Literarisches Leben
Datenbank zum Literarischen Leben in den deutschsprachigen Ländern 1945-2000

Diese Seite liefert eine Jahreschronik literarischer und kultureller Ereignisse in Deutschland (SBZ/ WZ), Österreich und der Schweiz. Über die Homepage des Projekts www.literarischesleben.uni-goettingen.de können Sie kostenlos weitere Jahreschroniken abfragen. Mit differenzierten Suchfunktionen können Sie dort weiterhin den Bestand der Datenbank etwa nach Personennamen, Literaturpreisen, Schlagworten oder bestimmten Begriffen durchsuchen.

Kalendarium 1948

Datum/Zeitraum
Ort, Ereignis, beteiligte Länder
am/von bis
01. Jan.   Wien  Franz Nabl nimmt die vom Vorstand des österreichischen PEN angetragene Mitgliedschaft an.  Österreich
01. Jan.   Berlin, Hamburg  Der NWDR (Nordwestdeutsche Rundfunk) konstituiert sich als Anstalt des öffentlichen Rechts mit Hauptsitz in Hamburg. Er geht aus einem Militärsender hervor und wird von der britischen Militärregierung als Sendeanstalt der britischen Besatzungszone und des britischen Sektors von Berlin errichtet. Während viele deutsche Politiker dafür eintreten, die Rundfunkanstalt der Staatsaufsicht zu unterstellen, bauen die Briten den NWDR nach dem Vorbild der British Broadcasting Corporation (BBC) auf. Er ist die erste öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt in Deutschland. Aus dem NWDR gehen 1953 der Sender Freies Berlin (SFB), 1954 der Westdeutsche Rundfunk (WDR) und 1955 der Norddeutsche Rundfunk (NDR) hervor.  WZ, England, Großbritannien
02. Jan.    Zwischen Österreich und den USA wird das "Interimshilfeabkommen" unterzeichnet. Darin wird die kostenlose Lieferung lebenswichtiger Waren bis zum Anlaufen des Marshall-Plans vereinbart.  USA, Österreich
03. Jan. 01. Apr.  Einführung der französischen Währung im Saarland. Im Laufe der folgenden drei Monate wird die schrittweise eingeführte Währungs- und Zolleinheit des Saarlands mit Frankreich abgeschlossen.  WZ, Frankreich
06. Jan.   Wien, Philadelphia  Auf Initiative des emigrierten Wiener Arztes Igho Kornblueh findet in Philadelphia die erste österreichische Sonderschau in den Vereinigten Staaten statt. Die Ausstellung will nicht nur der amerikanischen Öffentlichkeit Einblick in die wirtschaftlichen Verhältnisse Österreichs geben, sondern vor allem durch Werke der Kunst Freunde für Österreich werben. In der Ausstellung werden neben Fotos des Wiener Stadtbildes und kunstgewerblichen Gegenständen Ölbilder, Aquarelle, Radierungen und Federzeichnungen von Wiener Künstlern, wie Tucek, Czernig, Luetzenburger, Pollak, Nowak, Benoni, Buergel, Schorbar u.a. gezeigt.  USA, Österreich
09. Jan.   Wien  Im Burgtheater findet unter großer Anteilnahme der Öffentlichkeit die Trauerfeier für die verstorbene Burgtheaterschauspielerin Anna Kallina statt.  Österreich
09. Jan.   Zürich  Dem Interims-Direktor Hans Zimmermann wird die Leitung des Stadttheaters endgültig übertragen.  Schweiz
12. Jan.   Wien  Der 1946 von Regierungsrat Ferdinand Grossmann gegründete Wiener Akademie-Kammerchor, der sich aus Studenten und Absolventen der Musikakademie zusammensetzt, widmet sein Konzert der Musik neuer österreichischer Komponisten wie Hauer, Lechthaler, Melichar, Weissensteiner und Wildgans.  Österreich
18. Jan.   Aarau  Die Abstimmung im Kanton Aargau über die Einführung der Alters- und Hinterlassenenversicherung (AHV) bildet den Auftakt einer Reihe von Entscheidungen auf Kantons- bzw. auf Gemeindeebene im Jahre 1948. Nach Aargau wird die AHV im Kanton Thurgau (08.02.), in der Landsgemeinde Glarus (02.05.), im Halbkanton Obwalden (09.05.), im Kanton Bern (13.06., nach vorheriger Ablehnung am 08.2.), im Kanton Baselland (21.11.), im Kanton Schwyz (30.11.) und im Kanton Schaffhausen (19.12.) eingeführt. Abgelehnt wird die Einführung der AHV in der Abstimmung des Kantons Luzern (05.12.).  Schweiz
22. Jan.   Wien  Als erste Veranstaltung im Zyklus österreichischer Komponisten veranstaltet der Musikverein anläßlich des Geburtstages des Direktors der Wiener Staatsoper, Prof. Franz Salmhofer, ein Konzert mit dessen eigenen Kompositionen. Salmhofer selbst dirigiert die Wiener Symphoniker.  Österreich
23. Jan.    Der Wirtschaftsrat verabschiedet das "Nothilfegesetz zur Ermittlung, Erfassung und Verteilung von Lebensmitteln". Angesichts der Notlage sollen gehamsterte Vorräte bei Händlern, Gastwirten und in allen privaten Haushalten erfaßt und beschlagnahmt werden. Obwohl großer Papiermangel besteht, werden 25 Millionen Fragebögen verteilt, die aber nahezu niemand ausfüllt. Das verspottete "Speisekammer-Gesetz" bleibt wirkungslos.  WZ, Frankreich, England, USA, Großbritannien
25. Jan.   Schaffhausen  Die Ausstellung von Werken der Maler Hans Rippmann, Arnold Huggler und Albert Rüegg im Museum Allerheiligen zu Schaffhausen wird mit Vorlesungen verschiedener schweizerischer Schriftsteller verbunden.  Schweiz
27. Jan.   Wien  Die 46. Zweigstelle der Städtischen Büchereien wird eröffnet. Damit hat sich die Zahl der Zweigstellen seit dem 01.05.1945 verdoppelt.  Österreich
29. Jan.    Italien unterläuft mit der Anwendung des Autonomiestatuts die Regelungen, die der deutschsprechenden Bevölkerung Südtirols kulturelle Rechte sowie Gesetzgebungs- und Verwaltungsautonomie zusicherten. Die Unzufriedenheit der Bevölkerung über diese Entwicklung entlädt sich teilweise in Gewaltaktionen.  Italien, Österreich
30. Jan. 08. Feb. St. Moritz  Olympische Winterspiele in St. Moritz; Deutschland und Japan sind von den Spielen ausgeschlossen.  WZ, SBZ, Schweiz, Japan
30. Jan.    In Sachsen wird ein Gesetz über die Enteignung der Banken verabschiedet, dem sich die anderen Länder der SBZ anschließen.  SBZ
Jan.   Wien  Die Papierkommission berichtet, daß der Papierbedarf 1948 nur zu einem Sechstel wird gedeckt werden können.  Österreich
Jan. Feb.  Etwa drei Millionen Arbeiter und Angestellte streiken wegen der schlechten Ernährungslage in der Bizone.  WZ
01. Feb.   Berlin  Als erste Rundfunkanstalt nach dem Krieg beginnt RIAS Berlin mit dem Werbefunk.  WZ
01. Feb.   Lausanne  Im Kanton Waadt wird das Volksbegehren auf Abschaffung des Stimmzwanges in eidgenössischen Angelegenheiten mit 29.157 zu 23.183 Stimmen angenommen.  Schweiz
03. Feb.   Bern  Die Rationierung von Milch, Milchprodukten und Zucker wird aufgehoben. Der Bundesrat handelt mit den Spitzenverbänden der Wirtschaft eine Lohn- und Preisbindungspolitik aus, da man bei gut gehender Konjunktur eine Inflation befürchtet.  Schweiz
09. Feb.   Wien  Der Wiener Magistrat schreibt einen Wettbewerb für einen Plakatentwurf für die Ausstellung "Wien 1848" aus. Die Preise sind mit 1.000, 800, 600 und mehrmals 100 Schilling dotiert. Am 04.03.1948 wird der erste Preis dem Plakatentwurf des Graphikers Peter Tölzer zuerkannt, dessen Entwurf einen stilisierten Arbeiter zeigt, der mit seiner Faust die Fesseln der Unfreiheit sprengt. Am 31.03.1948 werden die Entwürfe der engeren Auswahl in einer Sonderschau innerhalb der Ausstellung "Wien 1848" gezeigt.  Österreich
10. Feb.   Wien  Auf Anregung von Stadtrat Viktor Matejka werden bei den führenden Wiener Verlagsanstalten Bücher für die Häftlinge des Straflandesgerichtes gesammelt.  Österreich
10. Feb.   Wien  Der Gemeinderatsausschuß für Kultur und Volksbildung beschließt in einer Sitzung die Benennung von drei Wohnhausanlagen der Gemeinde Wien nach "Märtyrern" der Februar-Kämpfe des Jahres 1934. Sie werden nach den Schutzbündlern Ferdinand Blat, Leo Holy und Emil Svoboda benannt.  Österreich
12. Feb.   Wien  Der nach Amerika emigrierte Wiener Industrielle Bernhard Altmann läßt über den Wiener Bürgermeister Theodor Körner den Künstlern und dem Personal der Wiener Sprechbühnen 2.600 kg Zucker zukommen. Von dieser Aktion sind die Bundestheater ausgenommen, für die eine separate Aktion läuft. Insgesamt werden 538 Personen von sechs Wiener Bühnen berücksichtigt. Das darstellende Personal erhält pro Kopf sechs kg, das technische Personal je vier kg Zucker.  Österreich
19. Feb. 20. Feb. Stuttgart  Die einzige Konferenz der Kultusminister aller vier Zonen beginnt in Stuttgart-Hohenheim auf die Initiative von Adolf Grimme, dem letzten preußischen Kultusminister der Weimarer Republik. Es wird keine Einigkeit in der Frage nach einer Schulreform erzielt.  WZ, SBZ
20. Feb.    Die sowjetisch lizenzierten Zeitungen "Tägliche Rundschau", "Neues Deutschland", "Berliner Zeitung" und "Vorwärts" werden wegen Beleidigung des französischen Militärgouverneurs im französischen Sektor bis auf weiteres verboten. Dieses Verbot wird am 06.03. aufgehoben.  WZ
21. Feb.   Wien  Die Konzessionen für die Wiener Theater, die seit Beendigung des Krieges immer nur für ein Jahr verliehen werden, um eventuell nötige Korrekturen zu ermöglichen, laufen mit Ende des Spieljahres aus. Der Magistrat als Amt der Wiener Landesregierung verleiht folgende Konzessionen für die nächsten zwei Spieljahre: an Rudolf Steinböck für das Theater in der Josefstadt und für das Kleine Haus dieses Theaters; an Franz Stoss für das Bürgertheater; an Leon Epp für "Die Insel" in der Komödie; an Hanns Horak für die Kammerspiele; an Direktor Eckhardt für das Künstlertheater; an Alois Wagner für die Renaissancebühne; an Karl Schwetter für das Theater der Stephansspieler und an Rudolf Marik für das Neue Schauspielhaus. Die Konzessionen für das Volkstheater und das Raimundtheater werden am 28.02.1948 für ein Jahr (die Saison 1948/49) an Direktor Paul Barnay (Volkstheater) und an Direktor Fritz Imhoff (Raimundtheater) verliehen. Am 09.03.1948 verleiht Bürgermeister Körner die Konzession für das Stadttheater für die nächsten zwei Jahre an Alexander Kowalewski.  Österreich
23. Feb. 06. Mär.  Die Londoner Sechsmächtekonferenz (Westmächte und Beneluxstaaten), zu der die Sowjetunion nicht eingeladen wird, einigt sich auf die föderative Regierungsform eines westdeutschen Staates, auf eine internationale Kontrolle des Ruhrgebietes und darauf, die westdeutschen Besatzungszonen in den Marshallplan einzubeziehen. Wie zuvor Großbritannien, so verzichtet unter amerikanischem Einfluß nun auch Frankreich auf eine eigenständige Politik gegenüber der Sowjetunion und Deutschland.  Holland, Belgien, WZ, Frankreich, Niederlande, England, USA, Sowjetunion, Großbritannien, Luxemburg
25. Feb.   Wien, Paris  Die Stadt Paris hat über den Französischen Nachrichtendienst an die Stadt Wien die Bitte gerichtet, ihr für eine "1848 Ausstellung" Bilder zur Verfügung zu stellen. Die Städtischen Sammlungen übergeben dem Französischen Nachrichtendienst leihweise vier Kunstblätter.  Frankreich, Österreich
25. Feb.   Göttingen  Gründung der Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften als Nachfolgerin der 1911 gegründeten Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft. Die Jahre der nationalsozialistischen Herrschaft hatten Zweifel an der moralischen Integrität der international renommierten Wissenschaftsorganisation hinterlassen. Max Planck hatte sich trotz seines hohen Alters von 86 Jahren im Juli 1945 bereit erklärt, das Amt des Präsidenten bis zur Rückkehr Otto Hahns aus der englischen Internierung kommissarisch zu übernehmen. Otto Hahn, Nobelpreisträger der Chemie 1944, ist von April 1946 an damit betraut, der einstigen Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft eine neue und veränderte Gestalt zu geben. Sie ist an verschiedenen eigenen Instituten mit Fragen der naturwissenschaftlichen, technischen und geisteswissenschaftlichen Grundlagenforschung befaßt.  WZ
26. Feb.   Wien  Der Wiener Schubertbund verleiht dem Vizekanzler Adolf Schärf für Verdienste um Musik und Kunst die Silberne Keldorfer-Medaille.  Österreich
27. Feb.   Bern  Der Bundesrat beantragt bei der Bundesversammlung die Ablehnung der beiden Volksbegehren "Rückkehr zur direkten Demokratie".  Schweiz
27. Feb.    Die Sowjetische Militär-Administration in Deutschland (SMAD) erklärt die Entnazifizierung in der SBZ für abgeschlossen. Insgesamt wurden 520.730 Personen aus Dienststellen und Einrichtungen aller Art entfernt. Es folgen jedoch weiterhin Strafverfahren gegen NS- und Kriegsverbrecher durch deutsche Stellen. Die Entnazifizierungskommissionen stellen zum 10.03.1948 ihre Arbeit ein.  SBZ
28. Feb.    Im NWDR beginnt die Sendereihe "Wochenschau 1848". Sie vermittelt historische Vorgänge der deutschen Revolution von 1848.  WZ
Feb.   Wiesbaden  Die Kultusminister der Länder richten in den drei westlichen Besatzungszonen eine "Kommission zur Prüfung der Frage: Gefährdung der Jugend durch Filme'" im Hessischen Kultusministerium in Wiesbaden ein. Diese Kommission soll Vorschläge für einen ländereinheitlichen filmischen Jugendschutz entwickeln. Bisher haben Kinder und Jugendliche Zugang zu jeder öffentlichen Filmvorführung.  WZ
01. Mär.   Frankfurt am Main  Gründung der Bank Deutscher Länder, der späteren Bundesbank.  WZ
02. Mär.    Ludwig Erhard wird vom Wirtschaftsrat zum Direktor der Wirtschaftsverwaltung der Bizone gewählt.  WZ
03. Mär.   Wien  Unter dem Titel "Aus verbrannten Büchern" veranstaltet Robert Weiss-Cyla vom Renaissancetheater im Wiener Konzerthaus einen Leseabend, bei dem Elisabeth Epp, Ellen Schwannecke, Dagny Servaes, Wolfgang Heinz und Otto Wögerer aus Büchern vorlesen, die von den Nationalsozialisten verboten und verbrannt worden sind. Die meisten der Autoren sind bis jetzt noch nicht wieder verlegt.  Österreich
04. Mär.    Aus Protest gegen die Abschaffung der demokratischen Freiheiten in der Tschechoslowakei finden Kundgebungen der Universitäten und verschiedener kantonaler Parlamente statt.  Schweiz
04. Mär.   Wien  Die Gesellschaft der Filmfreunde zeigt als einmalige Sondervorführung in der Scala den italienischen Film des Regisseurs Roberto Rossellini "Rom - offene Stadt".  Italien, Österreich
09. Mär.    Die Deutsche Wirtschaftskommission (DWK) übernimmt die zentrale Lenkung und Leitung der Wirtschaft in der SBZ.  SBZ
10. Mär.    Veröffentlichung von Fragmenten der Tagebücher von Joseph Goebbels in Deutschland. BBC bringt erstmals Auszüge in der Sendreihe "Was wirklich geschah".  WZ
13. Mär.   Wien  Bei der von der Stadt Wien zum hundertjährigen Gedenken an den Ausbruch der Wiener Revolution 1848 veranstalteten Feier im Konzerthaus, an der neben Bürgermeister Körner die Mitglieder der Stadtregierung, die Hochkommissare der vier Besatzungsmächte, Nationalratspräsident Kunschak, Bundeskanzler Figl, Vizekanzler Schärf und andere Festgäste teilnehmen, hält Bundespräsident Karl Renner die Festrede: "Die Märzrevolution beseitigte den monarchischen Absolutismus, die feudal-patrionale Gesellschaftsverfassung [...]. Zugleich aber brachen neue Ideen hervor, die in der Forderung 'Konstitution' zusammenflossen." Bürgermeister Körner verweist in seiner Ansprache auf die hundertjährige Geschichte des Wiener Gemeinderates.  Österreich
16. Mär.    Die Alliierten geben den Telefon- und Telegrammverkehr mit dem Ausland in allen vier Besatzungszonen frei.  WZ, SBZ, Frankreich, England, USA, Sowjetunion, Großbritannien
16. Mär.   Zürich  Prof. Dr. C. von Mandach (Halbstetten-Bern), der Maler Pietro Chiesa (Sorengo), der Schriftsteller Daniel Baud-Bovy (Genf) und der Maler Cuno Amiet treten aus der eidgenössischen Kommission der Gottfried Keller-Stiftung aus. Diese setzt sich nun zusammen aus Oskar Reinhardt (Winterthur), Direktor Michael Steller (Ittigen-Bern), dem Architekten und Maler John Torcapel (Genf), Prof. Dr. Alfred A. Schmid (Luzern) und dem Maler Paul Basilius Barth (Riehen-Basel).  Schweiz
17. Mär.   Wien  Die Gesellschaft der Filmfreunde zeigt zur Hundertjahrfeier der Märzrevolution von 1848, im Elite-Kino, als einmalige Sondervorführung den französischen Renoir-Film "Die Marseillaise" in Originalfassung mit deutschen Untertiteln.  Frankreich, Österreich
17. Mär.   Brüssel  Die Außenminister Frankreichs, Großbritanniens und der Beneluxländer unterzeichnen in Brüssel den Fünfmächtevertrag über die Zusammenarbeit in wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Angelegenheiten und über die kollektive Selbstverteidigung (Westunion).  Holland, Belgien, WZ, SBZ, Frankreich, Niederlande, England, Großbritannien, Luxemburg
18. Mär.    Der 2. Deutsche Volkskongreß, von der SED einberufen, besteht aus Delegierten der Blockparteien und Massenorganisationen aus der SBZ und aus Teilnehmern der WZ. Er wählt den 1. Deutschen Volksrat. Dieser versteht sich als Repräsentant ganz Deutschlands und fordert ein Volksbegehren über die Einheit.  WZ, SBZ
19. Mär.    Die Ministerpräsidenten der Länder der amerikanischen Zone stimmen einem Gesetzesentwurf über die politische Amnestie für heimkehrende Kriegsgefangene zu, die keine verbrecherischen Handlungen begangen haben.  WZ
20. Mär.   Wien  Die Mitglieder des Österreichischen Werkbundes und des Wiener Kunsthandwerkvereines gründen eine Genossenschaft, die es sich zur Aufgabe macht, den guten Ruf des österreichischen Kunsthandwerkes neu zu festigen. Geplant sind ein Verkaufsraum in der Kärntner Straße 15 sowie daran angeschlossene Club-, Bibliotheks- und Ausstellungsräume.  Österreich
20. Mär.    Aus Protest gegen die Beschlüsse der Londoner Sechsmächtekonferenz und die Gründung der Brüsseler "Westunion" verläßt der sowjetische Militärgouverneur Sokolowskij den Alliierten Kontrollrat. Dieser ist damit gesprengt und tagt nicht wieder. Damit endet die gemeinsame Verwaltung Deutschlands durch die vier Siegermächte des Zweiten Weltkrieges.  WZ, SBZ, Frankreich, England, USA, Sowjetunion, Großbritannien
23. Mär.   Bern  Der Bundesrat gibt den Abschluß eines Handelsvertrages mit der Sowjetunion bekannt.  Schweiz, Sowjetunion
27. Mär.   Wien   Im Rathaus wird von Bundespräsident Karl Renner die Ausstellung "Wien 1848" im Beisein von Vizekanzler Adolf Schärf, Bundesminister Oskar Helmer, Karl Maisel, Zimmermann, Sagmeister und Kolb, Altbürgermeister Seitz sowie Vertretern der Alliierten und zahlreichen Festgästen feierlich eröffnet. Die Ausstellung nutzt die bereits bestehenden Raumeinrichtungen der ersten städtischen Ausstellung nach dem Krieg "Wien baut auf".  Österreich
27. Mär.    Im Rahmen der Spiele der vierzehnten Olympiade in London findet gemäß 4 der Grundregeln der Olympischen Spiele ein Kunstwettbewerb für Werke lebender Künstler auf den Gebieten der Baukunst, Malerei und Bildhauerkunst statt, an dem alle zur Feier der Spiele eingeladenen Nationen teilnahmeberechtigt sind, und zwar für jedes Land nach 7 nur Einheimische oder ordnungsgemäß Eingebürgerte. Teilnahmeberechtigt sind daher alle arbeitsberechtigten ordentlichen Mitglieder der Berufsvereinigung bildender Künstler Österreichs. Die eingesandten Werke müssen grundsätzlich nach dem 01.01.1944 geschaffen worden sein und dem Olympischen Gedanken entsprechen.  Österreich
27. Mär.   Wien  Die dritte Konferenz der mehr als 1.000 Elternräte der Volks-, Haupt-, Sonder- und Mittelschulen Wiens begrüßt einstimmig die Aktion aller Jugendverbände im Kampf gegen Schmutz und Schund und fordert in einer Resolution: die Bekämpfung der Erzeugnisse von Schmutz und Schund nicht nur durch Aufklärung, sondern auch durch Unterbindung des Vertriebes und der Herstellung, insbesondere von fragwürdigen Literaturerzeugnissen und Filmen; die Verwendung des hierbei eingesparten Materials zur Herstellung wertvoller Bücher, Schriften und Filme, insbesondere auch für Schulbücher. Sie weist darauf hin, daß auch die Volksbildungsstätten durch Vorführung von Sensationsfilmen dem Zeitgeschmack und den Publikumswünschen in einer der kulturellen Aufgaben dieser Einrichtungen nicht entsprechenden Weise Zugeständnisse machen, die nicht gutgeheißen werden können. Die Elternschaft ersucht, diese Konzession auch aus Gründen des guten Geschmacks und mit Rücksicht auf die Jugend zu verweigern. Sie verlangt die Errichtung eines Filmbeirates, der die Jugendfreiheit von Filmen beurteilen soll - vielleicht schon bei der Herstellung. Die gesetzlichen Bestimmungen sollen schärfstens angewandt werden, die Bundesregierung wird ersucht, auch bei den Alliierten die nötigen Schritte in dieser Angelegenheit zu unternehmen.  Österreich
31. Mär.   Bern  Die Kohlerationierung wird durch das Kriegsindustrie- und -arbeitsamt vollständig aufgehoben. Am 1. Juli werden auch die vorerst letzten Lebensmittelrationierungen aufgehoben.  Schweiz
31. Mär.    Die USA stellen die Entnazifizierung in ihrer Zone ein, obwohl viele Verfahren gegen schwerer Belastete noch nicht abgeschlossen sind.  WZ, USA
01. Apr.   Berlin  Beginn der "kleinen" Berlin-Blockade: Die westalliierten Militärtransporte nach Berlin werden durch sowjetische Inspektionen und Behinderungen erschwert.  WZ, SBZ, Frankreich, England, USA, Sowjetunion, Großbritannien
03. Apr. 04. Apr. Jugenheim  Dritte Tagung der Gruppe 47 in der örtlichen Jugendherberge. Es lesen: Wolfgang Bächler: "Im Chaos" und andere Gedichte, Günter Eich: Gedichte, Armin Eichholz: ironische Prosastücke, Georg Hensel: zwei Kapitel aus dem Roman "Nachtfahrt", Jürgen von Hollander: Parodien auf die "Avantgardisten und die Zeitungfrontsoldaten", Walter Kolbenhoff: die Geschichte "Das Katapult und die Pauke", Hans Jürgen Krüger: einen Romanausschnitt, Rudolf Langer: Gedichte, Wolfgang Lohmeyer: dramatische Szenen, Hans Josef Mundt: Balladen, Hans Werner Richter: aus seinem Roman "Die Geschlagenen" "Die Holzkreuze", Wolfdietrich Schnurre: Verschiedenes, Heinz Ulrich: Prosa.  WZ
03. Apr.   Genf  Bei der Zweihundertjahrfeier der "Ecole des Beaux-Arts" in Genf legt Bundesrat Pilipp. Etter ein Bekenntnis zur Freiheit der Kunst ab.  Schweiz
07. Apr.   Moskau  Die erste deutsche Schriftsteller-Delegation nach dem Krieg reist auf Einladung des Verbands sowjetischer Schriftsteller nach Moskau, u.a. Anna Seghers, Stephan Hermlin, Bernhard Kellermann, Günther Weisenborn, Eduard Claudius, Wolfgang Langhoff.  SBZ, Sowjetunion
08. Apr.   Basel  Ein Kreditbegehren für die abstrakte Plastik "Wald" des Basler Bildhauers Benedikt Remund wird vom Großen Rat nach lebhafter Diskussion abgelehnt.  Schweiz
09. Apr.   Wien  Der Schriftsteller und Dramatiker Ferdinand Bruckner, der nach Jahren der Emigration, die er in Amerika verbrachte, vor kurzem nach Wien gekommen ist, wird wie andere heimkehrende Künstler von Bürgermeister Körner empfangen.  Österreich
10. Apr.   Wien  Bei Kanalisierungsarbeiten im Wiener Votivpark werden wie schon bei anderen baulichen Maßnahmen und Aufräumarbeiten antike Stätten gefunden. Das Museum für Vor- und Frühgeschichte der Stadt Wien (früher Römisches Museum) stellt eingehende Untersuchungen an und findet mehrere Grabanlagen aus dem 3. Jahrhundert n. Chr. Es ist beabsichtigt, die Grabungen im kommenden Herbst fortzusetzen.  Österreich
14. Apr.    Der deutsche Bühnenverein wählt Gustaf Gründgens zum Vorsitzenden. Bis 1950 ist Gründgens Präsident des Vereins.  WZ
16. Apr.   Paris  Sechzehn Mitgliedsstaaten des Rates für Wirtschaftliche Zusammenarbeit in Europa einigen sich auf die Inanspruchnahme der Wiederaufbauhilfe durch den Marshallplan und gründen die Organisation für europäische wirtschaftliche Zusammenarbeit (OEEC). Westdeutschland erhält über die OEEC eine Finanzhilfe von 1,4 Milliarden US-Dollar.  Dänemark, Italien, Griechenland, Holland, Belgien, Island, Schweden, WZ, Frankreich, Türkei, Niederlande, England, Norwegen, Schweiz, Irland, Großbritannien, Österreich, Luxemburg, Portugal
16. Apr.   Berlin  Der Rektor der Universität Berlin-Ost schließt die Studenten Otto Heß, Otto Stolz und Joachim Schwarz vom Studium aus. Otto Heß war Herausgeber der Studentenzeitung "Colloquium", die im Januar- und März-Heft mehrere kritische Artikel gegen die Hochschulpolitik der Deutschen Verwaltung für Volksbildung und der SED veröffentlicht hatte.  SBZ
19. Apr.   Wien  Die zweiter Schulfunkanlage Wiens wird mit der Schulfunksendung des Radio Wiens/RAVAG in Betrieb genommen. Finanziert durch Spenden der Elterngemeinschaft und auch von dieser montiert, ist an eine Hauptempfangsanlage in jedem Klassenzimmer ein Lautsprecher angeschlossen.  Österreich
20. Apr. 02. Jun. London  Zweite Sitzungsperiode der Londoner Sechsmächtekonferenz der drei westlichen Siegermächte und der Benelux-Staaten: Plädoyer für die Einheit Westdeutschlands. Beschluß, dem deutschen Volk die Möglichkeit zu geben, "auf der Basis einer freien und demokratischen Regierungsform" seine Einheit wiederherzustellen und allmählich "volle Regierungsverantwortung" zu übernehmen. Ermächtigung der westdeutschen Ministerpräsidenten, eine "verfassunggebende Versammlung" einzuberufen. Die empfohlene Einsetzung einer internationalen Ruhrkontrollbehörde und einer militärischen Sicherheitsbehörde sollen vor allem französische Vorbehalte zerstreuen.  Holland, Belgien, WZ, Frankreich, Niederlande, England, USA, Großbritannien, Luxemburg
21. Apr.   Wien  Der Nationalrat beschließt eine Amnestie für minderbelastete Nationalsozialisten. Das Gesetz tritt am 04.06. in Kraft.  Österreich
21. Apr.   Graz  Der österreichische PEN-Club lehnt auf seiner Vorstandssitzung die Einladung der Grazer Festspielgemeinde ab, bei den Sommer-Festspielen als Mitveranstalter aufzutreten und ein "Österreichisches Dichtertreffen" zu veranstalten. Bedenklich erscheint die dortige Aufführung des "Apostelspiels" des als "belastet" geltenden Max Mell.  Österreich
23. Apr.   Wien  Der Gemeinderat beschließt, dem Komponisten Hofrat Rudolf Sieczynski den Ehrenring der Stadt Wien zu verleihen. Sieczynski ist der Komponist und Textdichter des Liedes "Wien, Wien nur Du allein".  Österreich
23. Apr.    Mit der Entstehung der Vereinigung Volkseigener Betriebe (VVB) in der SBZ endet die Enteignung privater Unternehmen von NS- und Kriegsverbrechern. Die Kommissionen für Sequestrierung und Beschlagnahme werden daher aufgelöst. Die VVB wird als mittleres Lenkungsorgan der Wirtschaft gegründet.  SBZ
29. Apr.   Wien  Die 683 schon instandgesetzten Klassenzimmer reichen nicht aus, um den jährlichen Schülerzuwachs von etwa 10.000 Schülern aufzunehmen. Darum müssen an vielen Schulen zwei Klassen abwechselnd ein Schulzimmer benutzen.  Österreich
29. Apr.    Gründung der Demokratischen Bauernpartei Deutschlands (DBD) als weitere Blockpartei in der SBZ.  SBZ
Apr.   Berlin  In West-Berliner Zeitungen wie dem "Tagesspiegel" werden Listen der seit 1945 in Berlin spurlos verschwundenen Menschen veröffentlicht, die zumeist vom sowjetischen Geheimdienst entführt wurden. Angesichts der Untätigkeit der Berliner Polizei unter dem 1945 von den Sowjets eingesetzten Polizeipräsidenten Paul Markgraf (SED) gibt die Presse Verhaltenshinweise.  WZ, SBZ
Apr.   Wien  Im Kabarett "Der liebe Augustin" werden Szenen aus Bertolt Brechts "Furcht und Elend des dritten Reiches" in der Regie von August Rieger aufgeführt.  Österreich
01. Mai   London  England hebt die Reisesperre in die Schweiz auf.  England, Schweiz, Großbritannien
03. Mai   Berlin  Der Senat der Berliner Universität wendet sich in einer Präventiv-Erklärung gegen die bekannt werdenden Pläne einer Neugründung einer Universität im Westen der Stadt.  WZ, SBZ
04. Mai   Dortmund  Wegen Verstoß gegen die Lizenzbestimmungen, bestehend in einem "scharfen und verleumderischen Angriff auf die Vereinigten Staaten von Amerika", wird die Lizenz für das kommunistische "Westdeutsche Volksecho" zurückgezogen.  WZ, USA
05. Mai 08. Mai Berlin  Erste Zentrale Kulturtagung der SED in Berlin. Der Politiker Otto Grotewohl fordert die geistige Erneuerung durch den Marxismus. Als Ergebnis der Tagung wird u.a. der Plan einer Zusammenarbeit zwischen technischer Intelligenz und Betriebsaktivisten festgehalten.  SBZ
07. Mai   Lausanne  Wegen Landesverrats wird Franz Burri vom Bundesstrafgericht zur Höchststrafe von 20 Jahren Zuchthaus verurteilt. Er war 1941-1944 Führer des Nationalsozialistischen Schweizerbundes (NSSB) sowie 1942-1944 der illegalen Nationalsozialistischen Bewegung in der Schweiz (NSBidS). Von den 40 Mitangeklagten werden weitere siebzehn zu Zuchthausstrafen verurteilt (mehrere in Abwesenheit).  Schweiz
08. Mai   Stockholm  Zu den "Wiener Tagen" in Stockholm reist eine Wiener Delegation vom Tullner Flugplatz ab, bestehend aus Stadtrat Afritsch, Bundesrat Millwisch und den Wiener Künstlern Paul Hörbiger, Hermann Leopoldi, Helly Möslein und Peter Wehle.  Schweden, Österreich
09. Mai   Winterthur  Im Kunstmuseum wird eine Gedächtnisausstellung für die deutsche Künstlerin Käthe Kollwitz eröffnet.  Schweiz
13. Mai 14. Mai  Gründung einer gemeinsamen "Arbeitsgemeinschaft deutscher Verleger- und Buchhändler-Verbände" (an Stelle der 1946 in der amerikanischen und britischen Zone jeweils gegründeten Arbeitsgemeinschaften). Den Vorsitz übernimmt Vittorio Klostermann. Am 31.10. wird bei einem Treffen in Hamburg die Umwandlung der Arbeitsgemeinschaft in den "Börsenverein Deutscher Verleger- und Buchhändler-Verbände" beschlossen. Im September 1949 schließt sich der Buchhandel der französischen Zone, im März 1950 die Berliner Verleger- und Buchhändler-Vereinigung an.  WZ
14. Mai   Meidling  Die Leitung des Meidlinger Heimatmuseums bittet jene Wiener, die noch die Stelle des alten Haydn-Grabes im jetzigen Haydn-Park wissen oder die einen Plan des aufgelassenen Hundsturmer Friedhofes besitzen, um Mitteilung, wo sich das Grab befindet.  Österreich
15. Mai   Heiligenstadt, Eisenach  Die Durchgangslager für Umsiedler an der britisch-sowjetischen und amerikanisch-sowjetschen Zonengrenze in Heiligenstadt und Eisenach werden geschlossen.  WZ, SBZ, England, USA, Großbritannien
18. Mai 19. Mai Frankfurt am Main  Zweiter Schriftstellerkongreß, ohne Teilnahme von Autoren aus der SBZ. Fritz von Unruh hält anläßlich der Gedenkfeier der Stadt Franfurt zum Zusammentritt der ersten deutschen Nationalversammlung vor 100 Jahren eine Festrede in der Paulskirche, die vielzitierte "Rede an die Deutschen".  WZ
22. Mai   Zürich  Die Zürcher Juni-Festwochen eröffnen mit der Premiere von Shakespeares "König Lear" im Schauspielhaus.  Schweiz
23. Mai 13. Jun.  Das vom zweiten Deutschen Volkskongreß beschlossene Volksbegehren "für eine unteilbare deutsche Republik" findet in der SBZ statt. Für eine Einheit Deutschlands stimmen 14,8 Millionen Wähler. Trotz Verbots durch die Westalliierten stimmen auch 1,5 Millionen Wähler in den Westzonen zu. Der eigentlich zuständige Alliierte Kontrollrat ist aufgrund des Ausscheidens der sowjetischen Besatzungsmacht nicht handlungsfähig, ein entsprechender Antrag des Deutschen Volksrates wird durch die Westalliierten ignoriert.  WZ, SBZ, Frankreich, England, USA, Sowjetunion, Großbritannien
25. Mai    Gründung der National-Demokratischen Partei Deutschlands (NDPD) als weitere Blockpartei in der SBZ. Sie setzt sich vor allem aus ehemaligen NSDAP-Mitgliedern, Soldaten und Offizieren sowie bürgerlich-nationalen und konservativen Gruppen zusammen. Wie die Demokratische Bauernpartei Deutschlands (DBD) funktioniert sie von Anfang an als Organ der SED, die auch Funktionäre für die neuen Parteien abstellt. Beide Parteien werden sogleich in den Volksrat aufgenommen.  SBZ
29. Mai   Zürich  Das Stadttheater eröffnet die Reihe seiner Beiträge zu den Juni-Festwochen mit der Schweizer Erstaufführung von Igor Strawinskys "Perséphone" und "Les Noces" (Dirigent: Viktor Reinshagen; Regisseur: Hans Macke). Ferner sind noch Aufführungen der "Walküre" und der "Götterdämmerung" von Richard Wagner und der "Elektra" von Richard Strauß vorgesehen (alle unter der Regie von Hans Knappertsbusch).  Schweiz
29. Mai 30. Mai Lausanne  Jahrestagung des schweizerischen Schriftstellervereins: Zentrales Thema bildet die Frage nach der geistigen Freiheit des Schriftstellers.  Schweiz
31. Mai 05. Jun. Kopenhagen  Der 20. Internationaler PEN-Kongreß in Kopenhagen beschließt eine für alle Gruppen bindende Charta sowie einstimmig per Akklamation die Wiederbegründung eines PEN-Clubs in Deutschland. Redner in der Debatte sind Hermann Friedmann, Johannes R. Becher. Die nach den Statuten geforderten zwanzig Gründungsmitglieder des deutschen PEN, die den zukünftigen Aufnahmen zustimmen müssen, sind: Johannes R. Becher, Günter Birkenfeld, Axel Eggebrecht, Herbert Eulemberg, Hermann Friedmann, Hans Henny Jahnn, Erich Kästner, Hermann Kasack, Elisabeth Langgässer, Ernst Penzoldt, Theodor Plivier, Ludwig Renn, Reinhold Schneider, Rudolf Schneider-Schelde, Anna Seghers, Dolf Sternberger, Johannes Tralow, Günther Weisenborn, Paul Wiegler, Friedrich Wolf.  Dänemark, WZ, SBZ
01. Jun.   Zürich  Erstmals werden den Zürcher Juni-Festwochen fünf Sinfoniekonzerte in der Tonhalle angegliedert, deren Leitung neben Volkmar Andreae die Dirigenten Wilhelm Furtwängler, Isaay Dobrowen und Hans Knappertsbusch übernehmen.  Schweiz
02. Jun.   Wien  In Wien gibt es wieder in der Tradition der Volkskunst, die im 18. Jahrhundert durch Stranitzky und Prehauser entwickelt wurde, fünf konzessionierte Unternehmungen, die in den Sommermonaten das Stegreifspiel pflegen. Bei diesen Sommerarenen ist nur die Bühne überdacht, während der Zuschauerraum mit durchschnittlich 400 Sitzplätzen im Freien liegt.  Österreich
10. Jun.   Wien  Im Rathaus konstituiert sich im Beisein von Bürgermeister Körner und Stadtrat Viktor Matejka die Theaterkommission für Wien, die seit 1938 nicht mehr gearbeitet hat. Sie soll als fachmännischer Beirat des Magistrats über Entwürfe für den Bau und die Errichtung neuer Volltheater, Saaltheater mit Schnürboden und Zirkussen urteilen sowie wesentliche bauliche Herstellungen und Änderungen der Einrichtung bestehender derartiger Veranstaltungsbetriebe periodisch überprüfen. Die Kommission besteht u.a. aus Fachbeamten des Wiener Magistrats, Vertretern der Bundespolizei, Fachmännern auf dem Gebiete des Bauwesens, Bühnenfachleuten, die vom Bürgermeister jeweils als Landeshauptmann zu berufen sind.  Österreich
12. Jun.   Genf  Genf wird zum Sitz des Internationalen Arbeitsamtes bestimmt; außerdem zum Veranstaltungsort der ersten Weltgesundheitskonferenz.  Schweiz
16. Jun.   Berlin  Ende der Viermächte-Militärverwaltung Berlins: Die Sowjetunion stellt ihre Mitarbeit in der Interalliierten Kommandantur in Berlin ein.  WZ, SBZ, Frankreich, England, USA, Sowjetunion, Großbritannien
16. Jun.   Bern  Kulturpolitische Debatte im Nationalrat: Luigi Albrecht (Graubünden) setzt sich in der Volkskammer für die Erhaltung historischer Kunstdenkmäler ein; Urs Dietschi (Solothurn) lädt den Bundesrat in einem weiteren Postulat ein, von einem Abbau der Beiträge an kulturelle Einrichtungen abzusehen; Valentin Gitermann (Zürich) beanstandet, daß die Werke Carl Spittelers in einer Luxus- und nicht in einer Volksausgabe erscheinen.  Schweiz
18. Jun.    Die Militärregierungen der WZ geben über alle Rundfunksender die Durchführung der Währungsreform am Sonntag, 20.06.1948 bekannt.  WZ, Frankreich, England, USA, Großbritannien
20. Jun.   Bern  Bundesrat, Parlament und weitere Behörden und Vereinigungen feiern im Berner Münster das 100jährige Bestehen der Bundesverfassung in Verbindung mit dem Sängerfest.  Schweiz
20. Jun. 21. Jun.  Währungsreform in den drei Westzonen: Die Deutsche Mark (DM) tritt an die Stelle der Reichsmark (RM). Jeder Deutsche erhält eine Kopfquote von 40 DM. Löhne, Gehälter und Mieten werden 1:1, Sparguthaben 10:1 umgewertet. Besitzer von Sachwerten gehören zu den Gewinnern der Reform. Sparguthaben und Bargeld verlieren dagegen stark an Wert. Die Planwirtschaft mit Bezugsscheinen, Preis- und Lohnstopps sowie Geldentwertung bei Warenknappheit bzw. -hortung, schwarzen Märkten und "Zigarettenwährung" endet. Verbunden mit der Währungsreform sind jedoch auch eine rapide Preiserhöhung und ein sprunghafter Anstieg der Arbeitslosigkeit. Seit Kriegsende war eine Währungsreform durch die Uneinigkeit des Alliierten Kontrollrates verzögert worden. Nach dem Scheitern der Viermächte-Regierung bereiteten die Westmächte, vor allem die Amerikaner, eine Währungsreform allein in ihren Besatzungszonen vor. Die Währungsreform ist eine wichtige Voraussetzung für die Wirksamkeit der Marshallplanhilfe.  WZ, Frankreich, England, USA, Großbritannien
21. Jun.   Zürich  Anläßlich des 50-jährigen Bestehens des schweizerischen Landesmuseums in Zürich wird T.S. Eliots Stück "Mord in der Kathedrale" vom Ensemble des Zürcher Schauspielhauses als Freilichtaufführung im Hofe dargestellt.  Schweiz
22. Jun.   Bern  Der Bundesrat beschließt die Gratisausgabe der Bundesverfassung an alle stimmberechtigten Bürger der Schweiz.  Schweiz
23. Jun.   Berlin  Die Sowjetische Militär-Administration in Deutschland (SMAD) ordnet eine Währungsreform für die SBZ an: Einführung der DM-Ost. Die Bürger erhalten 70 Mark sofort ausbezahlt. Da neues Geld noch nicht gedruckt ist, werden die alten Reichsmarkscheine zunächst mit Coupons beklebt. Die Lebensmittelrationierungen bleiben weiter bestehen. Der Versuch, die Währungsreform auf ganz Berlin zu erstrecken und somit die DM-West als Zahlungsmittel in West-Berlin zu verhindern, scheitert am Widerstand der Westmächte. Diese führen am 25.06.1948 die DM-West in den Westsektoren ein.  SBZ, Sowjetunion
23. Jun. 24. Jun.  Als Reaktion auf die Londoner Sechsmächtekonferenz tritt die Warschauer Achtmächtekonferenz, bestehend aus der Sowjetunion, Albanien, Bulgarien, Jugoslawien, Polen, Rumänien, Tschechoslowakei und Ungarn, zusammen: Sie wirft den Westmächten der Versuch einer Spaltung Deutschlands und die Gefährdung der "Oder-Neiße-Friedensgrenze" vor und dringt auf die Einhaltung der Potsdamer Beschlüsse bezüglich der Errichtung einer gesamtdeutschen Regierung und die Abschließung eines Friedensvertrages.  Ungarn, Polen, WZ, SBZ, Tschechoslowakei, Jugoslawien, Sowjetunion, Bulgarien, Albanien, Rumänien
24. Jun.    Als Antwort auf die Währungsreform der Westzonen ordnet die SMAD unter Sokolowskis Führung eine vollständige Blockade der Westsektoren Berlins zu Lande und zu Wasser an. Die Sowjetunion erklärt die Vier-Mächte-Verwaltung Groß-Berlins für "praktisch beendet". Die Berlin-Blockade dauert bis zum 12.05.1949 an. Mit der Blockade spitzt sich der Kalte Krieg zwischen der Sowjetunion und den Westmächten zu.  WZ, SBZ, Frankreich, England, USA, Sowjetunion, Großbritannien
26. Jun.    Aufgrund der Blockade West-Berlins organisieren die drei Westmächte eine mit englischen und amerikanischen Flugzeugen betriebene Luftbrücke nach West-Berlin. Die Bevölkerung der Westsektoren wird so während elf Monaten mit Lebensmitteln und sonstigen wichtigen Gütern versorgt.  WZ, Frankreich, England, USA, Großbritannien
30. Jun.    Die SED beschließt einen Zweijahrplan für 1949/50, der die Industrieproduktion und die Arbeitsproduktivität um etwa ein Drittel steigern soll.  SBZ
01. Jul.    Die drei westalliierten Militärgouverneure übergeben die "Frankfurter Dokumente" an die Regierungschefs der elf Länder in den drei westlichen Besatzungszonen. Es wird darin vorgeschlagen, eine Verfassunggebende Versammlung zur Gründung eines föderalen Staates einzuberufen und die Ländergrenzen zu überprüfen. Darüber hinaus werden werden Leitsätze der Beziehungen zwischen der künftigen westdeutschen Regierung und den Besatzungsmächten formuliert.  WZ, Frankreich, England, USA, Großbritannien
02. Jul.    Marshallplan-Abkommen zwischen Österreich und den USA. Das European Recovery Program (ERP) stellt Waren zur Verfügung, die an die inländische Wirtschaft verkauft werden. Der Erlös wird auf ein Sonderkonto eingezahlt und in Form von Sonderkrediten an die österreichische Wirtschaft verteilt.  USA, Österreich
03. Jul.   Luzern  Das Bundesstrafgericht Luzern verurteilt Max Leo Keller, der u.a. im Juli 1940 die "Nationale Bewegung der Schweiz" gegründet hatte, wegen Landesverrats zu zwölf Jahren Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust.  Schweiz
03. Jul.    Aufstellung bewaffneter Volkspolizei-Einheiten durch die SMAD (Sowjetische Militäradministration in Deutschland) in der SBZ.  SBZ, Sowjetunion
05. Jul.   Zürich  Bei der Verfassungsfeier wird der Historiker Prof. Dr. Karl Meyer zum Ehrendoktor der juristischen Fakultät und der Dichter Meinrad Inglin zum Ehrendoktor der philosophischen Fakultät der Univerität ernannt.  Schweiz
06. Jul.   Berlin  Die Westalliierten fordern von der Sowjetunion ultimativ das Recht auf freien Zugang nach Berlin gemäß der gemeinsamen alliierten Vereinbarung vom 05.06.1945.  WZ, SBZ, Frankreich, England, USA, Sowjetunion, Großbritannien
06. Jul.   Zürich  Das Züricher Schwurgericht verurteilt den Schweizer Eugen Wipf wegen vierzehnfachen Mordes im deutschen Konzentrationslager Hunzert bei Trier zu lebenslänglicher Haft. Wipf war im August 1940 als Fahnenflüchtling nach Hunzert gebracht worden, mißhandelte dort als Lagerkapo zwischen 1942 und 1944 Häftlinge und war an Tötungen beteiligt.  Schweiz
14. Jul.   Berlin  Die Sowjetunion spricht den Westmächten das von ihnen beanspruchte Recht auf freien Zugang nach Berlin ab. Gründe: Sie besäßen dort keine originären Besatzungsbefugnisse, sie hätten die Abkommen von Jalta und Potsdam gebrochen, eine separate Währungsreform durchgeführt, obwohl Berlin zur SBZ gehöre, und sie wollten einen westdeutschen Staat gründen. Die UDSSR erklärt die gesamte Stadt Berlin zu einem Teil der sowjetischen Besatzungszone.  WZ, SBZ, Frankreich, England, USA, Sowjetunion, Großbritannien
15. Jul.    Einführung einer eigenständigen saarländischen Staatsangehörigkeit, mit deren Erwerb die deutsche verloren geht. International wird diese Staatsangehörigkeit nicht anerkannt.  WZ
15. Jul.   Wien  Dem Heimatforscher, Schriftsteller und Bibliophilen Hofrat Michael Maria Rabenlechner wird zum 80. Geburtstag der Ehrenring der Stadt Wien von Bürgermeister Körner übergeben. Rabenlechner ist Präsident und Ehrenmitglied der Wiener Bibliophilen-Gesellschaft.  Österreich
17. Jul.    Intendantentagung in der SBZ auf Anregung von Wolfgang Langhoff.  SBZ
18. Jul.   Altdorf (CH)  Die Altdorfer Tell-Spiele blicken auf ihre 50-jährige Geschichte zurück.  Schweiz
23. Jul. 24. Jul.  Walter Ulbricht erklärt auf einer "staatspolitischen Konferenz" die Planwirtschaft zum Gesetz, fordert die absolute Führungsrolle der SED im Staatsapparat und die "Reinigung" des Staates von Schumacher-Anhängern unter den SPD-Mitgliedern. Damit beginnen "Säuberungen" von Alt-Kommunisten und Sozialdemokraten innerhalb der SED.  SBZ
24. Jul.   Wien  Robert Stolz reicht seine Operette "Venus in Seide", mit der er bereits an anderen europäischen und amerikanischen Bühnen große Erfolge gefeiert hat, bei der Bundestheaterverwaltung ein.  Österreich
28. Jul.   Salzburg  Als erste Oper in der Felsenreitschule bei den Salzburger Festspielen wird Glucks "Orpheus und Euyrdike" aufgeführt, in der Regie von Oskar Fritz Schuh. Herbert von Karajan dirigiert..  Österreich
29. Jul.   Bern  Der Bundesrat unterbreitet der Bundesversammlung Botschaft und Entwurf zu einem Bundesbeschluß, der die Stiftung Pro Helvetia zur Kulturwahrung und Kulturwerbung in einen ordnungsgemäßen Rechtsstatus überführt.  Schweiz
29. Jul. 14. Aug. London  Eröffnung der Olympischen Sommerspiele in London. Deutschland und Japan sind von der Teilnahme ausgeschlossen.  WZ, SBZ, England, Großbritannien, Japan
31. Jul. 03. Okt. Berlin  Ausstellung "Das neue deutsche Kinderbuch" in der Öffentlich-Wissenschaftlichen Bibliothek.  WZ, SBZ
01. Aug.   Hannover, Bad Pyrmont  Erstausgabe der Zeitschrift "Stern". Sie ist aus der in Bad Pyrmont erscheinenden Jugendzeitschrift "Zick-Zack" hervorgegangen, deren Lizenz Henri Nannen erworben hatte. Im Juli 1948 bekam Henri Nannen von der Britischen Militärregierung die Genehmigung zur Formatänderung zu einem politisch engagierten Unterhaltungsblatt und zur Umbenennung von "Zick-Zack" in "Stern". Zunächst erscheint die Illustrierte im "Stern-Verlag Henri Nannen", seit 1951 im Verlag Gruner + Jahr in Hamburg.  WZ
01. Aug.   Frankfurt am Main  Auf Vermittlung von Eugen Kogon wird Alfred Andersch vom Sender Radio Frankfurt (ab 1949 Hessischer Rundfunk) um ein literarisches Programm gebeten, das nach dem Vorbild von Ernst Schnabels BBC-Adaptation beim NWDR in Hamburg gestaltet werden soll. Für ein Honorar von 800 DM pro Monat organisiert Andersch das "Mitternachtsstudio" des Frankfurter Senders.  WZ
10. Aug.   Basel  Mit Teilnehmern aus sieben Staaten beginnt die erste Internationale Kunstwoche in der Schweiz.  Schweiz
10. Aug.   München  Der Bayerische Rundfunk (BR), Rundfunkanstalt des öffentlichen Rechts, entsteht durch Ländergesetz. Er geht aus dem ehemaligen Militärsender Radio München (1945-48) hervor. Sitz: München.  WZ
10. Aug. 23. Aug.  Auf der Insel Herrenchiemsee entwirft ein vorbereitender Verfassungskonvent (von den Landesregierungen berufene Sachverständige) Richtlinien für das Grundgesetz.  WZ
10. Aug.   Wien  Die Konzession für das Raimundtheater wird an Direktor Rudolf Marik verliehen, nachdem Direktor Fritz Imhoff davon zurückgetreten ist. Beworben hatten sich außer Marik auch Wilhelm Gyimes, Nico Dostal, Fritz Eckhardt.  Österreich
14. Aug.   Wien  Bürgermeister Körner verleiht an den Theaterdirektor Adi Berger die Varieté-Konzession für das Etablissement "Simplicissimus". Der neue Konzessionär war schon in den Jahren 1932-1935 in leitender Funktion im "Simplicissimus" tätig.  Österreich
21. Aug.   Bern  Der Bundesrat beantragt bei den eidgenössischen Räten in einer Botschaft die Ratifikation des Pariser Abkommens über die europäische wirtschaftliche Zusammenarbeit.  Schweiz
26. Aug.   Wien  Neben den neun bestehenden Musikschulen der Stadt Wien wird eine weitere zur ausschließlichen Pflege volkstümlicher Musik eröffnet. Es werden dort nur Schüler für die Harmonika-, Mandolinen- und Zitherklasse aufgenommen.  Österreich
28. Aug.   Weimar  Das Deutsche Nationaltheater, erster Theaterneubau in der SBZ, wird an Goethes Geburtstag mit "Faust I" wiedereröffnet.  SBZ
31. Aug. 1950  Der US-Medienkonzern Columbia Broadcasting System (CBS) entwickelt eine neuartige Langspielplatte. Die Deutsche Grammophon geht zwei Jahre später mit einer Langspielplatte auf den Markt.  WZ
01. Sep.    In der US-Zone werden die Demontagen eingeschränkt. Die nordrhein-westfälische Landesregierung beschließt einen Gesetzesentwurf über die Sozialisierung der Kohlewirtschaft. Der britische Militärgouverneur verweigert aber seine Zustimmung.  WZ, England, USA, Großbritannien
01. Sep.   Bonn  Kurz nach dem Beginn der Berlin-Blockade erhalten die Ministerpräsidenten der westdeutschen Länder von den drei Militärgouverneuren den Auftrag zur Ausarbeitung einer Verfassung. Daraufhin tritt der Parlamentarische Rat, dessen Mitglieder von den elf westdeutschen Landtagen gewählt werden, in Bonn zusammen, um das Grundgesetz zu erarbeiten. Konrad Adenauer (CDU) wird zum Präsidenten und Carlo Schmid (SPD) zum Vorsitzenden des Hauptausschusses gewählt.  WZ
04. Sep.   Venedig  Georg Wilhelm Pabst erhält auf dem Internationalen Filmfestival in Venedig den Preis in der Kategorie Beste Regie für den Film "Der Prozeß".  Italien, Österreich
05. Sep. 12. Sep. Wien  Österreichische Verleger stellen während der ersten "Österreichischen Buchwoche" auf der Wiener Herbstmesse 2000 Bücher als Buchproduktion der Jahre 1945-48 aus.  Österreich
05. Sep.   Berlin  Protestversammlung Berliner Zeitungshändler gegen die Errichtung der Zeitungsvertriebsgesellschaft im sowjetischen Sektor und für volle Gewerbefreiheit. Beschluß, den Verkauf sowjetisch lizenzierter Zeitungen in den Westsektoren bis auf weiteres einzustellen.  WZ, SBZ
09. Sep.   Wien  Wiener Künstler beteiligen sich am UNESCO-Plakatwettbewerb, bei dem die Förderung sozialen Fortschritts und Schaffung besserer Lebensverhältnisse in einer größeren Freiheit veranschaulicht werden soll. Die Gesellschaft bildender Künstler Wiens (Künstlerhaus) hat sich mit Arbeiten von fünf Mitgliedern an diesem Preisausschreiben beteiligt. Die Entwürfe sind einige Tage zuvor nach Brooklyn abgegangen.  Österreich
13. Sep.    Seit Kriegsende konnte die Suchdienstzentrale des Deutschen Roten Kreuzes über 2 Millionen Menschen wieder zusammenführen und 11.000 Kinder zu ihren Eltern zurückbringen.  WZ, SBZ
15. Sep.   Mainz  Erster Deutscher Katholikentag, nachdem von 1933 bis 1948 Nationalsozialismus, Krieg und Nachkriegsnot die Veranstaltung von Katholikentagen verhindert hatten. Dieser Nachkriegskatholikentag findet zugleich zum 100jährigen Jubiläum statt.  WZ
15. Sep. 16. Sep.  Die SED verurteilt die Sonderwegtheorie, den besonderen deutschen Weg zum Sozialismus, da dabei das "große historische Beispiel der Sowjetunion" mißachtet werde. Oppositionelle Sozialdemokraten, Gewerkschafter und Kommunisten werden als "feindliche Elemente" aus der SED ausgeschlossen und zum Teil verhaftet, u.a. Max Fank, Fritz Drescher, Paul Kreutzer.  SBZ
16. Sep.    Belegschaften des Zeitungsvertriebsamtes und mehrere Postämter im sowjetischen Sektor beschließen, den Vertrieb westlich lizenzierter Zeitungen wegen "maßloser Angriffe" auf die Politik der Sowjetunion einzustellen.  SBZ
17. Sep.   Genf  Genf wird zum ständigen Sitz der Internationalen Flüchtlingsorganisation bestimmt.  Schweiz
20. Sep.   Bern  Der Berner Theaterverein feiert sein 25-jähriges Bestehen. Während dieser Zeit konnte er das Stadttheater mit einem Betrag von 1,5 Millionen Franken unterstützen.  Schweiz
22. Sep.   Bern   Das Volksbegehren über die Rückkehr zur direkten Demokratie wird vom Nationalrat mit 110 zu 13 Stimmen abgelehnt.  Schweiz
22. Sep.   Dresden  Der Betrieb der Dresdner Staatsoper wird mit Beethovens "Fidelio" unter Leitung von Joseph Keilberg eröffnet. Die beim Angriff auf Dresden am 13./ 14.02.1945 stark zerstörte Semper-Oper kann allerdings erst wieder nach umfangreichen Restaurationen am 13.02.1985 eröffnet werden.  SBZ
22. Sep.   Bern  Der Ständerat beschließt mit 22 zu 1 Stimmen den Beitritt der Schweiz zur United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization (UNESCO).  Schweiz
23. Sep.   Wien  Die Galerie Welz (Salzburg) als Veranstalterin der Anton Kolig-Ausstellung in der Akademie der bildenden Künste honoriert die besten Deutungen der vielumstrittenen Kolig-Gemälde in der Ausstellung mit 1.000 Schilling in bar als ersten Preis, einer Originalhandzeichnung des Meisters als zweiten Preis und zehn Trostpreise von je einem Anton Kolig-Buch.  Österreich
28. Sep.   Wien  Die 33 Mitglieder der neugegründeten Vereinigung "Neuer Hagenbund" eröffnen in der Zedlitzhalle in Anwesenheit von Minister Felix Hurdes und Bürgermeister Körner ihre erste Ausstellung.  Österreich
Sep.   Altenbeuren  4. Tagung der Gruppe 47 in Oberbayern im Haus der Gräfin Degenfeld.  WZ
02. Okt.   Wien  Die Johann Strauß-Gesellschaft, die ihre Tätigkeit wieder aufgenommen hat, gibt im Großen Musikvereinssaal ihr erstes großes Konzert mit den Wiener Symphonikern unter Leitung von Prof. Rudolf Moralt. Auf dem Programm stehen unter anderem bekannte Werke von Johann Strauß (Sohn).  Österreich
02. Okt.   Liestal (CH)  60 Künstler mit über 250 Werken sind bei der 5. basellandschaftlichen Kunstausstellung vertreten.  Schweiz
02. Okt.   Frankfurt am Main  Der Hessische Rundfunk (HR), Rundfunkanstalt des öffentlichen Rechts, entsteht in Frankfurt/Main. Der HR geht aus dem Radio Frankfurt, gegründet 1945, hervor.  WZ
05. Okt.   Bern  Im Nationalrat stimmt eine Mehrheit von 140 zu sieben Stimmen für die Ratifizierung des Pariser Abkommens über die europäische wirtschaftliche Zusammenarbeit. Zwei Tage später wird das Pariser Abkommen auch im Ständerat mit 32 zu 1 Stimmen angenommen.  Schweiz
06. Okt.   Bern  Der Nationalrat lehnt mit 98 zu 52 Stimmen die auf Planwirtschaft gerichtete Motion Grimm ab.  Schweiz
07. Okt.   Bern  Der Ständerat stimmt mit Stichentscheid des Präsidenten der Vorlage über Sonderzuschläge zur Wehrsteuer zu.  Schweiz
08. Okt.   Wien  Vom zuständigen Gemeinderatsausschuß wird die Anschaffung von 128.800 Büchern für die Wiener Pflichtschulen beim Verlag Jugend & Volk genehmigt, die mehr als eine Million Schilling kosten werden und den Schülern unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden. Es handelt sich dabei um Rechen-, Religions-, Naturgeschichte-, Naturlehre- und Englischbücher. Auch eine kleine Verkehrsfibel ist dabei. Insgesamt sind seit Kriegsende (einschließlich dieser letzten Anschaffung) rund 667.800 Bücher zu einem Gesamtpreis von fast vier Millionen Schilling gekauft worden.  Österreich
09. Okt.   Berlin  Ein Gesetz des Wirtschaftsrates führt das "Notopfer Berlin" ein, eine Sonderabgabe in der Bizone, um dem von der Blockade finanziell bedrängten Berlin zu helfen.  WZ
11. Okt.   Wien  Im Bürgertheater findet die Uraufführung der Marischka-Operette "Die Walzerkönigin" statt, die Episoden aus dem Leben der Sängerin und Schauspielerin Maria Geistinger erzählt. Die Städtischen Sammlungen haben aus diesem Anlaß eine Ausstellung mit dem Titel "Die Geistinger und ihre Zeit" im Balkonfoyer des Bürgertheaters gestaltet.  Österreich
13. Okt.    Der Bergmann Adolf Hennecke (SED) erfüllt sein Arbeitssoll zu 387 % und wird so zum Vorbild der Aktivistenbewegung. Ziel sind "Qualitätsbrigaden", die Prämien erhalten. Durch verstärkte Anstrengungen der Werktätigen bei der Planerfüllung soll wirtschaftlicher Aufschwung erreicht werden.  SBZ
19. Okt.   Bern  Aufgrund der parlamentarischen Beratungen ändert der Bundesrat den Wehrsteuerbeschluß.  Schweiz
19. Okt.   Wien  Der englische Regisseur Carol Reed ("Der Gehetzte") wird von Bürgermeister Körner und Stadtrat Matejka empfangen. Er kündigt an, in Wien die Außenaufnahmen zu einem Film mit dem Titel "The Third Man" (Der dritte Mann) drehen zu wollen (Produktion: Alexander Corda). Bürgermeister Körner sagt dem englischen Filmteam die volle Unterstützung durch die Stadt Wien zu.  Österreich
20. Okt.    Zur Verbesserung der Versorgungslage wird die Staatliche Handelsorganisation (HO) gegründet, bei der die Bevölkerung der SBZ Konsumgüter und Lebensmittel zu höheren Preisen ohne Bezugsschein oder Lebensmittelkarten kaufen kann.  SBZ
22. Okt.    Der 1. Deutsche Volksrat bestätigt einen Verfassungstext, der sich an den SED-Entwurf einer Verfassung für die Deutsche Demokratische Republik vom 14.11.1946 anlehnt und der öffentlich zur Diskussion gestellt wird. Dieser Text wird später die Grundlage der DDR-Verfassung bilden.  SBZ
22. Okt.   München  In einem Leitartikel der Münchner Zeitung "Echo der Woche" mit der Überschrift "Vor einem neuen Novemberputsch? Erika Mann als kommunistische Agentin - Stalins 5. Kolonne am Werk" wirft der Chefredakteur Harry Schulze-Wilde, ehemaliger Kommunist, Erika und Klaus Mann vor, kommunistische Zersetzungsarbeit zu leisten. So interpretiert er die politische Ansicht der beiden, die auf eine Übereinkunft zwischen Amerikanern und Russen setzen. Erika und Klaus Mann erwirken daraufhin in dem Münchner Blatt eine Gegendarstellung und drohen dem Chefradakteur mit einer Klage gegen Verleumdung. Schulze-Wilde reagiert mit einem Artikel mit der Überschrift "Klaus Mann macht Männchen" und einer Leserbefragung. Erika Mann strebt einen Lizenzentzug Schulze-Wildes durch die amerikanischen Militärbehörden an. Nach weiteren Falschmeldungen verliert Schulze-Wilde zwar seinen Posten, das Verfahren gegen ihn verläuft allerdings im Sande.  WZ
22. Okt.   Bern  Der Bundesrat genehmigt eine Botschaft an das Parlament über finanzielle Beiträge der Eidgenossenschaft an der Unterstützung ausländischer Flüchtlinge.  Schweiz
27. Okt.   Basel  Die für eine zweijährige Ausstellungsreise durch Amerika bestimmte Auswahl der Paul Klee-Stiftung ist vor der Abreise in der Kunsthalle zu sehen.  Schweiz
28. Okt.   Stuttgart  Im Anschluß an eine gewerkschaftliche Protestkundgebung gegen Ludwig Erhards Wirtschaftspolitik in Stuttgart kommt es zu Straßenkrawallen. Der amerikanische Militärgouverneur verhängt ein mehrtägiges Ausgehverbot über die Stadt.  WZ, USA
28. Okt.   Berlin  Die Berliner Philharmoniker unter Leitung von Wilhelm Furtwängler beginnen ihre erste Auslandstournee seit Kriegsende.  WZ
30. Okt.    In der britischen Zone wird der Verkauf von sowjetisch lizenzierten Zeitungen verboten.  WZ, SBZ, England, Großbritannien
30. Okt.   Baden-Baden  In der französischen Besatzungszone wird mit dem Südwestfunk (SWF) für die gesamte Besatzungszone (für die Länder Rheinland-Pfalz und die Teile Baden-Württembergs, die bis 1952 die Länder Baden und Württemberg-Hohenzollern bildeten) ein einheitliches Rundfunkprogramm begründet. Der SWF, Rundfunkanstalt des öffentlichen Rechts, geht aus Radio Koblenz, gegründet 1945, und dem Sender der französischen Militärregierung, Südwest-Funk, gegründet 1946, hervor. Sitz: Baden-Baden.  WZ, Frankreich
Okt.   Berlin  Gründung der "Kampfgruppe gegen Unmenschlichkeit" (KgU). Sie besschließt den "Zusammenschluß freiheitlich und europäisch gesinnter Männer und Frauen", die "bereit sind, der Sowjetisierung ihres Vaterlands mit allen Mitteln der Publizistik und der karitativen Hilfe zu begegnen". Leiter der Gruppe ist Rainer Hildebrandt. Sie wird im Frühjahr 1949 als politische Organisation lizenziert und hauptsächlich durch amerikanische Geldgeber finanziert.  WZ, WZ, USA
01. Nov.   Wien  Auf dem Zentralfriedhof wird das Denkmal "Den Opfern für ein freies Österreich 1934-1945" enthüllt, das von der Stadt Wien errichtet worden ist. An der Enthüllung des Denkmals nehmen neben Vizekanzler Adolf Schärf und Bürgermeister Theodor Körner auch sämtliche Vertreter der KZ- und Freiheitskämpferverbände teil (vgl. den Eintrag zum 01.11.1947).  Österreich
01. Nov.   Zürich  Betreut von 44 Redakteuren und 1200 Mitarbeitern erscheint der siebte und letzte Band des "Schweizer Lexikons", dessen erster Band im November 1945 veröffentlicht wurde.  Schweiz
04. Nov.   Bern  Nach gemeinsamen Verhandlungen betrachten die Schweiz und die USA einvernehmlich ein bilaterales Abkommen im Zusammenhang mit dem Marshallplan als nicht notwendig  USA, Schweiz
05. Nov.   Wien  Der Filmregisseur Georg Wilhelm Pabst und der ehemalige Redakteur und Schriftsteller Robert Maria Prosl erhalten den Ehrenring der Stadt Wien.  Österreich
08. Nov.   Bern  Das eidgenössische Volkswirtschaftsdepartement gibt bekannt, daß eine Verlängerung des Stabilisierungsabkommens der wirtschaftlichen Spitzenverbände zur Preis- und Lohnpolitik bis zum 31.10.1949 zustande gekommen ist.  Schweiz
12. Nov.    Generalstreik in der amerikanischen und britischen Zone. Rund 9 Millionen Werktätige treten nach dem Aufruf des DGB in den Ausstand. Der DGB fordert eine rigorose Besserung des gegenwärtigen wirtschaftlichen Notstandes sowie die Durchsetzung der Wirtschaftsdemokratie.  WZ
12. Nov.   Wien  Unter großer Anteilnahme der Öffentlichkeit wird zum 30. Jahrestag der Ausrufung der Ersten Republik das Denkmal der Ersten Republik in seiner ursprünglichen Form wieder enthüllt. Dieses war anläßlich des zehnjährigen Bestehens der Ersten Republik auf dem Schmerlingplatz errichtet, 1934 aber durch die autoritäre Stadtverwaltung entfernt worden war. Es zeigt die Büsten des Begründers der Sozialdemokratischen Partei Österreichs, Viktor Adler, des ersten sozialdemokratischen Ministers für soziale Verwaltung, Ferdinand Hanusch, und des ersten sozialdemokratischen Bürgermeisters von Wien, Jakob Reumann. Vizekanzler Adolf Schärf hält die Festrede.  Österreich
18. Nov.   Paris  Der Träger des Preises der Stadt Wien auf dem Gebiet der Bildhauerei im Jahre 1947, Fritz Wotruba, zeigt im Musée d'Arts Modernes in Paris vom 15.10. bis 15.11. einige seiner Arbeiten.  Frankreich, Österreich
18. Nov. 20. Nov. Göttingen  Die konstituierende Versammlung zur Neugründung eines deutschen PEN-Clubs findet statt, nachdem es 1937 wegen Verstoßes gegen die Satzungen aus dem internationalen Verband ausgeschlossen worden war. Hermann Friedmann leitet die Verhandlungen und unterstreicht die Bedeutung des deutschen PEN im Spannungsfeld Ost und West. Ein Präsidium aus drei gleichberechtigten Mitgliedern wird gewählt: Hermann Friedmann, Johannes R. Becher und Ernst Penzoldt. Sekretäre werden Erich Kästner und Rudolf Schneider-Schelde. Der PEN-Club fordert die Errichtung einer Akademie für die deutsche Sprache, den freien Austausch von Druckwerken zwischen den Zonen, die Entrichtung eines Kulturpfennigs und die Ausstellung von Visa und Pässen für alle PEN-Mitglieder ohne weitere Nachprüfung.  WZ, SBZ
19. Nov.    In der "Täglichen Rundschau" gibt Alexander Dymschitz mit seinem Artikel "Über die formalistische Richtung in der Malerei" den Auftakt zu der sog. "Formalismus-Diskussion", die eine Zäsur in der Nachkriegskulturpolitik der SBZ/DDR bildet. Die Verpflichtung auf den sozialistischen Realismus nach sowjetischem Vorbild entspricht der Ablösung des antifaschistischen Bündnisses durch Stalins Strategie der "zwei Lager" auf der politischen Ebene.  SBZ
20. Nov.   Bern  Die Philosophische Fakultät 1 der Berner Universität verleiht Max Waßmer als "Förderer schweizerischer Kunst, Musik und Dichtung" die Ehrendoktorwürde.  Schweiz
22. Nov.   Bremen  Radio Bremen (RB), Rundfunkanstalt des öffentlichen Rechts, wird durch Landesgesetz errichtet. Vorgänger war die 1924 gegründete Sendestelle Bremen der Nordischen Rundfunk-AG (Norag).  WZ
26. Nov.   Bern  Mit dem Verbot der elektrischen Raumheizung beginnen die Maßnahmen zur Einschränkung des Stromverbrauchs, die bis Februar verschärft werden. Zum 01.04.49 werden dann nach Lockerungen im März alle Einschränkungen des Stromverbrauchs durch das eidgenössische Amt für Elektrizitätswirtschaft aufgehoben, das eidgenössische Amt für Elektrizitätswirtschaft ruft allerdings im November erneut zur freiwilligen Einschränkung des Stromverbrauches auf.  Schweiz
26. Nov.   Berlin  Auf Anweisung der Sowjetischen Militäradministration (SMAD) erläßt die Deutsche Wirtschaftskommission eine Verordnung (20. Verordnung über die Erhaltung und die Entwicklung der deutschen Wissenschaft und Kultur, die weitere Verbesserung der Lage der Intelligenz und die Steigerung ihrer Rolle in der Produktion und im öffentlichen Leben), nach der an allen Universitäten und Hochschulen Arbeiter- und Bauernfakultäten eingeführt werden. Der Anteil der Arbeiterkinder unter den Studenten steigt von 19% in den Jahren 1945/46 auf 36%. Die Deutsche Wirtschaftskommission beschließt weiterhin, eine "Bibliothek der deutschen fortschrittlichen Schriftsteller" (Massenauflage, Umfang mindestens 30 Bände) herauszubringen, welche die Verbreitung "der hervorragendsten Werke der zeitgenössischen demokratischen Schriftsteller und Dichter" fördern soll. Außerdem werden "für hervorragende Leistungen der deutschen Wissenschaftler, Künstler, Schriftsteller, Ingenieure, Agronomen, Techniker, Meister und Arbeiter" mit dem 01.04. 1949 jährlich zu vergebende Nationalpreise eingerichtet. Für die besten Werke der Literatur, Malerei, Graphik, Skulptur, Musik, Kunst und des Theaters werden insgesamt achtzehn Nationalpreise ausgelobt. Außerdem wird die Gründung eines speziellen Kulturfonds sowie einer neuen Deutschen Akademie der Künste in Aussicht gestellt.  SBZ
28. Nov.   Wien  Im Neuen Theater in der Scala findet ein Brechtabend unter dem Titel "Ein Dichter unserer Zeit - Bertolt Brecht" statt. Es lesen u.a. Therese Giehse, Wolfgang Heinz und Hortense Raky.  Österreich
30. Nov.   Bern  Der Bundesrat wählt Werner Lüthi als Bundesanwalt an die Stelle des zurücktretenden Franz Stämpfli.  Schweiz
30. Nov.   Wien  Bürgermeister Theodor Körner empfängt Carl Zuckmayer und dessen Ehefrau, eine gebürtige Wienerin, im Wiener Rathaus. Zuckmayer ist erfreut über den Erfolg seines Stückes "Des Teufels General" in Wien und erwartet die Aufführung seiner "Barbara Blomberg" im Theater in der Josefstadt.  Österreich
30. Nov.   Berlin  Die SED spaltet den Berliner Magistrat. In Ost-Berlin wird eine eigene Stadtverwaltung eingerichtet. Am 02.12.1948 erfolgt die Bildung eines eigenen Magistrats für West-Berlin, dessen Amtssitz das Schöneberger Rathaus ist.  WZ, SBZ
Nov.    Mit der Eröffnung der Ausstellung "Kunst in die Betriebe" beginnt in der SBZ eine lange Serie von Kunstausstellungen, die speziell für die Arbeiter in den Betrieben konzipiert sind.  SBZ
02. Dez.   Wien  Im Vortragssaal der Gesellschaft wird eine "Filmwissenschaftliche Arbeitsgemeinschaft der Gesellschaft der Filmfreunde Österreichs" gegründet.  Österreich
02. Dez.   Wien  Im Neuen Theater in der Scala hat Bertolt Brechts "Mutter Courage und ihre Kinder" in einer neuen Inszenierung des Teams der Zürcher Uraufführung (Gastspiel in Wien 1946) Premiere. Regie: Leopold Lindtberg, Therese Giehse (Anna Fierling) Wolfgang Heinz (Koch). Musik: Paul Burkhard u. Hanns Eisler.  Österreich
03. Dez.   Bern  Der Bundesrat erstattet der Bundesversammlung Bericht über die Ergebnisse der Strafverfahren wegen der Tätigkeit nationalsozialistischer Amtsstellen und Organisationen in der Schweiz.  Schweiz
04. Dez.   Berlin  Aus Protest gegen die zunehmende kommunistische Einflußnahme auf die Berliner Universität im Sowjetsektor (ab 08.02.1949 trägt sie den Namen Humboldt-Universität) gründen Professoren und Studenten die Freie Universität (FU) mit Unterstützung von Magistrat und US-Militärregierung. Ziel ist, Freiheit von Forschung und Lehre in West-Berlin zu gewährleisten. Etwa 2.000 Studenten wechseln von der Humboldt-Universität an die Freie Universität.  WZ, SBZ, USA
06. Dez.   Bern  Wahl der Ratspräsidenten: Joseph Escher (Wallis, katholisch-konservativ) wird mit 149 Stimmen zum Präsidenten des Nationalrats gewählt. Präsident des Ständerats wird Gustav Wenk (Basel, sozialdemokratisch) mit 37 Stimmen.  Schweiz
08. Dez.   Bern  Der Nationalrat beschließt einstimmig den Beitritt der Schweiz zur UNESCO, der siebten Sonderorganisation der UN, welcher die Schweiz beitritt, ohne Mitglied der UN selbst zu sein.  Schweiz
09. Dez.   Zürich  Das Schauspielhaus bringt das Kriegsheimkehrerstück "Draußen vor der Tür", das einzige Stück des Ende 1947 in Basel verstorbenen Hamburger Dichters Wolfgang Borchert, zur Schweizer Erstaufführung.  Schweiz
09. Dez.   München  Der Schutzverband Deutscher Schriftsteller veranstaltet die "Tage des Deutschen Buches". Die Autoren verkaufen ihre Bücher selbst zu Ladenpreisen. Der Erlös ist für die Unterstützung des Verbandes bestimmt.  WZ
10. Dez.   Wien  Zum zweiten Mal seit Kriegsende werden die Preise der Stadt Wien für hervorragende Leistungen auf dem Gebiete der Kunst und Wissenschaft durch Bürgermeister Körner verliehen. Folgende Preisträger erhalten ein Diplom und 5000 Schilling: Erika Mitterer (Literaturpreis), Hans Erich Apostel (Musikpreis), Siegfried Charoux (Preis für Bildhauerei), Albert Paris Gütersloh (Preis für Malerei), Oskar Laske (Preis für Graphik und angewandte Kunst), Oswald Haerdtl (Architekturpreis), Josef Luitpold Stern (Volksbildungspreis), Prof. Dr. Richard Pittioni (Preis für Geisteswissenschaften).  Österreich
11. Dez.   Heppenheim  Zusammenschluß der liberalen Parteien der westlichen Besatzungszonen zur Freien Demokratischen Partei (FDP). Theodor Heuss wird zum Parteivorsitzenden gewählt.  WZ
14. Dez.   Wien  Im Foyer der Wiener Volksoper findet die Ausstellung "50 Jahre Volksoper" statt. Gegenwärtig ermöglicht die "Staatsoper in der Volksoper" dem Haus den Fortbestand. Der Eintritt in die Ausstellung ist gratis.  Österreich
15. Dez.   Zürich  Die Conrad Ferdinand Meyer-Stiftung bedenkt den Dramatiker Marcel Gero, den Maler Max Hegetschweiler und die Schriftstellerin Maria Nils.  Schweiz
16. Dez.   Bern  Die vereinigte Bundesversammlung wählt Bundesrat Ernst Nobs mit 192 Stimmen zum Bundespräsidenten für 1949.  Schweiz
16. Dez.   Bern  Hotelbauverbot: Der Ständerat genehmigt einstimmig den Beschluß über die Eröffnung und Erweiterung von Gasthöfen.  Schweiz
19. Dez.   Wien  Das restaurierte Langhaus und Teile des Chores des Stephansdomes in Wien werden feierlich eröffnet.  Österreich
20. Dez.   Bern  Der Nationalrat genehmigt die bundesrätlichen Vollmachten zur Verschärfung des Staatsschutzes mit 139 gegen 12 Stimmen.  Schweiz
21. Dez.   Berlin  Nachdem die Sowjetunion ihren Vertreter aus der Interalliierten Militärkommandantur zurückzogen hat (16.06.1948), errichten die Westmächte eine eigene Kommandantur in West-Berlin.  WZ, SBZ, Frankreich, England, USA, Sowjetunion, Großbritannien
24. Dez.   Berlin  Günther Neumann gründet das politische Rundfunkkabarett "Die Insulaner" in West-Berlin. Nachdem Weihnachten 1948 der Rundfunk im amerikanischen Sektor (RIAS) die erste Sendung ausgestrahlt hat, wird sie schnell zum beliebtesten Rundfunkkabarett der Berliner. In rund 150 satirischen Radiosendungen wird die 'Insellage' Berlins thematisiert.  WZ
24. Dez.    Die Westmächte haben die letzten deutschen Kriegsgefangenen entlassen.  WZ, SBZ, Frankreich, England, USA, Großbritannien
31. Dez.   Wien  In Anbetracht des schlechten Zustandes mancher historischer Baudenkmäler der Stadt Wien wird der städtische Magistrat beauftragt, schnellstmöglich Vorschläge für die notwendige Erhaltung dieser Objekte wie den Husarentempel oder das Basiliskenhaus zu machen.  Österreich
Dez.    Die Schweizer Buchproduktion des Jahres 1948 erreicht mit 4.691 Verlagswerken einen neuen Höchststand.  Schweiz
Dez.   Zürich  Die schweizerische Schillerstiftung verteilt an ihre Mitglieder 940 Bücher von neunzehn Autoren, darunter in deutscher Sprache: "Chnöpf u Blüeschtli" von Elisabeth Baumgartner, "Das Stundenglas" von Albert Erismann, "Basler Fährgeschichten" von Rudolf Graber, "C.F. Ramuz" von Werner Günther, "Das Buch von Sihltal" von Gottlieb Heinrich Heer, "Der letzte Optimist" von Erwin Heimann, "Lob der 13 Orte" von Werner Näf und "Joachim als Grenzwächter" von Hans Zulliger.  Schweiz
Dez.   Berlin  Der Zentralrat der FDJ beschließt die Gründung der Kinder- und Jugendorganisation "Junge Pioniere" in Ost-Berlin. Nach sowjetischem Vorbild sollen Kinder von der ersten bis zur siebten Klasse zu jungen Sozialisten erzogen werden.  SBZ
     Die Besatzungsmächte organisieren den Rundfunk in seinen Grundzügen neu. Das Rundfunkmonopol des Staates, von den Nationalsozialisten zu Propagandazwecken mißbraucht, wird gebrochen. Um eine Machtkonzentration zu vermeiden, entstehen mehrere Rundfunkanstalten, die im Westen öffentlich-rechtlich organisiert sind. Gesellschaftliche und politische Gruppen sind in den Aufsichtsgremien vertreten. Der staatliche Einfluß soll möglichst gering gehalten werden. In der sowjetischen Besatzungszone dagegen wird der Rundfunk bald zentral gelenkt. Als wichtigstes Informations- und Unterhaltungsmedium senden die Rundfunkanstalten neben Nachrichten, Hörspielen und Musik auch politische Beiträge, um das demokratische Bewußtsein der Deutschen zu fördern.  WZ, SBZ, Frankreich, England, USA, Sowjetunion, Großbritannien
    Wien  Bei der österreichischen Erstaufführung der "Geschichten aus dem Wiener Wald" von Ödön von Horvath unterbricht ein Teil der Zuschauer die Vorstellung durch lautstarkes Schreien. Die Schauspieler schreien Horvath-Zitate zurück ins Publikum. Kritiker sprechen von einer "Blasphemie auf das Wienertum".  Österreich
     Mit der Joint Export-Import-Agency der Bizone (US/GB) wird ein Exportvolumen von Büchern aus Österreich im Wert von 125.000$ vereinbart. Die am 12.04.1949 veröffentlichten Durchführungsbestimmungen sind kompliziert. Probleme bereiten die Devisenkontingentierung und die Verrechnungsmodalitäten. Die Preise der österreichischen Bücher liegen 25-30% über denen vergleichbarer Bücher in der Bizone.  England, USA, Großbritannien, Österreich
     Die Mehrheit von CDU/CSU und FDP verabschiedet das von Ludwig Erhard entworfene sogenannte Leitsätzegesetz, das viele Bewirtschaftungsvorschriften und die Preisbindung aufhebt. Damit unternimmt Erhard einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur sozialen Marktwirtschaft und setzt sich gegen den Willen der Westmächte durch.  WZ
     Die Kultusminister und Vertreter der Filmwirtschaft, Produzenten und Filmverleiher der drei westlichen Zonen einigen sich auf eine gemeinsame Selbstkontrolleinrichtung, auf die Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK). Auch die Kirchen sind an dieser Filmkontrolle beteiligt. Dabei ist das Ziel der filmwirtschaftlichen Verbände, behördliches Eingreifen und staatliche Reglementierung überflüssig zu machen, zudem soll eine Zersplitterung in regionale Einzelverfahren ausgeschlossen werden.  WZ
     Leni Riefenstahl wird vor Gericht angeklagt, bei der Produktion des Spielfilms "Tiefland", an dem sie 1940-1944 als Regisseurin und Darstellerin arbeitete, die Sinti und Roma nicht entlohnt und ihnen fälschlicherweise die Rettung vor der Deportation versprochen zu haben. Sie wird schließlich freigesprochen.  WZ
  1949  Internationaler Kopenhagener Wellenplan für den Hörfunk: Nur noch neun Mittelwellenfrequenzen werden zugestanden. 1949 errichten die deutschen Rundfunkanstalten daher Ultrakurzwellensender (UKW).  WZ
     Walter Kempowski wird wegen angeblicher Spionage zu 25 Jahren Haft verurteilt und bis 1956 in Bautzen inhaftiert.  SBZ
     In allen vier Zonen wird in diesem Jahr eine Titelproduktion von 13.654 Titeln erreicht.  WZ, SBZ
     Laut Statistik des "Amerika Dienstes" spielen in der US-Zone 122 Bühnen amerikanische Autoren, in der britischen nur 38 und in der französischen drei.  WZ, USA
     Gründung der Zeitschrift "Der Monat" in amerikanischem Auftrag als Repräsentant der "freien Welt" im Kampf gegen den Kommunismus. Herausgeber sind Melvin J. Lasky und Hellmut Jaesrich. Zunächst erscheinen hier regelmäßig literarische Porträts, danach machen die literarischen Beiträge nur noch einen Bruchteil des gesamten Umfanges aus. Die Zeitschrift stellt ihr Erscheinen 1971 ein.  BRD
    Wien  Die Wiener Landesregierung hat ein Verbot der "Literaturgeschichte Österreichs" von Josef Nadler beantragt. Auch die Papierkommission hat eine Verweigerung der Papierzuteilung für den Druck beschlossen. Als das Buch im Herbst 1948 doch gedruckt wird, richtet Edwin Rollett im "Österreichischen Tagebuch" (Nr. 19, S. 11) unter dem Titel "Nadler und seinesgleichen" eine "Anfrage an den Herrn Bundesminister für Unterricht", in der er auf die bedenklichen Rehabilitierungen nationalsozialistisch kompromittierter Personen des österreichischen kulturellen Lebens - insbesondere diejenige Nadlers - hinweist. Die Anfrage ist von 76 Personen des öffentlichen und kulturellen Lebens unterzeichnet, darunter Otto Basil, H. Chr. Broda, R. Brunngraber, Franz Theodor Csokor, Oskar Maurus Fontana, Friedrich Heer, Fritz Hochwälder, Georg W. Pabst und Fritz Wotruba. Der Verband demokratischer Schriftsteller und Journalisten Österreichs, der Art-Club schließen sich der Resolution an.  Österreich
    Rüdesheim  Die westdeutschen Ministerpräsidenten kommen unter dem Einfluß des Berliner Oberbürgermeisters Ernst Reuter (SPD) zu dem Schluß, daß der neu zu gründende westdeutsche Staat die Reichseinheit nicht gefährden werde. Zunächst gehe es darum, ein Provisorium als "Kernstaat" aufzubauen und dann die Einheit Deutschlands etappenweise in den Grenzen von 1937 zu restituieren.  WZ
    Wien  Josef Gielen wird Direktor des Burgtheaters (bis 1954).  Österreich
     Der NWDR eröffnet die Reihe "Hörspiele der Zeit" für die Ausstrahlung von Original-Hörspielen. Eine Ausnahme bildet Anna Seghers' Roman "Das siebte Kreuz".  WZ
    Los Angeles  Für das Drehbuch zum Film "Die Gezeichnete" ("The Search") erhält der Zürcher David Wechsler einen Oskar.  USA, Schweiz
08. Nov. 1947 1950 Hamburg  Erstaufführung von Zuckmayers "Des Teufels General" im Hamburger Staatlichen Schauspielhaus. Das Stück wird in den Spielzeiten 1947 bis 1949 in den Westzonen 844 und in den Westsektoren Berlins 1.069 mal aufgeführt und ist damit das meistgespielte Gegenwartsstück. Noch 1949/ 50 steht es mit 325 Aufführungen an zweiter Stelle aller Erfolgsstücke in der Bundesrepublik.  WZ, BRD
Sep. 1945 1949 Berlin  In der britischen Zone und im britischen Sektor Berlins werden insgesamt 242 Verlagslizenzen vergeben. Nach der Lizenzvergabe müssen alle Manuskripte der Britischen Militärbehörde zur Vorzensur vorgelegt werden.  WZ, England, Großbritannien
  1945 1949 Berlin  Insgesamt werden in der amerikanischen Zone und im amerikanischen Sektor Berlins 390 Verlagslizenzen vergeben. Lizenzträger sind meist renommierte und traditionsreiche Verlagshäuser wie beispielsweise der Ernst Klett und der Alfred Kröner Verlag. Die deutschen Verleger werden verpflichtet der Nachrichtenkontrolle in der amerikanischen Zone einen Bericht über die einzelnen Autoren vorzulegen. Meist wird die Auflagenhöhe auf 5000 Exemplare festgelegt.  WZ, USA
  1945 1949  In der sowjetischen Besatzungszone werden 160 Verlagslizenzen erteilt. Zu den ersten Neugründungen gehören am 28.08.1945 der Verlag "Das Neue Berlin" als Magistratsverlag, am 01.10.1945 der Henschelverlag Berlin als Bühnen-, Film- und Kunstverlag und am 09.10. der Verlag "Freie Gewerkschaft". Anders als in den Westzonen werden Lizenzen zunächst nicht an Einzelpersonen vergeben sondern an die neugegegründeten antifaschistischen Parteien und Organisationen.  SBZ
  1945 1951 Leipzig, Dresden, Halle  Aufgrund rapider Verlagsabwanderungen in die Westzonen bzw. in die BRD verliert die Stadt Leipzig 364 Verlage, Dresden 110 und Halle 19 Verlage.  DDR, WZ, SBZ, BRD
  1945 1949  In der französischen Zone erhalten insgesamt knapp 200 Verlage Lizenzen. Das Zensurverfahren ist strenger als in der amerikanischen und in der britischen Zone. So wird Verlegern in der französischen Zone verwehrt, klassische Erfolgsbücher wie Heinrich Heines "Buch der Lieder" und Immanuel Kants "Zum ewigen Frieden", die auf dem deutschen Buchmarkt nach Kriegsende boomen, kostengünstig neuaufzulegen. Die französischen Besatzungsbehörden lehnen auch die Publikation von Eugen Kogons KZ-Report "Der SS-Staat" ab.  WZ, Frankreich

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