Jahrestages der Oktoberrevolution in der Staatsoper uraufgeführt.  DDR, Sowjetunion
09. Nov.    Die Provisorische Volkskammer beschließt das Gesetz über den Erlaß von Sühnemaßnahmen und die Gewährung staatsbürgerlicher Rechte für ehemalige Mitglieder und Anhänger der Nationalsozialistischen Partei (NSDAP) sowie für Offiziere der Wehrmacht. Hiermit wird diesen Personen sowohl das aktive als auch das passive Wahlrecht gewährt. Gleichzeitig werden andere Beschränkungen des gesellschaftlichen und persönlichen Lebens aufgehoben.  DDR
11. Nov.   Wien  Zu den 23 städtischen Bibliotheken, die nach dem Krieg noch bestanden, sind sechzehn neue hinzugekommen und sieben instandgesetzt worden. Die 46 Städtischen Büchereien gliedern sich auf Groß-, Mittel- und Kleinbüchereien und haben einen Bücherstand von 212.000 Bänden, mit einer Jahresleserzahl von 30.000. 1948 wurden 1.100.000 Bände entliehen.  Österreich
12. Nov.   Berlin  Eröffnung des Berliner Ensembles (BE) mit Brechts "Herr Puntila und sein Knecht Matti" (Regie: Bertolt Brecht, Erich Engel, Schauspieler: Leonard Steckel als Puntila, Erwin Geschonneck als Mati). Brecht verzichtet damit bei der Eröffnung auf die ursprünglich vorgesehene Aufführung von "Die Tage der Kommune", die ihm zu kontrovers erschien. Die DDR-Kritik zu "Herr Puntila und sein Knecht Matti" ist fast durchgängig positiv und vermerkt besonders den langanhaltenden Beifall bei der Premiere. Das Stück war bereits 1948 am Züricher Schauspielhaus uraufgeführt worden.  DDR
13. Nov.   Wien  Die "Austria Wochenschau" wird gegründet; als Informationsfilm läuft sie vor jedem Spielfilm.  Österreich
15. Nov. 18. Nov. München  Tagung des PEN-Zentrums Deutschland. Zu Präsidenten werden gewählt: Prof. Hermann Friedmann, Johannes R. Becher und Erich Kästner. Sekretär wird Ernst Penzoldt, Schatzmeister Johannes Tralow.  BRD
17. Nov.   Bern  Radio Bern startet die Sendereihe "Zeitgeschichte im Drama".  Schweiz
18. Nov.   Bern  Der Bundesrat genehmigt den "Kredit für Erhaltung und Erwerbung vaterländischer Altertümer und Kredit für Erhaltung historischer Kunstdenkmäler", der später vom Nationalrat unverändert angenommen wird.  Schweiz
20. Nov.   Washington  Die Ausstellung "Österreichische Kunstschätze" mit über 250 Gemälden und Kunstgegenständen wird eröffnet. Allein am ersten Tag kommen 40.000 Besucher.  USA, Österreich
23. Nov. 27. Nov. Berlin  II. Bundeskongreß des Kulturbundes, auf dem er sich zu einem einheitlichen Deutschland bekennt, für das die Deutsche Demokratische Republik die Grundlage abgeben müsse. Johannes R. Becher wird als Präsident wiedergewählt.  DDR
23. Nov.   Wien  Die Schriftstellerin Ann Tizia Leitich spricht im Rahmen des Vortragszyklus zur Ausstellung "Die Wienerin" im Künstlerhaus über das Thema "Die Wienerin in der Liebe".  Österreich
23. Nov. 27. Nov. Leipzig  Zweiter Bundeskongreß des Kulturbundes zur demokratischen Erneuerung Deutschlands. Referenten sind der Ministerpräsident Otto Grotewohl "Die Deutsche Demokratische Republik und die Intellektuellen", Johannes R. Becher "Das Deutschland des Friedens siegt" und Klaus Gysi "Über die Aufgaben des Kulturbundes". Johannes R. Becher wird als Präsident des Kulturbundes bestätigt. Außerdem wird ein Entwurf über die Grundaufgaben des Kulturbundes beschlossen.  DDR
24. Nov.   Wien  An der Staatsoper darf zum ersten Mal an einem öffentlichen Gebäude ein Werbeplakat angebracht werden. Es zeigt nach einem Entwurf des Malers Prof. Max Frey in der Ausführung von Paul Meissner auf 12x9m eine Vergrößerung des Plakates der Ausstellung "Die Wienerin".  Österreich
25. Nov.   Bern  Das eidgenössische Amt für Elektrizitätswirtschaft ruft zur freiwilligen Einschränkung des Stromverbrauches auf.  Schweiz
25. Nov.   Bern  Der Dokumentarfilm der Schweizer Armee, "Wehrhaft und frei", wird erstmals gezeigt.  Schweiz
26. Nov.   Basel  Im Kunstmuseum wird eine Gauguin-Ausstellung eröffnet.  Schweiz
30. Nov.    Beitritt der Bundesregierung zur Internationalen Ruhrbehörde.  BRD
30. Nov.   Wien  Festpremiere des österreichischen Films "Duell mit dem Tod", inszeniert von Paul May unter der künstlerischen Oberleitung von G.W. Pabst. Bürgermeister Theodor Körner hat den Ehrenschutz (Schirmherrschaft) für die Veranstaltung übernommen. Das Wiener Lustspiel "1,2,3 aus", ein weiterer Pabst-Kiba-Film mit Hans Moser in der Hauptrolle, wird ebenfalls in den nächsten Tagen uraufgeführt.  Österreich
Nov.   Wien  Der als nationalsozialistisch belastet geltende Max Mell wird wieder in den österreichischen PEN-Club aufgenommen.  Österreich
02. Dez.   Bonn  Die Ständige Konferenz der Kultusminister der Länder wird errichtet. Sie hatte sich bereits am 02.07.1948 konstituiert. Beschlüsse der Kultusminister zu überregionalen Angelegenheiten der Schul- und Kulturpolitik erfordern Einstimmigkeit, bleiben aber Empfehlungen, indem sie für die einzelnen Länder unverbindlich sind.  BRD
02. Dez.   Bern  Auf Einladung der Alliierten Hohen Kommission beschließt der Bundesrat die Errichtung einer schweizerischen diplomatischen Mission in der Bundesrepublik Deutschland.  Schweiz, BRD
05. Dez.   Bern  Präsidentenwahl beider Parlamentskammern: Der Nationalrat wählt Jaques Schmid (sozialdemokratisch, Solothurn) zu seinem Präsidenten und der Ständerat Paul Haefelin (freisinnig, Solothurn).  Schweiz
05. Dez.   Wien  Konstituierende Sitzung des neuen Gemeinderates. Bürgermeister Theodor Körner wiedergewählt, Stadtrat Viktor Matejka legt die Leitung der Geschäftsgruppe für Kultur und Volksbildung zurück. Neuer Stadtrat für Kultur und Volksbildung wird Hans Mandl.  Österreich
07. Dez.    Die Provisorische Volkskammer beschließt die Errichtung eines Obersten Gerichtes sowie der Obersten Staatsanwaltschaft nach dem Vorbild der russischen Prokuratur.  DDR
08. Dez.   Lausanne  Europäischer Kulturkongreß: Unter dem Vorsitz von Salvador de Madriaga diskutieren Vertreter zwanzig europäischer Staaten. Angestrebt wird die Schaffung eines europäischen Kollegiums in Brügge, ein verstärkter kultureller Austausch und eine Vereinheitlichung des Unterrichtswesens.  Schweiz
09. Dez.   Bern  Der Nationalrat hört einen Vortrag über den baulichen Luftschutz von Bundesrat Kobelt und lehnt anschließend eine Motion über die Außerkraftsetzung von einschlägigen Maßnahmen mit 42 zu 33 Stimmen ab.  Schweiz
09. Dez.   Wien  Von der Österreichisch-Israelischen Kulturgesellschaft wird in der Wiener Urania zu Ehren des israelischen Staatspräsidenten Chajim Weizmann zum ersten Mal in deutscher Sprache der "Dibbuk" von Anski (Salomon Rappaport) aufgeführt. Das Ensemble des Studios der Hochschulen spielt unter der Regie von Walter Davy, die Bühnenbilder sind von Wolfram Skalicki.  Israel, Österreich
10. Dez.   Zürich  Die städtische Literaturkommission beschließt die finanzielle Unterstützung von Werkjahren der Schriftsteller Oskar Bauhofer und Hans Schumacher.  Schweiz
12. Dez.    Die schweizerische Schillerstiftung bestimmt als Weihnachtsschenkung für ihre Mitglieder 1.175 Bücher von 21 Autoren aller vier Landessprachen, darunter in deutscher Sprache: "Lieder" von Max Allenspach; "Stedtlibecks" von Hans Rudolf Balmer; "Mondwald" von Robert Crottet; "Der Dorfvogt" von Adolf Fux; "Wir waren unser vier" von Kurt Guggenheim; "Werner Amberg" von Meinrad Inglin; "Religiöse Denker" von Martin Nigg; "Das Wunder" von Albert Talhoff und "Im Verborgenen" von Hans Walter.  Schweiz
15. Dez.   Bern  Wahl des Bundespräsidiums: Die vereinigte Bundesversammlung wählt Bundesrat Petitpierre zum Bundespräsidenten für 1950 und Bundesrat von Steiger zum Vizepräsidenten.  Schweiz
16. Dez.   Bern  Der Nationalrat bewilligt Militärausgaben in Höhe von 446 Mio. Franken.  Schweiz
20. Dez.   Bern  Washingtoner Abkommen: Mit 119 zu neun Stimmen nimmt der Nationalrat den Bericht des Bundesrates über die Liquidation der deutschen Vermögenswerte in der Schweiz zustimmend zur Kenntnis.  USA, Schweiz
22. Dez.   Bern  Der Nationalrat stimmt mit 98 zu 18 Stimmen dem Wirtschafts- und Entschädigungsabkommen mit Polen zu.  Polen, Schweiz
    Hamburg  Als erste Boulevardzeitung wird die Hamburger Morgenpost nach dem Muster der angelsächsischen "yellow press" gegründet.  WZ
    Berlin  Die Freie Universität zeigt eine Ausstellung unter dem Titel "Goethe und seine Zeit".  WZ, BRD
    Düsseldorf  Die Kunstsammlungen der Stadt Düsseldorf veranstalten eine Ausstellung zum Thema "Kunst und Künstler bei Goethe. Zum 200. Geburtstag".  WZ, BRD
    Leipzig  Die Deutsche Bücherei veranstaltet eine Ausstellung unter dem Titel "Das Goethe-Schrifttum zum Jubiläumsjahr".  DDR, SBZ
     In diesem Jahr werden 1.998 Buchtitel mit einer Gesamtauflage von 33,4 Mio. und einer durchschnittlichen Auflagenhöhe von 16.716 Büchern produziert.  DDR
     Leni Riefenstahl führt einen erfolgreichen Prozeß gegen die Illustrierte "Bunte". Diese hat Leni Riefenstahl öffentlich vorgeworfen, daß sie bei der Produktion des Spielfilms "Tiefland" Sinti und Roma nicht entlohnt und ihnen fälschlicherweise die Rettung vor der Deportation versprochen habe. Es folgen mehrere Prozesse, in denen Leni Riefenstahl der Propagandatätigkeit für das NS-Regime angeklagt wird.  BRD
    Wien  Hans Mandl (SPÖ) wird Stadtrat für Kultur und Volksbildung (bis 1964).  Österreich
    Speyer  Die Pfälzische Landesbibliothek zeigt eine Ausstellung mit dem Titel "Goethe und die Pfalz. Berührung mit Landschaft und Menschen".  WZ, BRD
    Weimar  Das Goethe-Nationalmuseum zeigt eine Ausstellung unter dem Titel "Goethes Farbenlehre".  DDR, SBZ
    Trier  Im Museum der Stadt ist eine Ausstellung unter dem Titel "Goethe. Erstausgaben, Handschriften, Dokumente zum Goethe-Schrifttum" zu sehen, die von der Stadtbibliothek zusammengestellt wurde.  WZ, BRD
    Olten  Das Neue Museum zeigt eine Ausstellung unter dem Titel "Goethe und sein Kreis. In Originalhandschriften der Sammlung Geigy-Hagenbach Basel".  Schweiz
    Marbach am Neckar  Das Schiller-Nationalmuseum zeigt eine Ausstellung unter dem Titel "Aus dem Goethe-Schillerschen Lebenskreis".  WZ, BRD
    Mainz  Die Gutenberg-Gesellschaft veranstaltet eine Ausstellung unter dem Titel "Goethe und seine Drucker. Festausgaben, Illustrationen, Pressedrucke", die im Gutenberg-Museum zu sehen ist.  WZ, BRD
    Mainz  Die Direction Générale des Affaires Culturelles zeigt eine Ausstellung unter dem Titel "Goethe und Frankreich 1749 - 1949".  WZ, Frankreich, BRD
    Leipzig  Die Handwerkskammer Thüringen veranstaltet eine Ausstellung unter dem Titel "Die Stellung Goethes im Wirtschaftsleben".  DDR, SBZ
    Leipzig  In der Stadt ist die Ausstellung "Leipzig und Goethe" zu sehen.  DDR, SBZ
    Darmstadt  Im Prinz-Georg Palais ist eine Ausstellung der Goethe-Gesellschaft Darmstadt unter dem Titel "Johann Wolfgang von Goethe" zu sehen.  WZ, BRD
    Berlin  Die Berliner Verleger- und Buchhändlervereinigung veranstaltet eine Ausstellung unter dem Titel "Zum Goethe-Jahr erschienene Goethe-Literatur".  DDR, WZ, SBZ, BRD
31. Aug. 1948 1950  Der US-Medienkonzern Columbia Broadcasting System (CBS) entwickelt eine neuartige Langspielplatte. Die Deutsche Grammophon geht zwei Jahre später mit einer Langspielplatte auf den Markt.  WZ
  1948 1949  Internationaler Kopenhagener Wellenplan für den Hörfunk: Nur noch neun Mittelwellenfrequenzen werden zugestanden. 1949 errichten die deutschen Rundfunkanstalten daher Ultrakurzwellensender (UKW).  WZ
08. Nov. 1947 1950 Hamburg  Erstaufführung von Zuckmayers "Des Teufels General" im Hamburger Staatlichen Schauspielhaus. Das Stück wird in den Spielzeiten 1947 bis 1949 in den Westzonen 844 und in den Westsektoren Berlins 1.069 mal aufgeführt und ist damit das meistgespielte Gegenwartsstück. Noch 1949/ 50 steht es mit 325 Aufführungen an zweiter Stelle aller Erfolgsstücke in der Bundesrepublik.  WZ, BRD
Sep. 1945 1949 Berlin  In der britischen Zone und im britischen Sektor Berlins werden insgesamt 242 Verlagslizenzen vergeben. Nach der Lizenzvergabe müssen alle Manuskripte der Britischen Militärbehörde zur Vorzensur vorgelegt werden.  WZ, England, Großbritannien
  1945 1949 Berlin  Insgesamt werden in der amerikanischen Zone und im amerikanischen Sektor Berlins 390 Verlagslizenzen vergeben. Lizenzträger sind meist renommierte und traditionsreiche Verlagshäuser wie beispielsweise der Ernst Klett und der Alfred Kröner Verlag. Die deutschen Verleger werden verpflichtet der Nachrichtenkontrolle in der amerikanischen Zone einen Bericht über die einzelnen Autoren vorzulegen. Meist wird die Auflagenhöhe auf 5000 Exemplare festgelegt.  WZ, USA
  1945 1949  In der französischen Zone erhalten insgesamt knapp 200 Verlage Lizenzen. Das Zensurverfahren ist strenger als in der amerikanischen und in der britischen Zone. So wird Verlegern in der französischen Zone verwehrt, klassische Erfolgsbücher wie Heinrich Heines "Buch der Lieder" und Immanuel Kants "Zum ewigen Frieden", die auf dem deutschen Buchmarkt nach Kriegsende boomen, kostengünstig neuaufzulegen. Die französischen Besatzungsbehörden lehnen auch die Publikation von Eugen Kogons KZ-Report "Der SS-Staat" ab.  WZ, Frankreich
  1945 1951 Leipzig, Dresden, Halle  Aufgrund rapider Verlagsabwanderungen in die Westzonen bzw. in die BRD verliert die Stadt Leipzig 364 Verlage, Dresden 110 und Halle 19 Verlage.  DDR, WZ, SBZ, BRD
  1945 1949  In der sowjetischen Besatzungszone werden 160 Verlagslizenzen erteilt. Zu den ersten Neugründungen gehören am 28.08.1945 der Verlag "Das Neue Berlin" als Magistratsverlag, am 01.10.1945 der Henschelverlag Berlin als Bühnen-, Film- und Kunstverlag und am 09.10. der Verlag "Freie Gewerkschaft". Anders als in den Westzonen werden Lizenzen zunächst nicht an Einzelpersonen vergeben sondern an die neugegegründeten antifaschistischen Parteien und Organisationen.  SBZ

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